Aurora - Stadt der Schmetterlinge

Durch verschiedene Maßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung soll die dramatisch schlechte Lage der Schmetterlinge in Hamburg auf Dauer entscheidend verbessert werden

Aurora – Hamburg soll eine Stadt der Schmetterlinge werden!

Das dramatische Insektensterben mit all den Folgen, die es für die biologische Vielfalt und die Menschen mit sich bringt, ist heute in aller Munde. Auch in Hamburg ist die Situation nicht besser als anderswo in Deutschland. So ist inzwischen etwa die Hälfte der vor 100 Jahren in Hamburg lebenden Tagfalter verschwunden, viele andere Arten sind hochgradig gefährdet.

Das NABU-Projekt „Aurora“, das von der Fachgruppe Entomologie verantwortlich durchgeführt wird, zielt auf den Erhalt und die Förderung der Biodiversität in der Hansestadt ab. Es nutzt die Schmetterlinge (zunächst: die Tagfalter), die die Menschen schon immer fasziniert haben, aber auch an ihr Habitat hohe qualitative Anforderungen stellen, als Schirm- und Leitarten. Setzt man sich für den Erhalt und die Optimierung ihrer Lebensräume ein, so unterstützt man gleichzeitig viele andere Arten. Man muss allerdings den geplanten Maßnahmen immer die Ansprüche anderer Artengruppen – mit evtl. deutlich abweichenden Lebensstrategien – im Auge behalten, um Zielkonflikte zu vermeiden. Aus diesem Grund streben wir eine Zusammenarbeit mit Fachleuten für andere Pflanzen- und Tiergruppen an – es geht ja nicht nur um diese eine auffällige Tiergruppe, sondern letztlich um den Schutz der biologischen Vielfalt insgesamt!

Im Zentrum unserer Bemühungen stehen zunächst die hochgradig bedrohten Arten. Um den ökologisch anspruchsvollen Schmetterlingen zu helfen, müssen wir Veränderungen in der Pflege ihrer Lebensräume durchsetzen. Hamburg hat viele Naturschutzgebiete, aber bisher galt bei den Maßnahmen, die dort durchgeführt wurden, das Hauptaugenmerk nicht den Insekten. Das wollen wir mit unseren Aktivitäten ändern – in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Verwaltungen, den Bewirtschaftern und betreuenden Gruppen der Naturschutzverbände. Insbesondere bei der Wiesenmahd muss bei der Wahl der Mahdtermine, der Arbeitsgeräte und der Schnitthöhe Rücksicht auf die Schmetterlinge und andere Insekten genommen werden. Die Flächen dürfen nicht mehr auf einen Schlag kahl gemäht werden – bestimmte Teilflächen müssen als Refugien erhalten bleiben, nur dann können die Insekten auf einer Wiese überleben. Auf den einzelnen „Auroraflächen“ setzen wir Aurora-Botschafter ein, die die Arbeiten koordinieren und dokumentieren.

Wenn die Schmetterlinge in ganz Hamburg überleben sollen, dann müssen entsprechende Maßnahmen auch außerhalb von Schutzgebieten, in den dichter besiedel-ten Stadtgebieten, umgesetzt werden. Das betrifft Grünanlagen, Ruderal¬flächen, Brachen, Straßen- und Wegrandstreifen. Auch hier dürfen kurzgeschorene Ra-senflächen und für Insekten weitgehend wertlose Zier-gehölze nicht überall das Bild bestimmen! Naturnähere Verhältnisse in der ganzen Stadt zu schaffen, ist für den Biotopverbund ebenso wichtig wie für das Umwelt-bewusstsein der Bevölkerung, die in ihrer unmittelbaren Umgebung Natur und auch Schmetterlinge erleben soll!
Aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben wir mit Schmetterlingsführungen, Vorträgen und Schmetterlings-Aktionstagen, bei denen interessierte MitbürgerInnen bei Maßnahmen in den für die Falter wichtigen Gebieten mithelfen können und gleichzeitig über die Situation der Schmetterlinge und das Projekt Aurora informiert werden. Auch über eine natur- und schmet-terlingsfreundliche Gestaltung von Gärten informieren wir.

Wir arbeiten nicht nur mit der Behörde für Umwelt und Energie und den Bezirken zusammen, sondern auch mit öffentlichen Unternehmen wie Hamburg Wasser, der städtischen Fried-hofsverwaltung oder der Stadtreinigung (Energieberg). Der NDR wird Ende August einen Film über die Schmetterlinge in Hamburg und das Projekt Aurora senden (Sendung Naturnah, Holger Vogt).

Bei allen Aktivitäten achten wir besonders darauf, dass der räumliche Zusammenhang der Lebensräume berücksichtigt wird (Aspekt des Biotopverbunds). In Zeiten des massiven In-sektensterbens reichen kleine Maßnahmen hier und dort nicht mehr aus, es bedarf jetzt drin-gend strategischer, umfassender Schutzkonzepte – die letzten Endes auf den langfristigen Erhalt und die Verbesserung der biologischen Vielfalt in Hamburg ausgerichtet sind.

Das Projekt nennt sich „Aurora“ nach dem in Hamburg noch verbreiteten, gerade im inneren Stadtbereich aber selten gewordenen Aurorafalter, der eine sehr gute Zielart für den Erhalt bzw. die Wiederherstellung naturnaher Verhältnisse in den dichter besiedelten Stadtteilen ist.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Schmetterlinge sind als eine ökologisch anspruchsvolle Insektengruppe hervorragende Indikatorarten für den Erhaltungszustand der biologischen Vielfalt. Gelingt es, diese Tiere zu fördern - ohne evtl. abweichende Ansprüche anderer Pflanzen und Tiere zu vernachlässigen, kann man viel zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt insgesamt bewirken.


Bild 1

Dokumente

Zusammenfassende Beschreibung und Literaturübersicht zum Thema insektenfreundliche Mahd

 

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Das Projekt ist nicht an einen Projektstandort gebunden

Wrangelstraße 97a
20253 Hamburg

Öffnungszeiten: keine bestimmten Öffnungszeiten

Herr Frank Röbbelen
frank.roebbelen@web.de

 

Weitere Infos

NABU Hamburg Fachgruppe Entomologie
Hamburg

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