Wildbienen schützen

In der von der UNESCO anerkannten Biosphärenregion Berchtesgadener Land steht die Wildbiene wie keine andere Tier- und Pflanzenart für eine intakte Landschaft. Sie fühlt sich dort wohl, wo es naturnahe, abwechslungsreiche und schonend bewirtschaftete Lebensräume gibt. In diesem Projekt werden mit regionalem Saatgut bunte Blumenwiesen mit vielen heimischen Wildkräutern angelegt. Alte Baumstämme und offene Bodenstellen bieten Strukturen für Nist- und Brutplätze. Die Pflanzung heimischer Sträucher und Obstbäume schafft außerdem ein zusätzliches Nahrungsangebot und "wilde Ecken" machen heimische Gärten bienenfreundlicher. Das Wildbienenprojekt wird gemeinsam mit vielen regionalen Akteuren aus dem Berchtesgadener Land umgesetzt, z. B. Kommunen, Imker, Jäger, Landwirte, Privatpersonen u.v.m.

Die von der UNESCO ausgezeichnete Biosphärenregion Berchtesgadener Land erstreckt sich von den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen über die Alm- und Bergwiesen bis in das hügelige Voralpenland. Sie umfasst einen Landschaftsausschnitt mit außergewöhnlich hoher biologischer Vielfalt. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten, z. B. Steinadler, Murmeltier, Auerhuhn, Enzian und Edelweiß, sind in der Biosphärenregion heimisch. Doch keine steht so umfassend für eine intakte Landschaft wie die Wildbiene.
Die rund 250 vorkommenden Wildbienenarten im Berchtesgadener Land finden sich auf duftenden Almen und Bergwiesen, artenreichen Mähwiesen, in blühenden Gärten und Obstwiesen, in Hecken und Bäumen sowie auf Kiesflächen und Magerrasen. Leicht vorstellbar, dass sich im Lebensraum der Wildbiene auch zahlreiche andere Tierarten wohlfühlen. Aber darüber hinaus decken sich die Lebensräume der Wildbiene auch mit den Landschaftselementen, die das Berchtesgadener Land für Einheimische und Gäste so attraktiv machen. Das Wildbienenprojekt ist damit weit mehr als ein reines Naturschutzvorhaben, denn es trägt zum Erhalt des hohen Erholungswertes und zur Bewahrung der regionalen Identität des Berchtesgadener Landes bei.
Das anspruchsvolle Ziel des Projekts ist, die vielen naturnahen Lebensräume und das hohe Nahrungsangebot insbesondere in der Kulturlandschaft zu erhalten und wieder zu vermehren. Denn auch im Berchtesgadener Land sind Wildbienen z.B. durch intensive Landnutzungsformen und den damit verbundenen Schwund des Nahrungsangebotes und von Nistmöglichkeiten bedroht.
Spannend dabei ist, dass ganz unterschiedliche Interessensgruppen für Wildbienenaktionen begeistert werden können. So wird im Projekt mit Kommunen, Landwirten, Förstern, Jägern, Imkern, Gartenbauvereinen, Betrieben und Privatpersonen zusammengearbeitet.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen der Erhalt und die Vermehrung von Wildkräutern. Dazu werden auf artenreichen Blumenwiesen mit einem speziellen Erntegerät Samen gewonnen und mit diesem Saatgut neue regionaltypische Wiesen angelegt oder bestehende angereichert. Auch Ackerwildkräuter werden per Hand geerntet, vermehrt und wieder ausgebracht, wodurch ökologische Ackerflächen eine bunte Blütenpracht erhalten.
Flankierend dazu werden, sofern die Möglichkeit besteht, Strukturen für Nistmöglichkeiten geschaffen, indem Kiesflächen und offene Bodenstellen angelegt werden oder Totholz ausgebracht wird.
Die Anlage von Obstwiesen oder Hecken fördert außerdem den für Wildbienen so wichtigen Strukturreichtum, ebenso das Pflanzen von nektarreichen Einzelbäumen oder die Entbuschung von Almweiden und Magerrasen.
Da jeder Einzelne etwas für die Wildbienen tun kann, ist außerdem eine Kampagne für die naturnahe Gestaltung von Gärten und Betriebsflächen ein Teil des Projekts. Die Pflanzung von wildbienenfreundlichen Pflanzen und die Anlage von "wilden Ecken" im eigenen Garten tragen ebenfalls dazu bei, dass die Wildbienen im Berchtesgadener Land heimisch bleiben.

Laufzeit des Projekts: Herbst 2017 - offenes Ende (eine dauerhafte Unterstützung der Wildbiene wird selbstverständlich angestrebt)

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Wildbienen benötigen natürliche oder naturnahe Lebensräume mit heimischen Kräutern und Gehölzen sowie einem hohen Strukturreichtum. Viele Kulturlandschaftsbestandteile stehen für eine ökologische, schonende Landwirtschaft oder fungieren als wertvolle Saum- und Kleinbiotope im Lebensraumverbund. Dabei reicht das Biotopspektrum von trockenen, mageren Standorten über Feuchtlebensräume bis hin zu Wäldern und Waldersatzstandorten wie Hecken, Obstwiesen und Waldrändern.
Entsprechend fungieren Wildbienen nicht nur als Zeiger für eine intakte Landschaft, Maßnahmen zum Erhalt oder der Verbesserung der Lebensraumbedingungen der Wildbienen nützen vielen heimischen Tier- und Pflanzenarten. Das Wildbienenprojekt leistet demnach generell einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Berchtesgadener Land.

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Besuchen Sie uns

Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Sägewerkstraße 3
83395 Freilassing

Öffnungszeiten: Mo - Do 08:00-16:00 Uhr, Fr 08:00 -12:00 Uhr

Herr Dr Peter Loreth
Tel.:08654-3094610
info@brbgl.de
http://www.biosphaerenregion-bgl.de

 

Weitere Infos

Biosphärenregion Berchtesgadener Land, Regierung von Oberbayern, in Kooperation mit EUROPARC Deutschland e.V.
Freilassing

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