Sonderwettbewerb Soziale Natur

Bahrenfelder Luthergarten

Der Bahrenfelder Luthergarten ist ein Gemeindeprojekt. Leitgedanken des Projektes sind Nachhaltigkeit und soziales Miteinander.

Der Garten möchte einen Raum bieten, in denen sich menschliches Wirken und natürliche Ressourcen im Einklang befinden, und biologische Diversität gefördert wird.

Zudem ist der Garten ein Ort sozialen Miteinanders. Hier treffen sich Menschen aus der Gemeinde, dem Stadtteil, Geflüchtete, Kinder und Jugendliche um den Garten miteinander zu gestalten.

Der Garten ist:
- Ort des Lernens - über die Natur, aber auch voneinander
- Ort der interkulturellen Begegnung - der Garten ist für alle Menschen unabhängig von Religion oder Herkunft offen
- Ort des Schutzes für Tiere und Pflanzen - durch die Grundsätze der Permakultur wird ein Miteinander von Mensch und Natuir angestrebt und nicht maximaler Nutzen für den Menschen.


1. Entstehung und Rahmenbedingungen
Der Luthergarten ist ein Gemeindeprojekt der Luthergemeinde Bahrenfeld in Hamburg. Das Projekt startete 2014. Die Luthergemeinde pachtet das Grundstück für 15 Jahre, Verpächter ist der Kirchengemeindeverband Altona.

2. Ziele
Der Bahrenfelder Luthergarten versteht sich als Gemeindeprojekt und beinhaltet kulturelle, land- und hauswirtschaftliche, entwicklungspolitische, diakonische wie auch spirituelle und persönlichkeitsbildende Aspekte.

2.1 Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit bedeutet, dass das Handeln im Garten so gestaltet wird, dass es sich im Einklang mit der Natur und den natürlichen Ressourcen befindet. Die Prinzipien der Permakultur, die dem Konzept des (Gemüse-) Gartens zugrundeliegen sind dabei als Leitlinien zu verstehen.
Im Vordergrund steht der Erhalt und die Förderung biologischer Vielfalt.

2.2 Soziales Miteinander
Soziales Miteinander bedeutet, dass der Garten ein Ort der Begegung zwischen Menschen verschiedener Religionen, Herkunft und Interessenslagen ist. Hier treffen sich Menschen aus der Gemeinde, dem Stadtteil, Geflüchtete, Kinder und Jugendliche um den Garten miteinander zu gestalten. Der Garten ist ein Ort des Lernens in Bezug auf Wissen über die Natur, aber auch über den toleranten Umgang miteinander. Gerade Kinder können hier in der Stadt Natur direkt erfahren.

3. Maßnahmen
3.1. Praktische Maßnahmen
Das Gelände wurde zunächst von Freiwilligen entmüllt. Um einer weiteren Vermüllung entgegenzuwirken wurde das Gelände anschliessend eingezäunt.

Ein in Auftrag gegebenes Bodengutachten ermöglichte die Identifizierung durch Vornutzung kontaminierter Bodenareale, die daraufhin ausgetauscht werden konnten.

Auf Basis des Bodengutachtens wurde ein geeigneter Bereich des Gartens für den Gemüseanbau vorgesehen.
Für den Gemüseanbau wurde anschließend mit Bodenfruchtbarkeitsaufbau begonnen. Für den Bodenfruchtbarkeitsaufbau sowie für alle weiteren Arbeitsschritte im Gemüsegarten gelten die Grundprinzipien der Permakultur.

Ein weiteres großes Arbeitsfeld war die Renovierung und der Ausbau dreier schon auf dem Gelände befindlicher Katen, sowie eines Werkstattschuppens.
Zwei der Katen werden von allen Menschen im Garten genutzt, als Teeküche und als Lagerraum. Die dritte Kate steht Geflüchteten im Kirchenasyl als Wohnraum zur Verfügung

Zudem wurde ein Gehege für Hühner und Tauben auf dem Gelände etabliert. Die Züchtung der Hühnerrasse Hamburger Vorwerk dient dem Erhalt alter Arten.

In einem anderen Teil des Areals wurde ein alter Bauwagen liebevoll renoviert, und ist nun als "Ort der Stille" dem Austausch und der Kontemplation gewidmet.

Im Gemüsegarten entstand eine offene Draußenküche um in diesem Sozialraum das Gemüse gemeinsam zubereiten zu können.

3.2. Kommunikation und soziales Umfeld
In der Gründungsphase des Projektes wurden Themen in Vollversammlungen aller am Garten beteiligten Personen besprochen und entschieden.
Um Fragen zur Gartennutzung kontinuierlich und effizient bearbeiten zu können, wurde im Anschluß vor zwei Jahren ein Gremium, der Baluga-Rat gewählt, bestehend aus vier Vertretern unterschiedlicher Gruppen, sowie Pastor Björn Begas.

Folgende Personengruppen nutzen den Garten
- Eine Imkerin ist mit einem Bienenwagen auf dem Gelände vertreten, und führt u.a. Veranstaltungen für Kinder durch
- Menschen aus der Gemeinde erleben den Luthergarten durch aktive Mitarbeit oder an Gemeindefesten und -gottesdiensten.
- Menschen aller Religionen aus dem Stadtteil beteiligen sich an den Arbeiten im Garten
- Geflüchtete sind in das Projekt durch die Wohnkate sowie durch das angrenzende Gelände der Kleiderkammer der Luthergemeinde (inklusive Cafe) eingebunden
- Jugendliche Straftäter leisten unter Anleitung von AMA e.V. Sozialstunden im Garten
- Kinder haben die Möglichkeit, auf spielerische Weise Kontakt zur Natur aufzunehmen
- Eine weitere Gruppe kümmert sich um die Aufzucht und Pflege von Hühnern und Tauben

4. Ergebnisse
Der Luthergarten ist ein lebendiges Projekt und daher nicht "fertig".

4.1 Ort des Lernens
Kinder können im Garten direkte Erfahrungen mit der Natur machen, z.B. der Gemeindekindergarten nutzt das Gelände für Naturtage. Zusätzlich gibt es einen angeleiteten Bereich "Kinderwildnis" in dem Kinder auf Entdeckungstour gehen können.
Im Sommer werden für Kinder "Ferien ohne Koffer" angeboten, in denen ein betreuter Aufenthalt im Gartenprojekt ermöglicht wird.
Der Gemüsegarten bietet Themen der Permakultur als Seminarreihe an.

4.2 Interkulturelle Ausrichtung
Die interkulturelle Ausrichtung des Gartens, auch durch die in dem Garten mitwirkenden Flüchtlinge, macht das Projekt zum Lernort für den Umgang mit kulturellen Differenzen und zum Ort globalen Lernens.

4.3 Refugium für Tiere und Pflanzen
Durch eine Fokusierung auf ein Miteinander von Mensch und Natur und eine Abkehr vom Gedanken des "maximalen Nutzens" bekommen Pflanzen und Tiere einen Schutzraum.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Luthergarten wird nach Grundsätzen der Permakultur geführt.
Dies bedeutet z.B., dass auf künstlichen Dünger, Pestizide und Fungizide komplett verzichtet wird. Stattdessen werden Pflanzengemeinschaften gefördert, die sich gut ergänzen und sich wechselseitig vor Schädlingen schützen. Gedüngt wird mit Gründüngung (Anbau von Pflanzen, wie Leguminosen, die den Boden verbessern) und natürlichen Materialen wie z.B. Pflanzenkohle und Hühnermist.

Die biologische Diversität wird u.a. gefördert dadurch, dass keine rigorose Selektion von Pflanzen nach Nützlichkeitskriterien betrieben wird, und gezielt Areale unbewirtschaftet bleiben, die für Insekten und Kleinlebewesen einen Schutzraum bieten.

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=zDh9sdNgxXw


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Besuchen Sie uns

Luthergarten Bahrenfeld

Holstenkamp 87
22525 Hamburg

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Björn Begas
Tel.:040/892682
begas@lutherkirche.net
http://www.lutherkirche.net/page/4257/luthergarten

 

Weitere Infos

Luthergemeinde Bahrenfeld
Hamburg

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