Sonderwettbewerb Soziale Natur

Wasser im Fluss

Die Grundlage für das Kommunale Integrationsprojekt „Wasser im Fluss“ bildet die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die am 22.12.2000 in Kraft getreten ist. Ihr Ziel ist die Schaffung eines guten ökologischen Zustandes aller Gewässer in Europa. Seit 2004 setzt das Projekt Wasser im Fluss diese Ziele als eines von drei Projekten in ganz Deutschland um. Angetreten, den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten, stehen alle Kooperationspartner (Bezirksregierung Detmold, Kreis Lippe, alle Kommunen des Kreises Lippe, Arbeitsgemeinschaft Arbeit, Arbeitsverwaltung) in ständigem Kontakt.
Die Umsetzung der einzelnen Projekte erfolgt über die Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA). Als Integrationsunternehmen stellt die AGA hierfür die notwendige fachliche Kompetenz, aber auch die entsprechenden Mitarbeiter zur Verfügung. Beschäftigt werden über das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ acht Mitarbeiter und über Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung nach § 16 d Satz 2 SGB II sieben Mitarbeiter. Die Leitung vor Ort übernehmen eine Projektkoordinatorin, ein Projektleiter und zwei Anleiter.

Aufgabe des Kommunalen Integrationsprojektes „Wasser im Fluss“ ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Vorrangiges Ziel der WRRL ist die Schaffung eines guten ökologischen Zustandes aller Gewässer in Europa. Bis 2027 soll dieses Ziel erreicht sein. Im Kreis Lippe wird seit 2004 daran gearbeitet, dieses Ziel zu erreichen. Deutschlandweit ist „Wasser im Fluss“ eines von drei Projekten, die mit dem Einsatz eines Beschäftigungsträgers Maßnahmen am und im Gewässer umsetzen.
Der Schutz der Gewässer als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Trinkwasserressource ist ein wichtiges Thema der europäischen sowie der nordrhein-westfälischen Umweltpolitik. Der Zustand der Gewässer wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Gewässer werden seit Jahrhunderten intensiv genutzt. Die großen Flüsse und Kanäle sind Verkehrsadern für NRW und Europa. Flüsse und Bäche nehmen gereinigtes Abwasser auf, sie sind aber auch Erholungsraum. Das Grundwasser sowie die Talsperren im Land sind Trinkwasserreservoire. Wegen der vielfältigen Nutzung kann nicht an allen Stellen der gute ökologische Zustand erreicht werden. Bäche, Flüsse und Seen bilden Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Unter Berücksichtigung der Nutzungen sollen die Gewässer in Richtung eines guten ökologischen Zustandes entwickelt werden. Dabei sind unsere Gewässer einzigartige Lebensräume mit einer hohen ökologischen Vielfalt, die es zu erhalten und zu schützen gilt.
Im Kreis Lippe setzt man auf interkommunale Zusammenarbeit. So sitzen bei „Wasser im Fluss“ alle Projektpartner an einem Tisch, um möglichst schnell und formlos Maßnahmen umsetzen zu können. Die erzielten Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter vor Ort, tragen in erheblichem Maße zu den v. g. Zielen bei und dienen ausschließlich der breiten Öffentlichkeit.

Das Projekt bietet insbesondere gering qualifizierten Personen, die unter entsprechender fachlicher Anleitung verhältnismäßig schnell angelernt werden können, die Möglichkeit, durch den hohen „Handarbeitsanteil“ auf vorhandene handwerkliche Fähigkeiten aufmerksam zu machen. Für den allgemeinen Arbeitsmarkt erwerben sie zwingend notwendige Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Qualitätsbewusstsein. Durch fachliche und persönliche Qualifikation werden die Vermittlungschancen der einzelnen Teilnehmer deutlich erhöht. In fachlicher Hinsicht werden praktische und theoretische Fähigkeiten aus dem Bereich des Garten- und Landschaftsbaus mit dem Schwerpunkt „naturnahe Gewässerentwicklung“ vermittelt.
Sozialer Auftrag der AGA ist die ideelle und materielle Förderung und Unterstützung zur Eingliederung solcher Jugendlicher und Erwachsener in das Arbeitsleben, die ohne besondere Hilfen auf dem "allgemeinen Arbeitsmarkt" nicht dauerhaft Fuß fassen können, weil sie durch seelische Krankheiten, Behinderungen oder durch Langzeitarbeitslosigkeit in ihrem Leistungs- bzw. Anpassungsvermögen eingeschränkt sind. Diese Beeinträchtigungen sind jedoch nicht so schwer, dass für sie die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Frage kommt bzw. auf Dauer zu vertreten ist.

Aktuell wird unter anderem ein gehörloser Mitarbeiter beschäftigt, der durch seine Leistungen den hörenden Mitarbeitern in nichts nach steht. Auch gibt es immer wieder Kooperationen mit Förderschulen im Kreis Lippe.

Während der Umsetzung einzelner Projekte wird von allen Projektpartnern Wert auf die Beteiligung der Öffentlichkeit gelegt. Neben einem Internetauftritt werden bei größeren Projekten Workshops oder Mitmachaktionen organisiert. Für Schulen oder Kindergärten kann eine Interaktive Wanderausstellung kostenfrei gebucht werden. Um die Vielfältigkeit und Schönheit der lippischen Gewässer bekannter zu machen, wurden in allen lippischen Kommunen Geocaches gelegt. Die Geocaches haben alle einen Bezug auf eine durch das Projekt durchgeführte Maßnahme, oder führen an einen naturnahen Ort am Gewässer. Die Teilnahme an Veranstaltungen zum Weltwassertag oder sonstigen Umweltveranstaltungen im Kreis Lippe wird regelmäßig organisiert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Neben den arbeitsmarktpolitischen Zielen wird durch folgende Einzelmaßnahmen die biologische Vielfalt an lippischen Gewässern gefördert.
• die Wiederherstellung und Erhaltung der natürlichen Dynamik, der Struktur und Funktionsfähigkeit der Fließgewässer z. B. durch den Einbau von Totholz, Faschinen oder der Förderung von Verklausungen
• die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit z. B. durch die Entnahme von Betonverbauten im Gewässer oder im Uferbereich
• die Beseitigung von Verrohrungen und Betonteilen zur Offenlegung und Neutrassierung eines Gewässers
• das Entfernen von standortfremden Gehölzen wie z. B. Fichten; die Durchführung von Pflanzarbeiten mit standortgerechten Gehölzen im Ufer oder Auenbereich
• die komplette Renaturierung von Gewässerabschnitten z. B. durch Abflachen der Uferbereiche oder auch der Entfernung von Fremdverbau
• die Schaffung von Vernässungsbereichen in Auen
• Einbringen von naturnaher Ufersicherung wie Natursteine oder Faschinen
• Strukturanreicherung durch Einbringen von Störsteinen (z.B. Verringerung der Fließgeschwindigkeit) oder Anreicherung der Sohle durch das Einbringen von Kiesdepots


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Dokumente

Flyer zum Projekt Wasser im Fluss

 

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Öffnungszeiten: Mo-Do 7.00-16.00, Fr 7.00-14.00, oder nach Vereinbarung

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Tel.:05231961623
vespermann@aga-detmold.de
http://www.wasser-im-fluss.de

 

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