Das Konzept der Eh da-Flächen

Das Konzept der Eh da-Flächen beinhaltet eine geodatenbasierte Erfassung von Flächen, die in der Agrarlandschaften und im Siedlungsbereich sowieso vorhanden sind, damit anschließend standortspezifische Aufwertungsmaßnahmen zur gezielten Flächenvernetzung zur Förderung der Artenvielfalt auf Landschaftsebene durchgeführt werden können.

Eh da-Flächen sind in der Agrarlandschaften und im Siedlungsbereich sowieso vorhanden (eh da) und unterliegen weder einer (land-)wirtschaftlichen Nutzung noch einer naturschutzfachlichen Pflege.
Eh da-Projekte werden freiwillig durchgeführt, in der Regel von Kommunen. Bundesweit werden aktuell über 40 kommunale Eh da-Projekte begleitet. Diese haben das Schutzziel "Biene" im Fokus, um v.a. für Wildbienen adäquate Nist- und Nahrungshabitate (kombinierte Lebensräume) zu schaffen.
Mittels geodatenbasierter Methoden können Eh da-Flächen lokalisiert, quanti- und qualifiziert werden. So können gezielte Begehungen erfolgen, um auf Basis des ökologischen Ausgangszustands Lebensraumpotenziale für Bienen zu identifizieren und geeignete Aufwertungsmaßnahmen (z.B. Anlage von Blütenpflanzen, Nisthilfen oder alternierende Mahdregime) zu planen. Um dabei Akzeptanz für die Maßnahmen innerhalb der Kommune zu schaffen, dienen interaktive WebGIS-Plattformen der transparenten Dokumentation und können gleichzeitig einen Beitrag zur Umweltbildung leisten.
Insbesondere Larvalhabitate sind für eher wenigen Passanten als solche erkennbar bzw. für das Auge häufig unattraktiv. Daher ist ein weiter Kern des Eh da-Konzepts durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge, Publikationen oder Infotafeln verständlich zu informieren und die Bürger zu beteiligen.
Auf Eh da-Flächen können neben Insekten diverse andere Schutzziele bzw. Arten gefördert werden, wodurch diverse Beiträge zur Förderung der biologischen Vielfalt erfolgen können: (regionaltypische) Pflanzen (z.B. blütenreiche Stauden, Wildobst, mehrjährige Blühsaatmischungen), Amphibien, Kleinsäuger, Nützlinge, Destruenten, etc.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

In Abhängigkeit der Landschaftsstruktur beträgt das Eh da-Flächenpotenzial 2-6% einer Gesamtlandschaft (vgl. www.hortipendium.de/Eh_da_Flächen). Insbesondere vor dem Hintergrund immenser täglicher Flächenversiegelungen nimmt die Konkurrenz um die Ressource Fläche zu. Darunter hat auch die biologische Vielfalt zu leiden.
Beispiele für Eh da-Flächen sind Wegebegleiflächen, Verkehrsböschungen, Dämme, Gemeindegrün oder unbewirtschaftete Eckflächen in der Agrarlandschaft, die i.d.R. in einem monotonen ökologischen Ausgangszustand (v.a. gräserdominiert) sind und ein erhebliches Aufwertungspotenzial bieten. Da viele Eh da-Flächen im Umfeld von Infrastruktureinrichtungen liegen (z.B. Verkehrswege), durchziehen sie netzadrig jede Landschaft. Ihre Form häufig longitudinal und bietet die Funktion von Trittsteinbiotopen. So können mit der gezielten Aufwertungen von Eh da-Hot-spots Flächen bzw. Biotope einer Landschaft vernetzt werden.
Besonders durch die Erhöhung des Blütenangebots können dabei blütenbestäubende Insekten (Pollinatoren) im allgemeinen profitieren, die Ökosystemdienstleistung Bestäubung gefördert sowie ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet werden.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Eh da-Flächen nutzen - Artenvielfalt fördern.Praxisleitfaden für Anlage und Pflege

 

Besuchen Sie uns

Eh da-Pilotflächen in der Vorderpfalz

Breitenweg 71
67435 Neustadt

Öffnungszeiten: immer begehbar

Herr Mark Deubert
mark.deubert@agroscience.rlp.de
http://www.hortipendium.de/Eh_da_Flächen

 

Weitere Infos

RLP AgroScience - Institut für Agrarökologie
Neustadt

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld