Pflanzt Futter für Wildbienen

Zurzeit ist das Insektensterben in aller Munde. Da diese Tiergruppe einen wichtigen Baustein im ökologischen Netzwerk darstellt, ist es wichtig, hier entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In den Fokus der Kampagne wurden die Wildbienen gestellt. Sie sind nicht nur gut zu beobachten, sondern weisen auch eine faszinierende Lebensweise auf. Da darüber hinaus schon einfache Maßnahmen schnell erste Erfolge zeigen, sind sie als Zielgruppe besonders geeignet. Wichtigstes Ziel der Kampagne ist die Schaffung neuer Lebensräume. Dazu werden an den unterschiedlichsten Stellen im Kölner Stadtgebiet neue Lebensräume in Form von Blühflächen und Nisthilfen angelegt. Die Lebensräume werden teilweise in Eigenregie und teilweise mit Partnern aus dem Naturschutz oder aus Unternehmen angelegt und langfristig unterhalten. Insgesamt konnte bisher mit acht verschiedenen Partnern an 18 Orten mit der Umsetzung begonnen werden. Weitere Flächen sollen folgen. Eine zugehörige Informationskampagne mit Flyern, Saatguttütchen, Jahreskalender, Informationsveranstaltungen, Aktionstagen und Internetauftritt macht auf die Notwendigkeit des Wildbienenschutzes aufmerksam und zeigt, was man selber tun kann. So möchten wir alle motivieren, auch im eigenen Umfeld mit Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Natur tätig zu werden. Durch die Verknüpfung mit anderen Biodiversitätsprojekten (u.a. Spatzenprojekt, Schulgartenprojekt) wird eine Verstetigung der Schutzmaßnahmen erzielt.

Im Rahmen des Projektes konnten bisher folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
I. Lebensräume schaffen
Wichtigstes Ziel der Kampagne ist die Schaffung neuer Lebensräume. Dazu werden auf ökologisch weniger wertvollen Flächen an den unterschiedlichsten Stellen im Kölner Stadtgebiet neue Blühflächen angelegt. Diese umfassen in der Regel einen Wiesenanteil, eine Staudenpflanzung, und eine Nisthilfe. An manchen Standorten werden zusätzlich geeignete Gehölze gesetzt. Bei den Pflanzungen wird auf eine regionale Herkunft geachtet. Eine Informationstafel weist auf die Notwendigkeit des Wildbienenschutzes hin. Die Flächen werden teilweise in Eigenregie durch die Stadt Köln und teilweise in Kooperation mit Partnern aus dem Naturschutz oder aus Unternehmen angelegt und langfristig unterhalten. Insgesamt konnte bisher mit zehn verschiedenen Partnern an 18 Orten mit einer Umsetzung begonnen werden. Drei Flächen sind fertiggestellt und die ersten Wildbienen auch bereits in die Nisthilfen eingezogen. Weitere Flächen werden folgen. Insgesamt liegt bei der Umsetzung der Fokus neben den öffentlichen Flächen auf den Bildungseinrichtungen. Bereits sieben Schulen sind bereits mit dabei.
Unterstützt wird das Umweltamt bei den Aktivitäten bislang durch den NABU Stadtverband Köln, den BUND Köln, die SDW Köln, den Thurner Hof, die HonigConnection, die VHS, die Universität zu Köln Biologiedidaktik, den Kölner Zoo, die städtischen Friedhöfe, die Biobildungslandschaft Kalk und Finkens Garten.
Da die Flächen eine Reihe von ökologischen Strukturen aufweisen, haben sie nicht nur eine Bedeutung für Wildbienen, sondern tragen zumindest als Teillebensraum für viel heimische Arten auch insgesamt zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in der Stadt bei. Zusätzlich leisten sie als Naturerfahrungsräume in denen vor allem für Kinder die Begegnung mit heimischen Arten und damit deren Wertschätzung vermehrt möglich wird, einen wichtigen Beitrag.
II. Informieren
Um mehr Menschen für die Natur und den Schutz der biologischen Vielfalt zu begeistern, sensibilisiert die zugehörige Informationskampagne für die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen und klärt darüber auf, wie man auch im eigenen Lebensumfeld mit einfachen Mitteln zu einer Verbesserung beitragen kann.
Flyer:
Gerade über die Bepflanzung von Gärten, Terrassen und Balkone können bei Verwendung der richtigen Pflanzen wichtige Nahrungsquellen für Wildbienen geschaffen werden. Gemeinsam mit dem Kölner Zoo wurde daher ein Flyer entwickelt, der zeigt, welche Arten sich besonders gut eignen.
Saatguttütchen:
Damit die Umgestaltung im eigenen Umfeld erleichtert wird, wurden, ebenfalls in Partnerschaft mit dem Kölner Zoo, Saatguttütchen mit einer insektenfreundlichen Wiesenmischung aus regionaler Herkunft entwickelt und an Interessierte Bürgerinnen und Bürger verteilt.
Jahreskalender Wildbienen:
Da den meisten Menschen zwar die Honigbienen, nicht jedoch die Wildbienen bekannt sind, wurde für das Jahr 2018 in Kooperation mit der SDW Köln ein Jahreskalender mit 12 in Köln heimischen Wildbienenarten erstellt. Die Rückseiten der Monatsblätter beinhalten Informationen zu Leben und Schutz der einzelnen Spezies. So bleibt das Thema des Wildbienenschutzes das ganze Jahr präsent.
Wildbienenlehrpfad:
Um auf anschauliche Weise Biologie und Schutz der Wildbienen zu vermitteln, wird momentan auf Gut Leidenhausen in Kooperation mit der SDW Köln und finanzieller Unterstützung der HIT-Umweltstiftung ein Wildbienenlehrpfad errichtet. Über geeigneten Strukturen und 10 Informationstafeln soll er ab Sommer 2018 allen Interessierten einen Einblick in die faszinierende Welt der Wildbienen gewähren.
Internet:
Der Internetauftritt auf den Seiten der Stadt Köln informiert umfangreich über die Biologie einzelner Wildbienenarten und deren Schutz und gibt Tipps zu wirksamen Maßnahmen. Zusätzlich wird über die im Rahmen des Projektes umgesetzten Aktionen berichtet. Eine Karte zeigt, wo neue Lebensräume angelegt werden und dokumentiert so den Fortschritt des Projektes.
Informationsveranstaltungen:
Im Rahmen von verschiedensten Veranstaltungen wird über Vorträge und Aktionen die Notwendigkeit des Wildbienenschutzes und der Bezug dieser Artgruppe zu unserem eigenen Lebensumfeld thematisiert. Daraus haben sich bereits erst Aktivitäten der Bürgerschaft und neue Kooperationen ergeben.

Das Wildbienenprojekt wird zusätzlich mit den bisherigen Biodiversitätsprojekte der Stadt (Spatzenprojekt, Schulgartenprojekt, Naturforscherkiste) verknüpft. So wird das ökologische Zusammenwirken deutlich und Synergieeffekte können genutzt werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die Anlage strukturreicher Lebensräume an möglichst vielen Stellen im Stadtgebiet wird die biologische Vielfalt vor Ort erhöht. Die Maßnahmen bieten dabei außer den Wildbienen auch jeweils einer Reihe anderer heimischer Arten einen geeigneten Lebensraum. Die neu geschaffene Präsenz von Natur im städtischen Umfeld soll über den reinen Schutzaspekt hinaus die Städter zusätzlich für die Aspekte der Artendiversität sensibilisieren. Über verschiedenen Informationskampagnen und einen Internetauftritt werden die Bürgerinnen und Bürger anhand der Leitartengruppe der Wildbienen weiterhin darüber informiert, welche Bedeutung Artenvielfalt für uns Menschen hat und dass auch sie selber einen Beitrag zur Verbesserung leisten können. Hilfreiche Tipps über Flyer und Internet sollen eine wirksame Umsetzung sicherstellen und tragen auf diese Weise zu einer weiteren Stärkung der Natur bei. Eine enge Kooperation mit verschiedenen Partnern, vor allem aus dem Naturschutz, schafft die Grundlage zur Verstetigung des Projektes und steigert darüber zusätzlich die Wirksamkeit. Insbesondere durch den Einbezug von Bildungseinrichtungen wird eine multiplikatorische Wirkung erzielt.


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Dokumente

Wildbienenkalender

Wildbienenflyer

Standorte der bisher neu geschaffenen Lebensräume

 

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http://www.stadt-koeln.de/wildbienen

 

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Köln

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