Essbare Biosphärenstadt

Das Projekt „Essbare Stadt“ umfasst neben der gärtnerischen Gestaltung von Beeten in Mitten der Stadt (mit Nutz- und Blühpflanzen) vor allen Dingen die Förderung der Biodiversität. Dazu wurden beispielsweise etliche Flächen in und um die Stadt urbar gemacht und Biotope angelegt, die seltenen Pflanzen und Tieren die Möglichkeit der Wiederansiedlung bietet. Ein Schwerpunkt liegt in der Nachhaltigkeit des Projektes. Diese Nachhaltigkeit wird unter anderem durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit in Schulen, Kindergärten und Organisationen erreicht und verankert somit ökologisches Denken und Handeln.

Ob Salate, Kräuter, Erdbeeren… - Ernten ist ausdrücklich erlaubt, jeder darf sich bedienen! Das auf der Berücksichtigung von Nutzpflanzen auf öffentlichen Flächen basierende Projekt will das Thema Natur stärker im Bewusstsein der Stadtbewohner verankern, die Wertschätzung und Nachhaltigkeit für regionale Produkte stärken sowie Interesse und Zugang zu einer bewussten, gesunden Ernährung und zu gärtnerischen Aktivitäten im unmittelbaren Lebensbereich schaffen.
Die Innenstadt profitiert fast nebenbei durch eine optische Aufwertung und nachhaltige Gestaltung der Grünflächenanlagen mit neuen Ruhe- bzw. Rückzugspunkten. Interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben sich nach und nach zudem für soziale Netzwerke und Jugendarbeit. Somit werden durch die Umsetzung zeitgleich Ziele des Biosphärenreservates sowie des Bildungs- und Kommunikationssektors bedient.
Ganz nebenbei werden bei der Pflanzenkultivierung neben den Kräuter- und Nutzpflanzen für die Küche natürlich auch ökologische und pflegetechnische Gesichtspunkte mit bedient.
Die bisher kaum genutzten Grünflächen im Stadtgebiet wurden durch das Einpflanzen von Kräutern (z.B. Bergbohnenkraut, Rosmarin, Oregano, Thymian, etc.) und Stauden wie zum Beispiel Frauenmantel, Katzenminze, Salbei, Fetthenne, Duftnessel, Färberkamille, Rotblühender Scheinsonnenhut, Prachtkerze, Purpurglöckchen u. v. m. in blühende Gärten verwandelt. Hierdurch wurde die Basis für eine biologische Vielfalt gelegt. Denn es entstanden notwendige Lebensräume sowie Nahrungsquellen von Schmetterlingen, Marienkäfern, Bienen und Co. In einem Lebensraum, der heutzutage mehr und mehr durch den Menschen eingeschränkt oder verdrängt wird.
Neben den mit Nutzpflanzen gestalteten Flächen existiert auch ein Bürgergarten, in dem mehrere Bereiche vereint sind:
Schulen und Kindergärten haben dort ihre Beete, die sie bearbeiten und beernten dürfen. Somit wird ökologisches und nachhaltiges Handeln an die Kleinsten weitergeben.
Ferner existieren im Bürgergarten neben den Pflanzbeeten auch mehrere Bienenvölker. Hier arbeitet die Stadt Blieskastel eng mit dem örtlichen Imkerverein zusammen. Es gibt einen Bienenlehrpfad und am Tag der offenen Gartenpforte klären Vorträge und Gespräche die Bürger über die Bedeutung der Honigbiene auf. Zusätzlich wird Honig gewonnen und an die Bürger verschenkt.
Daneben existiert im Bürgergarten ein kleiner Teich, der neben Libellen auch Molchen und Fröschen zum Anzugspunkt wird.
Streuobstwiesen wurden neu angelegt und bieten neben der Möglichkeit der Obsternte auch seltenen Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum (z.B. Waldkauz). Hier gibt es eine Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein der Region. Er übernimmt die Pflege der Bäume und der Wiesen (Obstbaumschnitte und weitere Pflegemaßnahmen).
An den Bäumen wurden Nistkästen befestigt (wie in der gesamten Stadt). Hier greift die Zusammenarbeit mit dem NABU, der die Nistkästen der Vögel sowie die Schlafkästen der Fledermäuse pflegt und überprüft.
Durch aufgestellte Insektenhotels werden Insekten, die auf den explizit für sie angelegten Blumenwiesen genügend Nahrung finden, angelockt. So siedeln sich beispielsweise immer mehr Wildbienen an.
Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit dem städtischen Forst (Dr. Wolf). Er verankert durch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten das ökologische Bewußtsein bei den Kindern.

Die PFLEGE dieser Projektbestandteile übernehmen zum einen die Schulen und Kindergärten, zum anderen aber auch das Zentrum für Bildung und Beruf durch die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, die vom Jobcenter Saarpfalzkreis zur Verfügung gestellt werden.

MEDIENARBEIT wird zum einen durch die schön gestaltete Internetseite der Stadt Blieskastel geleistet, in der das Projekt explizit erklärt wird (www.stadtblieskastel.de).
Zum anderen findet das Projekt immer wieder Erwähnung in der örtlichen Presse (Amtsblatt, Wochenspiegel und Saarbrücker Zeitung). Veranstaltungen wie „der Tag der offenen Gartenpforte“ oder Fachvorträge sowie Neuerungen werden den Bürgern mitgeteilt.
Zusätzlich findet das Projekt immer wieder im örtlichen Radiosender Beachtung, indem Gärtner von ihren Tätigkeiten und der Bedeutung des Projektes berichten.

Zur Bezuschussung der Projektfinanzierung wurde ein sogenannter LEADER-Antrag gestellt. Bei „LEADER“ handelt es sich um ein EU-Förderprogramm, das speziell für ländliche Räume ins Leben gerufen wurde, mit dem Hauptanliegen, Themen, Projekte und die Menschen einer Region untereinander zu vernetzen, um gemeinsame Ziele umzusetzen und durch die Verknüpfung von Projekten einen Mehrwert für die Region zu schaffen. Der Rest wird von der Stadt Blieskastel selbst finanziert.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Im Zuge des eigentlichen Projektes „Essbare Biosphärenstadt“ wurde schnell erkannt, dass es im Stadtgebiet Flächen gibt, die ein großes Potential für den Erhalt eines ökologischen Gleichgewichtes bieten. So wurde durch das gezielte Ausbringen von speziellen, regional hergestellten, Blütenmischungen in Kreiseln und an Wegrändern ein Nahrungsangebot speziell für Insekten (insbesondere Wildbienen und Schmetterlinge) geschaffen, das es oft in Städten so nicht mehr gibt. So sichern Pflanzen mit ihren wertvollen Pollen- und Nektarquellen das Überleben der gefährdeten Honigbiene.
Durch die große Anzahl von Insekten können sich heimische Vogelarten wieder ansiedeln und es entsteht eine Nahrungskette. Zusätzlich soll durch das Anlegen einer Streuobstwiese eine Ansiedlung von möglichst vielen Tierarten, wie seltene Schmetterlinge (Tagpfauenauge), Fledermäuse, eventuell Steinkauz, Wiedehopf oder Grünspecht ermöglicht werden. Darüber hinaus sind Streuobstwiesen wichtig für den Klimaausgleich.


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Biosphärenbürgergarten

Zweibrücker Straße 1
66440 Blieskastel

Öffnungszeiten: 9:00 Uhr - 16:00 Uhr

Herr Ternes Andreas
Tel.:06842-926-1306
andreas.ternes@blieskastel.de
http://www.blieskastel.de

 

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