Wendehals und Wiedehopf - Unterstützung von bedrohten Insektenfressern

Die Lebensverhältnisse der beiden Insektenfresser und Höhlenbrüter Wendehals und Wiedehopf haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Damit diese früher verbreiteten Arten nicht ganz aus der heimischen Fauna gestrichen werden müssen, bedarf es, sich mit der aktuellen Entwicklung der Arten in Bayern zu befassen und auch ehemalige Bruttraditionen im Landkreis genau zu dokumentieren und die dortigen Nahrungsverhältnisse zu überprüfen.

Untersuchungen am Wiedehopf gibt es im Landkreis Roth bereits seit 1956. Bis 1964 war die Art um Hilpoltstein an 20 Stellen vertreten. Die Lebensraumverhältnisse der beiden Insektenfresser und Höhlenbrüter Wendehals und Wiedehopf haben sich in den letzten Jahrzehnten aber so stark verändert, dass die eine Art (Wendehals) ihre Hauptnahrung (Bodenameisen) nur noch punktuell in ausreichendem Maße findet und die andere Art (Wiedehopf) durch das Verschwinden der Großinsekten und Rückgang der Schafbeweidung auf der Fläche bei uns so selten ist, dass sie vom Aussterben bedroht wird.
In den sehr zerstreut liegenden Gebieten im Landkreis Roth mit heute noch geeigneten Nahrungsbedingungen fehlt es aber häufig an geeigneten Bruthöhlen für die beiden Arten. Hier setzt unsere Hilfe an: In Abstimmung mit erfahrenen Fachleuten bauen wir Nisthilfen, die den artspezifischen Ansprüchen gerecht werden. Die Kästen werden mit Genehmigung der Grundbesitzer aufgehängt und während der Brutsaison verantwortungsbewusst kontrolliert. Die Ergebnisse der Kontrollen werden protokolliert und nachgewiesene Bruten der Zielarten dokumentiert.
Erfolg beim Projektteil Wendehals:
Schwerpunkt-Lebensräume bei der Wendehals-Unterstützung im Landkreis sind Sandgruben in Waldbereichen. Hier wurden in den ca. 60 angebotenen spezifischen Nistkästen 2016 insgesamt 8 Bruten des Wendehalses registriert. 2017 waren es in 130 Nisthilfen schon 11 Wendehalsbruten. Zudem gab es in dieser Saison 2 Bruten an einem Golfplatz und 1 Brut in einer Streuobstwiese, ebenfalls in angebotenen Nistkästen.
2018 kamen in unseren Nistkästen von 15 begonnenen Bruten elfmal die Jungen zum Ausfliegen. Der Bruterfolg in den 3 Jahren seit 2016 war mit 78% überdurchschnittlich hoch. Durch die geräumigen Nistkästen (Modell: modifizierter Starenkasten mit 40 mm Flugloch) waren auch die Gelegegrößen zwischen 6 und 12 Eiern sehr hoch im bundesweiten Vergleich (T.Rödl, LBV mdl.).
Wir betreiben bei unserem Projekt von Anfang an eine überlegte Pressearbeit und binden die Waldbesitzer und Sandabbauer im Projekt mit ein. Zudem bekommen wir von Schulen durch Nistkastenbau Unterstützung:
- Die Schreinerausbildung der Berufschule 11 der Stadt Nürnberg baute in Zusammenarbeit mit der Regierung von Mittelfranken insgesamt 22 Wendehalskästen im Schuljahr 2016/17.
- Die Schreinerwerkstatt der Rudolf-Steiner-Schule Nürnberg
baute ebenfalls 8 Wendehals-Nistkästen
- Die Schreinerausbildung der Regens-Wagner-Stiftung Zell
baute uns auch 10 Wiedehopf-Nistkästen und half beim Aufhängen der Nisthilfen
- Die Lebenshilfe Schwabach mit Peter Auernhammer baut uns für die Brutzeit 2019 weitere 10 Wendehalskästen
- Die Grundschule Pleinfeld mit dem Rektor Christian Wagner
hing 3 Wiedehopfkästen auf und machte beim Schulfest eine Projektvorstellung mit einem Vogelquiz.
Projektkooperationen gibt es zudem mit
- Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Mittelfranken
- Landesamt für Umwelt / Vogelschutzwarte GAP
- MPI / Vogelwarte Radolfzell
- NABU Offenburg / Manfred Weber
- Bund Naturschutz / Kreisgruppe Roth
- Wagram / Niederösterreich / Manfred Eckenfellner
- LBV - Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein
- LBV - Regionalgruppe Feucht
- LBV - KG Nürnberg
- LBV - KG Neumarkt
- LBV - KG Weißenburg-Gunzenhausen
- LBV - Bezirksstelle Unterfranken
- Landkreis Roth / untere Naturschutzbehörde
- Stadt Schwabach / Untere Naturschutzbehörde
- Stadt Nürnberg / Untere Naturschutzbehörde
- Untere Naturschutzbehörde Nürnberger Land
- Landschaftspflegeverband Mittelfranken
- Bayerische Staatsforsten / Forstbetrieb Nürnberg
- Bayerische Staatsforsten / Forstbetrieb Allersberg
- AELF Roth / Forstverwaltung
- Deutsche Bahn / Netzagentur / Flächenmanagement
Der Projektumfang hat sich seit 2015 sowohl im Nistkastenangebot verdreifacht als auch in der Kooperation mit anderen Stellen stark vergrößert.Inzwischen gibt es seit 2017 ein bayernweites Projekt. Das Landkreis-Projekt ist dabei langfristig angelegt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Für eine insektenreiche Landschaft mit hoher biologischer Vielfalt können Wendehals und Wiedehopf heute als Indikatoren gelten. Beide haben zudem als Höhlenbrüter noch spezifische Ansprüche an ihre Fortpflanzungsstätten in geeigneten Nahrungslebensräumen.
Der Ansatz der Projektgruppe Wendehals-Wiedehopf der Kreisgruppe Roth-Schwabach des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern ist das Zusammenbringen von noch vorhandenen günstigen Nahrungslebensräumen mit bereitgestellten Brutmöglichkeiten, wenn die natürlichen Nistmöglichkeiten fehlen.


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Dokumente

Wendehals in Mittelbayerische Sonntagszeitung 04.09.2016.pdf

Erfolg des Projektes 2017 beim Wendehals

STADTNATUR - Förderpreis der Stadt Schwabach

 

Besuchen Sie uns

Projektgruppe Wendehals-Wiedehopf / Projektleiter

Karl-Plesch-Str.
90596 Schwanstetten OT Leerstetten

Öffnungszeiten: nach Absprache, Besuch ausgewählter Plätze im Landkreis Roth

Herr Klaus Brünner
Tel.:09170 - 94 33 775
info@klaus-bruenner.de
http://roth-schwabach.lbv.de

 

Weitere Infos

LBV Kreisgruppe Roth-Schwabach
Schwanstetten OT Leerstetten

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