Sonderwettbewerb Soziale Natur

Lerngarten-Netzwerk Bremen - Gärtnern für die Zukunft

Erbsen naschen, Kartoffeln ausbuddeln oder Feuerbohnen auspalen: Diese Erfahrungen können 954 Bremer Kinder durch die ehrenamtliche Unterstützung von Kleingärtner*innen sammeln. Das biologisch angebaute Obst und Gemüse wird von den Kindern unter fachkundiger Anleitung in den insgesamt 18 Lerngärten gepflanzt, gepflegt und geerntet. Dabei lernen die Kinder ganz praktisch und mit viel Spass, was Pflanzen alles zum Wachsen brauchen und wie eine gesunde Ernährung aus der Region aussehen kann. Die erfolgreiche Vernetzung zwischen Kleingärtnervereinen und pädagogischen Einrichtungen ist bundesweit beispielgebend und fördert eine zukunftsweisende Entwicklung des Kleingartenwesens.

Kleingärten erhöhen die Lebensqualität und biologische Vielfalt in Städten erheblich – in Bremen sorgen rund 16.500 Gärten für mehr Grün und Natur in den Stadtteilen. Rund 75 % der Pächter leben in Mietwohnungen ohne eigenen Garten. Für Kindergärten und Schulen bieten Kleingärten die Chance, einen grünen Lernort außerhalb ihrer Einrichtung zu nutzen und gemeinsam mit dem Verein im Stadtteil zu einem grünen Lern- und Erlebnisort zu entwickeln. Davon profitieren vor allem Kitas und Schulen mit einem kleinen Außengelände in städtisch geprägten Bereichen wie der Bremer Neustadt oder der Vahr. Viele der Kinder dort wohnen in Geschossbauwohnungen, haben z.T. einen Migrationshintergrund und/oder beziehen Transferleistungen.

Das FlorAtrium, Umweltbildungszentrum des Landesverbandes der Gartenfreunde, vermittelt seit 2003 erfolgreich Lerngärten an pädagogische Einrichtungen und moderiert den Kontakt zum Vereinsvorstand. Für die Kooperationen wurde eine Patenschaftsvereinbarung entwickelt, welche die Rahmenbedingungen für das Projekt festlegt. Die Vereine übernehmen die Patenschaft für den Lerngarten, unterstützen die Kitas und Schulen in der laufenden Grundpflege und nehmen an Fortbildungsangeboten des FlorAtriums teil. Im Mittelpunkt stehen der Austausch und das Miteinander im Garten. Die Gartenfreunde betreuen die Lerngärten im Ehrenamt und geben dabei ihr traditionelles Wissen und die regionale Gartenkultur an die Kinder und Fachkräfte weiter. Das gemeinsame Gärtnern, Ernten und Verarbeiten der Gartenprodukte fördern das soziale Miteinander, den interkulturellen Austausch und schaffen Teilhabe im Stadtteil. Alle Beteiligten sammeln neue Erfahrungen, bauen Hemmschwellen ab und profitieren voneinander. Für die Kinder steht der Lernort Garten und das Erleben authentischer Bezugspersonen im Vordergrund. Die Eltern kommen durch die Lerngärten oft zum ersten Mal mit dem Kleingartenwesen in Kontakt und können eine positive Identifikation mit dem Vereinswesen entwickeln. Da das Durchschnittsalter des Kleingärtners bei 60 Jahren liegt, sind Projektangebote für junge Familien zukunftsweisend. Begleitet werden die Vereins-Partnerschaften durch Netzwerktreffen, Beratungsgesprächen und Workshops von Seiten des FlorAtriums. Durch den regelmäßigen Kontakt steht das FlorAtrium in einem engen Austausch mit allen Teilnehmer*innen und kann Probleme und Kommunikationsschwierigkeiten rechtzeitig moderieren und nach Lösungen suchen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Betreuung der Gartenprojekte durch die Kleingärtner*innen ermöglicht einen Wissenstransfer regional gelebter Gartenkultur und sorgt für eine große Vielfalt von unterschiedlichen Obst- und Gemüsekulturen und lokal angepassten Sorten. Von alten Kartoffelsorten wie dem blauen Schweden bis zu für die Kinder eher unbekanntem Gemüse wie Pastinaken, Mangold oder Roter Bete, lernen die Kinder ein vom Supermarkt abweichendes Angebot kennen. Die Gartenprodukte werden direkt vor Ort oder aber in der Kita bzw. Schule verarbeitet und tragen zu einer Ökologisierung der Einrichtungen bei. In den Lerngärten sorgen naturnahe Bereiche mit Stauden, Kräutern, Wildnisecken sowie Nisthilfen für Wildbienen für eine hohe Artenvielfalt. Hier erleben die Kinder den jahreszeitlichen Wandel von Pflanzen und der Tierwelt. Der Lerngarten ist für sie ein Ort, der mit allen Sinnen entdeckt und erforscht werden kann und ihnen neue Erfahrungsmöglichkeiten bietet. Da bundesweit in Kleingärten fast 2100 Kulturpflanzenarten wachsen, tragen sie erheblich zur biologischen Vielfalt in Ballungszentren bei und spielen als Rückzugsort für Pflanzen und Tiere eine bedeutende Rolle. Das Lerngarten-Projekt ist ein Beitrag zur Modernisierung und damit zum langfristigen Fortbestand dieser wichtigen Grünflächen im städtischen Bereich.


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Dokumente

Flyer zum Lerngarten-Netzwerk

 

Besuchen Sie uns

FlorAtrium

Johann-Friedrich-Walte-Straße 2
28357 Bremen

Öffnungszeiten: Lehrgarten: Mo-Mi 8.00-16.0 Uhr, Do 8.00-17.30 Uhr, Fr 8.00-12.30 Uhr

Frau Dr Sylke Brünn
Tel.:0421-336-551-21
s.bruenn@gartenfreunde-bremen.de
http://www.gartenfreundebremen.de/index.php?id=168

 

Weitere Infos

Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. (Projektkoordination) in Kooperation mit 15 Kleingärtnervereinen und 17 Kindergärten und Schulen
Bremen

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