Tümpel für den Froschkönig

Der BUND Thüringen setzt sich im Rahmen seiner Artenschutzprojekte dafür ein, die Populationen des Laubfrosches und der Geburtshelferkröte zu stabilisieren und das Verbreitungsgebiet zu vergrößern. Bisher wurden 11 Teiche entschlammt, 6 neu angelegt und 20 Gewässer freigeschnitten. Weitere sind in Vorbereitung.

Ziel: Quellpopulationen stärken, Biotopverbund herstellen.

Ziel des Projektes ist es, Habitate des Laubfrosches mit teilweise stabilen Populationen durch die Revitalisierung von Gewässern zu stärken und als Quellpopulationen zur weiteren Ausbreitung in die Fläche auszubauen. Dazu werden in der Nähe befindliche Trittsteine mit geringer Individuenzahl ertüchtigt und neue geschaffen. Die Wiederherstellung eines funktionierenden Kleingewässernetzwerkes (StepStone) in den verbliebenen Restpopulationen soll mittel- bis langfristig der Wiederbesiedlung einstiger Vorkommensgebiete des Laubfrosches dienen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Thüringen.

Als Projektgebiete für sinnvolle Maßnahmen wurden die Teichgebiete bei Ebeleben und Neustadt / Orla, das Werratal bei Meiningen und der Krahnberg bei Gotha ermittelt. In diesen Gebieten gibt es jeweils aktuelle oder ältere Nachweise der Art. Diese Nachweise belegen, wie wichtig biotopverbessernde Maßnahmen zur Stabilisierung der Bestände sind.

Ergebnisse aus der ersten Projektphase
Von Mai 2013 bis April 2015 wurde eine erste Projektphase erfolgreich durchgeführt. Es konnten sechs Teiche entschlammt, fünf Gewässer neu angelegt und mit Unterstützung von Freiwilligen 20 Gewässer freigeschnitten werden.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz am Krahnberg bei Gotha wurden vier neue Gewässer mit einer Gesamtfläche von ca. 3.000 m² geschaffen. Die bei der Maßnahme angefallenen Wurzelballen wurden am Waldrand zu Haufen aufgetürmt und können so den Amphibien als Winterquartier dienen. Entlang einer alten Panzertrasse wurde eine Kette von Tümpeln freigeschnitten.
Innerhalb der Teichkette „Am Kahlshaus“ bei Neustadt / Orla wurden vier Teiche mit einer Gesamtfläche von ca. 5.000 m² entschlammt und ein trocken gefallenes Gewässer wiederhergestellt. Teilweise wurden die Deiche ertüchtigt und neue Ablässe eingebaut.

Im Flächennaturdenkmal „Tongruben Hohenebra“ bei Ebeleben entstand ein neues Gewässer. In diesem Projektgebiet wurde außerdem ein Teich am Ortsrand von Thalebra entschlammt – die Schlammschicht hatte eine Mächtigkeit von zwei Metern!

Projektbegleitende Maßnahmen: Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Die genannten Maßnahmen wurden von einer umfangreichen Öffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit begleitet. Hier waren vor allem Schulen die Zielgruppe, Vorträge und Exkursionen wurden aber auch für jedermann angeboten.
Für die Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen wurde ein „Laubfrosch-Rucksack“ entwickelt, von dem 20 Exemplare an Bildungseinrichtungen in den Projektgebieten abgegeben wurden. Der Rucksack enthält Bestimmungsbücher, einen USB-Stick mit Vorträgen, Spielanleitungen, Literaturverweisen, sowie Materialien zur Untersuchung der Lebensraumqualität. Dazu zählt auch der im Projekt eigens entwickelte „Artensteckbrief Laubfrosch“.
Zur Darstellung der Projektinhalte wurde ein Faltblatt gestaltet. Zudem stellten wir an einem beliebten Rad- und Wanderweg eine Informationstafel auf.

Es konnten insgesamt 127 Freiwillige geworben werden, die in ehrenamtlichen Einsätzen beim Freischneiden von Tümpeln und Teichen tätig wurden. Das sichert eine verbesserte Besonnung der Teiche. Freigeschnitten wurden 20 Tümpel und dabei fast 800 freiwillige Stunden geleistet. Wie geplant wurden für zehn Gewässer Patenschaftsverträge abgeschlossen. Die sogenannten „Teichpaten“ stellen durch regelmäßige Kontrollen und Arbeitseinsätze die nachhaltige Funktion der Biotope für den Laubfrosch sicher.

Folgeprojekt mit Erweiterung auf weitere Amphibienarten
Die erfolgreiche Arbeit aus dem Vorgängerprojekt soll in den Jahren 2016 bis 2019 fortgesetzt werden. In den beschriebenen Projektgebieten sollen an 21 Standorten insgesamt 31 Tümpel und 14 Teiche saniert und bis zu 18 Gewässer neu angelegt werden. Es sind Investitionen in Höhe von fast 300.000,- Euro geplant.
Einen dringenden Handlungsbedarf sehen wir aktuell für die Geburtshelferkröte in Thüringen. Deshalb haben wir im Folgeprojekt auch Maßnahmen für diese Art vorgesehen. Deren Lebensraumansprüche sind teilweise ähnlich (gute Besonnung), teilweise anspruchsvoller (nicht durchfrierende Gewässer zur Überwinterung der Larven) als die des Laubfrosches.

Geplante Maßnahmen
Es wird angestrebt, insgesamt bis zu 12 vorhandene, ehemals als Lebensraum für den Laubfrosch geeignete Weiher oder Teiche in ihrer Biotopfunktion wiederherzustellen. Sie sollen von Schlamm befreit werden, um die weitere Verlandung zu verhindern und offene Wasserflächen zu etablieren. Wo es nötig ist, sollen Deiche und Ablässe saniert werden, um sie als Gewässer zu reaktivieren. Bis zu 31 Tümpel sollen durch Verdichtung in ihrer Funktion wiederhergestellt bzw. optimiert werden. Außerdem sollen in der Nähe bereits besiedelter Gebiete insgesamt bis zu 17 fischfreie Gewässer unterschiedlicher Größe als Trittsteinbiotope neu angelegt werden. Im Frühjahr 2017 und 2018 wurden bisher 5 Teiche entschlammt und ein Gewässer neu angelegt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Laubfrosch (Hyla arborea) und die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) sind als stark gefährdete Arten der Roten Liste Thüringens in ihrem Bestand bedroht. Sie werden außerdem im Anhang IV der FFH-Richtlinie als streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse geführt. Maßnahmen zur Erhaltung der beiden Arten sind somit dringend geboten.


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Dokumente

Faltblatt Laubfrosch

laminierter Steckbrief Laubfrosch

 

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BUND Projektbüro Laubfrosch

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98617 Meiningen

Öffnungszeiten: nur nach Voranmeldung

Herr BUND Thüringen Thomas Wey
Tel.:03693 - 42012
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Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V.
Meiningen

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