Der Artenvielfalt auf der Spur

Einblick in die biologische Vielfalt ermöglichen wir mit einer für Kinder und Laien offenen Feldforschungsaktion, im Rahmen von sogenannten GEO-Tagen. Dabei werden auf einer, jedes Jahr neu festgelegten Fläche von ca. 80 h, innerhalb von 24 Stunden nach möglichst vielen verschiedenen Arten an Pflanzen, Tieren oder Pilzen gefahndet. Im Herbst gibt es einen Extra-GEO-Tag nur für Pilze. Den Kindern beim Kinder-GEO-Tag und den erwachsenen Laien machen diese intensiven „Artenkennertage“ besondere Freude. Als Begleitung eines Experten suchen sie mit nach dem besonderen Tier oder der seltenen Pflanze. Da wird Artenvielfalt mit allen Sinnen erfassbar. Die Experten nehmen die Bestimmung vor und erzählen den Teilnehmern etwas über die Funde. Die Arten werden in Listen erfasst und ergänzen den Bericht, der zu jedem GEO-Tag erstellt und über die Homepage der Bund Naturschutz Kreisgruppe zugänglich gemacht wird.

GEO-Tage sind Feldforschungstage, die die Zeitschrift GEO 1999 initiiert hat. Innerhalb von 24 Stunden soll ein festgelegtes Gebiet auf seine Artenvielfalt hin untersucht werden. Wir beteiligen uns seit 11 Jahren ununterbrochen daran.

Die Bestimmung der Arten erfolgt durch Experten. Wir haben etwa 10-15 ehrenamtlich mitwirkende „Artenkenner“ aus verschiedenen Bereichen (Bäume, Pflanzen, Pilze, Vögel, Falter, Käfer, Spinnen u.a.).

Der GEO-Tag im Juni beginnt mit dem Kinder-GEO-Tag. Ca. 20 Kinder, zumeist aus den Kindergruppen der BUND Naturschutz-Kreisgruppe, kommen mit ihren Gruppenleitungen ins Basislager, wo die Spinnenexpertin schon wartet. Eingewiesen in die Fangtechniken und ausgestattet mit Fangutensilien ziehen sie in Gruppen los und fangen Käfer, Spinnen, Wanzen, Zikaden, usw. - auch ein Frosch saß schon mal in der Becherlupe. Die Tiere werden ins Basislager gebracht und anhand von Büchern und Postern grob bestimmt. Meist reicht es schon, wenn man feststellt, ob es eine Wanze oder ein Käfer ist. Auffällige Tiere finden sich meist in einem der Bestimmungsbücher. Die Kinder sind immer hochmotiviert und fast nicht zu bremsen. Die gefangenen Tiere werden an einem kühlen Ort aufgehoben und dem "zuständigen" Experten zur endgültigen Bestimmung übergeben.

Abends wird ein Lichtturm für die Falter aufgestellt und mit Bat-Detektoren nach Fledermäusen Ausschau gehalten. Der Lichtturm fasziniert die Teilnehmer ungemein. Kann man dort doch innerhalb kurzer Zeit viele verschiedene Falter und andere Insekten sehen. Gegen 24.00 Uhr wird der Turm abgebaut.

Am nächsten Morgen sammeln sich dann alle Experten und interessierte Laien am Basislager. Die Laien gesellen sich zu einem Experten ihrer Wahl, begleiten ihn und helfen beim Aufspüren der Arten oder/und führen die Artenlisten. Mittags kommen alle zu einer Brotzeit im Basislager zusammen und die einzelnen Experten stellen kurz ihre Highlights für alle vor. Da findet ein reger Austausch von Laien und Experten aber auch unter den Experten statt!

Einige entdecken hier ihre Leidenschaft für eine Artengruppe oder wenden ihr Wissen „spaßeshalber“ an. Die Organisatorin, Eveline Merches, erstellt aus den Artenlisten der Experten und den Bildern, die die beiden ehrenamtlichen Fotografen fleißig gemacht haben, einen ca. 25-seitigen Bericht. Die teilnehmenden Experten bekommen ihn als Anerkennung in gedruckter Form. Alle anderen können ihn auf der Homepage der Bund Naturschutz Kreisgruppe herunterladen.

Da im Juni die Anzahl der Pilzfunde nahe der Depressionsgrenze liegen, gibt es einen GEO-Tag nur für Pilze im Herbst. Am Vormittag suchen alle Beteiligten (bis zu 50), begleitet von zwei Pilzexperten, nach Pilzen, wobei die essbaren deutlich im Fokus sind. Die meisten aber bringen alles Pilzähnliche zu den Experten und bekommen immer alle Funde erklärt. Zwei Protokollanten führen die Artenliste. Gegen Mittag versammeln sich nochmal alle am Ausgangspunkt, die Highlights werden nochmal erklärt und der Inhalt der gefüllten Körbe auf Genießbarkeit geprüft. Nun gesellen sich weitere Experten hinzu und machen sich dann mit sehr interessierten Laien (ca. 20) nochmal auf ins Gelände. Nun ist Essbarkeit kein Thema mehr und die Forschung steht im Vordergrund. Auch zu diesem Tag erstellt die Organisatorin einen umfänglichen Bericht.

2017 haben wir unseren 10. GEO-Tag und unseren 5. Pilz-Geo-Tag durchgeführt. Beim GEO-Tag landeten 813 Arten und beim Pilz-Geo-Tag 203 Pilzarten in unseren Artenlisten. Beides Rekordwerte - normalerweise finden wir 500-600 Arten im Juni und ca. 100 Pilzarten im Herbst. Für 2019 haben wir uns schon wieder ein sehr interessantes Gebiet ausgesucht und freuen uns sehr auf die Kinder, die interessierten Laien, die Experten und auf zwei wunderschöne Aktionstage.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

GEO-Tage sind Feldforschungstage, das heißt, wir untersuchen die Artenvielfalt. Die Teilnehmer sind fasziniert davon, wie viele verschiedene Arten aus den unterschiedlichsten Gruppe allein an einem solchen Tag gefunden werden. Zwar können sie am Ende die Arten nicht selbst bestimmen, aber sie bekommen ein Gefühl dafür, was das „viel“ in Artenvielfalt eigentlich bedeutet. Da die Experten auch immer aus Ihrer Erfahrung der letzten Jahrzehnte berichten (früher haben sie deutlich mehr gefunden), wird auch der Artenschwund und dessen Gründe thematisiert.


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Dokumente

Im Laufe der Jahre hat sich der Bericht zu den GEO-Tagen zu einem kleinen Büchlein gemausert. Dies ist der Bericht zum GEO-Tag im Juni 2018.

Der Bericht zum GEO-Tag der Pilze 2018 im Hangwald bei Marktl und um den Marktler Badesee herum. Alle Berichte unter:https://altoetting.bund-naturschutz.de/projekte/geo-tage-der-artenvielfalt.html

 

Besuchen Sie uns

GEO-Tage im Landkreis Altötting

Pater-Rupert-Mayer-Str. 29
84503 Altötting

Öffnungszeiten: keine

Frau Eveline Merches
Tel.:08671-85711
emerches@web.de
http://altoetting.bund-naturschutz.de

 

Weitere Infos

Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Altötting, Eveline Merches
Altötting

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