Sonderwettbewerb Soziale Natur

Jugendhilfewald - der Wald der Kinder

Unter Mitarbeit von Kindern und Jugendlichen einer Heimeinrichtung wird eine sturm- und krankheitsgeschädigter Fichten-Monokultur in einen jungen Mischwald umgeformt. Über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren helfen die Kinder bei den verschiedenen Arbeitsschritten und Pflegetätigkeiten und werden so zu ExpertInnen und BeschützerInnen ihres „eigenen“ Waldes.

Stürme haben ein Waldstück der Kropff-Federath´schen Stiftung in den letzten Jahren mehrfach getroffen. Daneben waren die verbliebenen Fichten teilweise krank oder fällreif, sodass sich die Frage stellte, was mit dem Waldstück in Zukunft geschehen sollte. Der Wald soll Wald bleiben und die bisherige Fichtenmonokultur ein artenreicherer Mischwald werden.
In den vergangenen Jahren haben Kinder und Jugendliche der von der Stiftung betriebenen Jugendhilfeeinrichtung mehrfach Naturschutzprojekte durchgeführt. Der Erlebnispädagoge der Einrichtung (Zertif. Natur- und Landschaftsführer) hat in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station des Hochsauerlandkreises die Jugendlichen angeleitet, auf Naturschutzflächen für die Kinder und Jugendlichen passende Pflegetätigkeiten zu leisten. Mit Begeisterung haben die Teilnehmenden z.B. Fichtenaufwuchs in Bachauen und Hochheiden entfernt und einen Bachlauf renaturiert.
Mit dem eigenen Waldstück, das von der Einrichtung zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen ist, ist jetzt ein längerfristiges Projekt geplant. Neben dem Geschehen auf der eigentlichen Projektfläche soll 2018 „Wald“ das Jahresthema in der Einrichtung werden. Dazu sind waldpädagogische Einzelprojekte, Besuche und Veranstaltungen geplant.
Die Fläche selbst wird zunächst von Buschaufwuchs befreit und für die Neuanpflanzung vorbereitet. Dabei haben die Jugendlichen über eine Woche mitgearbeitet. Im nächsten Schritt werden die Jungbäume gepflanzt, auch dabei werden die Kinder und Jugendlichen selbst beteiligt sein. Im Lauf der nächsten Jahre wird die Neupflanzung weiter gepflegt und beobachtet.
Dieses Projekt, das fachlich vom zuständigen Forstamt begleitet wird, verbindet Naturschutz mit Sozialer Arbeit. Zum einen wird aus einem artenarmen Fichtenbestand ein artenreicherer Mischwald. Zum anderen erreicht diese Arbeit einen Personenkreis, der häufig in Erfahrung und Bildung dem Natur- und Umweltschutz eher fernsteht. Die Kinder und Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe werden in ihren Herkunftsmilieus nur selten angeleitet, aus eigener Anschauung und mit eigenem „Anpacken“ Natur, Naturschutz und Biologische Vielfalt zu erleben. Durch das eigene Tun in ihrem „eigenen“ Wald bekommen sie einen emotionalen Bezug zu diesem besonderen Stück Natur, das sie dadurch kennenlernen, in seiner Entwicklung der nächsten Jahre beobachten und unter Anleitung begeistert schützen können.
Das eigene Mitanpacken erreicht in diesem Projekt Kinder aus häufig bildungsfernen Milieus und mit teils begrenzten schulischem Erfolg. Dieses Klientel wird von klassischen Naturschutzverbänden selten erreicht. In den vorangehenden Projekten hat sich gezeigt, dass mit geeigneter Anleitung die Kinder und Jugendlichen begeistert mitmachen. Gleichzeitig bekommen sie Wissen und haben Erlebnisse, die sie Anderen weitererzählen. Dadurch werden die beteiligten Kinder selbst zu Multiplikatoren des Naturschutzes.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das im Projekt angesprochene Waldstück liegt am Ortsrand von Olsberg im Sauerland und grenzt direkt an Weihnachtsbaumplantagen. Etwas weiter entfernt befinden sich teils ältere Fichtenbestände und Buchenbestände. Hier gliedert sich die Projektfläche ein. Abgesehen von Windbruchflächen, die im gesamten Umland 2007 durch den Orkan Kyrill entstanden, sind die Waldbestände durch einzelne Arten gekennzeichnet. Mischwälder sind bisher die Ausnahme. Die Fichtenbestände sind in den letzten Jahren durch kleinere Stürme immer wieder geschädigt worden, so auch die Projektfläche. In diesem Zusammenhang soll die Umformung der Projektfläche von der Fichten-Monokultur zum Mischwald einen Beitrag leisten, die Waldlandschaft in der Umgebung von Olsberg vielfältiger zu machen.
In die waldpädagogisch ausgerichteten Einsätze auf der Fläche haben die Kinder u.a. die vorkommenden Pflanzenarten entdeckt und altersgerecht kennengelernt. Dabei fiel ihnen die unterschiedliche Artenvielfalt auf den Windbruchflächen im Gegensatz zu den bestehenden Fichtenwäldern auf. Diese Vielfalt soll im neu zu pflanzenden Mischwald gefördert werden und wird in der nächsten Zeit auch zu Neuentdeckungen durch die Kinder führen.


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Jugendhilfe Olsberg

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59939 Olsberg

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr

Herr Matthias Rieping
Tel.:02962 9714 - 19
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Olsberg

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