Moorschutz in Niedersachsen (MooNi)

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland Deutschlands. 38% der Moorböden befinden sich hier. Noch Ende des 18. Jahrhunderts haben Moore die Landschaft Niedersachsens in weiten Teilen geprägt. Durch menschliche Nutzung sind diese Flächen jedoch drastisch zurückgegangen. Moore bieten wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und erfüllen vielfältige ökologische Funktionen, von denen auch wir Menschen profitieren und die dem Klimawandel entgegen wirken. Mit dem Projekt möchten wir vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen die Sensibilität und das Verantwortungsgefühl für den Schutz der Moore stärken und zum eigenen Handeln motivieren. Mit interaktiven Umweltbildungsinstrumenten und einer unterstützenden Öffentlichkeitsarbeit vermitteln wir Wissen über den Nutzen und die Dringlichkeit des Moorschutzes und machen auf die Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz (ihre Klimawirksamkeit) aufmerksam.


Projektziel:
Ziel ist es Jugendlichen und Erwachsenen Wissen über Moore, die aktuellen Anforderungen des Moorschutzes (Themenfeld Klimawandel) und die Bedeutung der Moore für Mensch und Natur (Ökosystemleistungen) zu vermitteln. Damit soll das Bewusstsein und die Wertschätzung für den Erhalt der Moore und eine nachhaltige Nutzung gefördert werden.

Inhalt:
Moore sind selten gewordene Lebensräume in Deutschland. Für ihre landwirtschaftliche Nutzung, bzw. für den Torfabbau werden sie trocken gelegt. Dabei sind nasse Moore mit ihren Ökosystemleistungen wichtig für Mensch und Natur. Sie wirken regulierend auf das regionale Klima (Dämpfung der Temperaturspitzen), sie können große Mengen Wasser speichern (wichtig bei Starkregenereignissen), sie sind mit ihrem Torfkörper ein Geschichtsarchiv, bieten uns Menschen einen faszinierenden Naherholungsraum und in ihnen ist weltweit mehr Kohlenstoff gebunden als in Wäldern. Werden Moore trocken gelegt, oxidiert nach und nach der Torf und setzt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) frei.

Methoden:
Um das Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Umweltbildungsinstrumente entwickelt, die über praktisches Handeln das Interesse am Themenkomplex „Moor“ fördern sollen und die niedersachsenweit genutzt werden.

a) Ein verleihbares Ausstellungsmodul
Als interaktives, mobiles Element ist es auf erlebnis- und erfahrungsgestütztes Lernen hin entwickelt worden. Thematisch wird – passend zum Gesamtkontext des Projektes – der Zusammenhang von Moor und Klimaschutz vermittelt. Auf den vier Seiten des Ausstellungsmoduls werden die Themen Klimaschutz, Landwirtschaft, Artenvielfalt und Torfabbau behandelt.

b) Unterrichtseinheiten für Sek I und Sek II
Für die außerschulische Bildung wurden Unterrichtseinheiten entwickelt. Methodisch orientieren sich die Materialien mit selbst durchzuführenden Experimenten am erfahrungsbasierten Lernen und an den Methoden der handlungsorientierten Erlebnispädagogik. Zehn Umweltbildungseinrichtungen in Niedersachsen bieten diese Unterrichtseinheit an. Ziel ist, grundlegende Kenntnisse, insbesondere über die Biologie der Moore und den Zusammenhang von Torf und Klimaschutz zu vermitteln.

c) Eine mobile App für Smartphones und Tablet-PCs
Die App Moor erleben in Niedersachsen bietet ihren Nutzern die Möglichkeit, Moor-Angebote in Niedersachsen zu finden. Dies sind u.a. Moorerlebnispfade, historische Moorbahnen, Moorwander- und Radwanderwege oder Moorinformationszentren.

d) Niedersachsenweite Aktionswochen
Unter dem Titel „Moorherbst in Niedersachsen“ wurden 2016 und 2017 mit vielen Partnern niedersachsenweite Aktionswochen durchgeführt. Heimatvereine, Umweltgruppen, Naturparks u.a. haben mit unterschiedlichen Aktionen auf die große Bedeutung der Moore für den Natur- und Klimaschutz aufmerksam gemacht. Angeboten wurden u.a. kulturelle Events, Vorträge, praktischer Naturschutz, Radtouren und Exkursionen

Darüber hinaus wurden mehrere Workshops für MultiplikatorInnen organisiert, eine Broschüre erstellt und über die Projekt-Internetseite können weitergehende Informationen zum Thema und über das Projekt abgerufen werden.

Vernetzung:
Kooperationspartner der Biologischen Station Osterholz im Rahmen des Projektes sind der NABU Niedersachsen, BUND Bremen und Niedersachsen sowie der Niedersächsische Heimatbund (NHB). Zudem sind neun niedersächsische Umweltbildungseinrichtungen an der Umsetzung des Projektes beteiligt. Viele weitere Moorakteure sind über die Aktionswoche „Moorherbst in Niedersachsen“, die mobile App und die Workshops mit eingebunden.

Projektlaufzeit: 1. März 2015 bis 28. Februar 2018.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Naturnahe, nasse Hoch- und Niedermoore bieten einer Vielzahl hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten seltenen Lebensraum. Die einzigartige Flora und Fauna hat einen hohen Naturschutzwert, da sie an die extremen Bedingungen in diesem Lebensraum angepasst ist. Viele Arten sind außerhalb der Moore nicht überlebensfähig. Hochmoore sind z. B. ohne das massenhafte Wachstum von typischen Torfmoosen gar nicht vorstellbar.
Die Moore als kohlenstoffreiche Lebensräume haben aber auch eine globale Wirksamkeit, da sie im intakten Zustand das Klima stabilisieren und im gestörten Zustand den Klimawandel beschleunigen. Damit wird indirekt auch die Artenvielfalt beeinflusst bzw. verändert.


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Biologische Station Osterholz e.V.

Lindenstraße 40
27711 Osterholz-Scharmbeck

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9:00 bis 13:00 Uhr

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Tel.:04791 / 96 56 990
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