35 Jahre Naturerlebnis Schulgelände

Seit 35 Jahren setzen sich die Schüler/innen der Bio-AG des Christophorus-Gymnasiums Altensteig (CGA) kontinuierlich und nachhaltig für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Kern ist dabei die Anlage, Pflege und Erforschung des ca. 1 ha großen, ökologisch wertvoll gestalteten Schulgeländes. Eine konsequent naturnahe Gestaltung des gesamten Schulgeländes soll den Schüler/innen unserer Schule eine Vorstellung von der Schönheit und Artenvielfalt heimischer Pflanzen und Tiere vermitteln. Ohne pädagogischen Fingerzeig soll insbesondere der Aufenthalt im naturnahen "Ambiente" des Schulhofes, auf dem die Jugendlichen immerhin 8 Jahre lang ihre Pausen verbringen, zum Erreichen dieses Zieles beitragen. In verschiedenen Fächern wird das gesamte Schulgelände unter dem Leitgedanken der Biodiversität in den Unterricht einbezogen.

Naturraum Schulgelände (Bild 1-11)
Auf dem ca. 1 ha großen Schulgelände des CGA wurde in den vergangenen 35 Jahren ein naturnahes Gelände von einer Schüler-AG, der Bio-AG, entwickelt, erhalten und gepflegt. Die Basis für eine hohe biologische Vielfalt bilden 50 verschiedene Kleinbiotope, die durch unterschiedliche Mikroklimata und Bodenarten charakterisiert sind. Sie wurden mit standortgerechten Wildpflanzen aus Mitteleuropa besiedelt: z.B. Wildrosen (20 Arten), Gehölzen (ca. 50 Arten), zahlreichen Wildblumen, Gräsern und Farnen. Drei unterschiedliche ökologische Tümpel, ein Schulhof aus Kalkschotter und Trockenmauern und ein eigenes "Wäldchen" wurden angelegt. Viele Vogelarten leben oder besuchen das Gelände, hunderte von Insektenarten, u.a. Schmetterlingsarten und Laufkäfer (seltene wie Bläulinge oder Lederlaufkäfer, das Wappentier der Bio-AG), Kleinsäuger (Igel, Eichhörnchen, Spitzmäuse) und fünf Amphibienarten. Zahlreiche Überwinterungs- und Rückzugsorte (Vogelkästen, Stein- und Reißighaufen, Insektenhotels) wurden geschaffen, um die Biodiversität auf dem Gelände zu erhalten.

Sozialraum Schulgelände (Bild 12-15)
Bänke, Wege, zu Sitznischen gestaltete Trockenmauern und Naturerlebnispfade erschließen das gesamte Gelände für unsere Schüler/innen. Sie verbringen ihre Zeit während der Pausen und Freistunden in einer naturnahen Umgebung und lernen auf individuelle Weise zu schätzen, wie spannend eine vielfältig strukturierte und artenreiche Umgebung ist. "Wir schützen nur, was wir lieben" ist vielleicht eines der nachhaltigsten pädagogischen Konzepte. Selbst entwickelte mobile Informationstafeln (MIT) machen überall auf dem Schulgelände auf aktuelle Naturphänomene während des ganzen Jahres aufmerksam und fordern zu gezielter Wahrnehmung auf. Die Tafeln sind so konzipiert, dass Interaktionen zwischen Mensch und Natur provoziert werden. So werden die Schüler/innen z.B. informiert, wann die rund um den zentral gelegenen Schulhof angesiedelten Wildfrüchte reif sind und gegessen werden können. Außerdem animiert ein mit Barcodes versehener Baumpfad zur Bestimmung einheimischer Baumarten.

Lernraum Schulgelände (Bild 16-21 + Flyer)
Das Lernpotential des Geländes wird konsequent in allen Klassenstufen, insbesondere im Biologie- und NWT- Unterricht, aber auch in anderen Fächern genutzt. Während ihrer gesamten Schulzeit wird unseren Schüler/innen die Biodiversität des Geländes nahegebracht. Das Plakat "30 Tiere des Schulgeländes" und den Flyer "Naturerlebnis Schulgelände" erhält jede/r neue Schüler/in gleich zu Beginn seiner/ ihrer Schulzeit.
Die Freiflächen sind so gestaltet, dass sie ausnahmslos für ökologisch begründete Aktivitäten auf naturnahen Kleinräumen genutzt werden können. In Kleingruppen kann eine komplette Klasse gleichzeitig ein Thema an verschiedenen Plätzen auf dem Campus bearbeiten. Das Gelände wird in Form von Projekten (z.B. Ökologische Bewertung, Bestimmung/Kartierung von Insekten und Blütenpflanzen, Nahrungsnetze auf dem Schulhof, Stoffkreisläufe auf Wiesen) oder Such- und Erkundungsaufträgen (Vogelbeobachtung, Kartierung von Überwinterungsorten, Fruchtformen suchen) entdeckt und erforscht. Darüber hinaus werden alle Schüler/innen mit Pflanz- (Wildblumen) und Pflegeaktionen (Wiese rechen) praktisch mit der Naturschutzarbeit in Kontakt gebracht. Die Bio-AG erforscht zudem mit Hilfe von Fachleuten die Artenvielfalt und hält die Ergebnisse in einer sich im Aufbau befindenden Datenbank fest. Während einer Schulgeländenacht wurden z.B. 50 Nachtschmetterlingsarten festgestellt. Wissenschaftliche Examensarbeiten („Wahrnehmung und Wertschätzung von Biodiversität – Was kann Biologieunterricht auf dem Schulgelände leisten?“) evaluierten die Wirksamkeit der oben beschriebenen didaktischen Konzepte. Auch anspruchsvolle Forschungsprojekte (Laufkäfer auf dem Gelände, Hydra in den Schulteichen) konnten bereits erfolgreich beim Wettbewerb "Jugend experimentiert" teilnehmen.

Multiplikatorwirkung (Bild 22-23)
Vorhaben und Ziele der AG werden öffentlichkeitswirksam kommuniziert, schulintern über eine Stellwand und eine Website (www.bioag-altensteig.com). Die Ausstellung "Naturerlebnis Schulgelände" wirbt für unser Modell einer Schulgeländegestaltung und wurde bereits an mehreren Orten gezeigt. Produkte vom Schulgelände und deren Verkauf (Honig, Tees und Rosenmarmelade) werben für die Anliegen der Bio-AG und finanzieren sie. Jährliche Führungen für alle Eltern unserer neuen Schüler und Besucher finden statt. Auch die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben, Vorträge auf Landesgartenschauen und anderen Veranstaltungen ("Natur erleben – Natur erforschen" an der PH-Karlsruhe) sowie die Durchführung überregionale Fortbildungen an unserer Schule zum Thema "Naturnahes Schulgelände und Artenvielfalt im Unterricht" tragen zur Verbreitung unseres Konzepts bei. Außerdem besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der Kommune und Umweltverbänden wie dem NABU Nagold/Altensteig.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Ein Schreiben des Regierungspräsidiums Karlsruhe aus dem Schuljahr 2008/09 fasst den Bezug wie folgt zusammen:
„Mit ihrem Schwerpunkt in der Schaffung von Biotopflächen leistet die Schule Pionierarbeit auch im Sinne der Umsetzung der nationalen Strategie zum Erhalt der Biologischen Vielfalt im Rahmen der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen. Dort ist explizit die Einbeziehung des Bildungssystems in die Öffentlichkeitsarbeit gefordert, um in der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für biologische Vielfalt zu erzeugen und eine höhere Wertschätzung für die einheimischen Arten und Lebensräume zu entwickeln. Durch die geschaffenen Strukturen und die intensivierte Öffentlichkeitsarbeit arbeitet das Christophorus-Gymnasium hier ebenfalls, im wahrsten Sinne des Wortes, vorbildlich. Wir haben am Christophorus-Gymnasium ein Schulgelände in sehr gutem Pflegezustand mit außerordentlich vielfältig angelegten Biotopflächen vorgefunden, eine Anlage, die in dieser Art absolut mustergültig ist und Vorbildcharakter hat. Seit dem letzten Schulgartenwettbewerb ist es gelungen, bei der Stadt Altensteig Akzeptanz zu finden. Die Schule hat es geschafft, auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zuzulegen. Die Einbindung in den Unterricht ist hervorragend und kann für andere Schulen Vorbild sein."


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Dokumente

MIT Feuerwanze

MIT Hagebutten

Flyer_Außenseite.pdf

Flyer_Innenseite.pdf

 

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http://www.gymnasium-altensteig.de; www.bioag-altensteig.com

 

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