Sonderwettbewerb Soziale Natur

Ein Nationalpark für alle

Es werden vorhandene Angebote, Broschüren, Touren sowie Ausstattungen zur Barrierefreiheit und Inklusion im Nationalpark vorgestellt.

Der Nationalpark ist ein wunderbarer, einzigartiger Raum zum Naturerleben z.B. in Form von Rangertouren.
Rangertouren werden kostenlos für offene Gruppen angeboten. Hierbei kann der Ranger auf einer Kontroll- und Beobachtungstour begleitet werden. Dabei werden der Bezug zu den Besonderheiten der Natur und der Erhalt der Biologischen Vielfalt hergestellt. Sie starten immer dienstags bis sonntags um 14:00 Uhr in der Saison (1. April bis 31. Oktober) an den Rangertreffpunkten. Samstags ergänzen Erlebnistouren mit zertifizierten Nationalparkführern das Programm. Außerhalb der Saison gibt es freitags bis sonntags entsprechende Angebote.
Von Anfang an ist der Nationalpark bemüht dieses Naturerlebnis auch Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen zugänglich zu machen.
Daher gibt es eine Expertenrunde, die sich auf Einladung des Nationalparkamtes mindestens zwei Mal im Jahr trifft. Zu diesem Kreis gehören die Behindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Personen mit körperlicher Beeinträchtigung, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, blinde und sehbehinderte Menschen, hörbeeinträchtigte und taube Menschen, Behindertenbeauftragte von Verbandsgemeinden und Landkreisen, Multiplikatoren, Vertreter verschiedener Einrichtungen wie der Lebenshilfe, der Elisabeth-Stiftung, Life-soziale Chancen, Naturpark Saar-Hunsrück, Hunsrücktourismus, Mitarbeiter des Nationalparkamtes…
In der Gruppe werden die Angebote des Nationalparks unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen geprüft und vor Ort diskutiert. Aufgrund der Topografie ist ein Erleben der Besonderheiten der Natur im Nationalpark nicht für alle Menschen möglich. Die meisten unbefestigten Wege mit Steigungen und Gefälle sind nicht barrierefrei. Wir haben daher in Thranenweiher bei der "Inseltour" einen Schwerpunkt für beeinträchtigte Menschen festgelegt und dort die Angebote gebündelt. Vor Ort ist fast alles, was der Nationalpark bietet, auf kurzer Strecke erlebbar.
Barrierefreier Nationalpark
Daraus hat sich das Projekt barrierefreier Nationalpark ergeben mit folgenden Angeboten:
„Inseltour“
Rodungsinseln sind die in große Waldgebiete eingestreuten kleinen Siedlungsbereiche mit den sie umgebenden Wiesen und Weiden. Die Natur dieser Lichtungen, die Geschichte ihrer Dörfer und die Geschichten um die Menschen sind Thema dieser Wanderung, an der auch mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen teilgenommen werden kann. Hier blüht auf Wiesen die Arnika.
Bei Bedarf kann ein Zuggerät mit Rollstuhl (Swiss-Trac) beim Nationalparkamt ausgeliehen werden.
„Inseltour in Brailleschrift“
Ab sofort können Menschen mit Sehbeeinträchtigung den Nationalpark Hunsrück-Hochwald erleben und Informationen in einem Wanderführer nachlesen. Für die Inseltour in Thranenweiher verleiht das Nationalparkamt diese Wanderführer in Braille- und Schwarzschrift nach Anmeldung. Darin werden alle Informationen zu der Tour in Punktschrift sowie über taktile Karten zum Streckenverlauf vermittelt. Haptisch auf Schwellpapier dargestellte Pflanzen und Kleinstlebewesen ermöglichen ein umfassendes Naturerlebnis. Eine Audio-Daten-CD ergänzt das barrierefreie Angebot.
Erstellt wurde der Wanderführer in enger Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Generalvikariat Trier und der Blindenschule in Lebach. Bei einem gemeinsamen Besuch der Inseltour wurden die Informationen aufgenommen. Im BGV des Bistums Trier wurden die Informationen unter der Leitung von Martin Ludwig von der Arbeitsstelle Medien für Blinde und Sehbehinderte in Brailleschrift konvertiert und die taktilen Elemente grafisch gestaltet. Eine Kontrollgruppe vom Blindenwerk, bestehende aus BGV-Mitarbeitern und Rainer Burgard, Hörfunkdokumentar standen bei der Umsetzung beratend zur Seite.
„Inseltour in leichter Sprache“ (Broschüre zum mitnehmen)
Auch Broschüren in leichter Sprache können an interessierte Menschen verschickt oder abgegeben werden.

Rangertour in Gebärdensprache
Die Rangertour in Gebärdensprache, die regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat stattfindet, führt über die Quarzitrücken zur Mörschieder Burr, die Rosselhalden am Abhang zum Idarbach.
Von Verbänden und Privatpersonen wurde der Wunsch geäußert diese Tour am Wochenende oder unter besonderer Terminabsprache anzubieten. Die besonderen Terminwünsche versuchen wir aktuell zu bedienen, das Angebot am Wochenende ist für das Programm 2018 in Planung.

„FM-Anlagen“:
Mit dieser Ausrüstung kann man eine Veranstaltung mit einem Sprecher und 10 Schwerhörigen problemlos absolvieren. Das zusätzliche Mikro erleichtert Fragen aus der Gruppe, kann aber auch dazu dienen das Set aufzuteilen und 2 Gruppen mit 2 Sprechern und 5 Hörern zu bespielen.

So ist es uns gemeinsam mit der Expertenrunde gelungen innerhalb der ersten beiden Jahren Angebote für Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen ans Netz zu bringen. Kontinuierlich wird gemeinsam an den Angeboten weitergearbeitet.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die im Jahr 2007 verabschiedete „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ und der „Waldstrategie 2020“ sehen vor, dass im öffentlichen Wald bis zum Jahr 2020 landesweit zehn Prozent der Waldfläche sich frei entwickeln und möglichst großräumige Wildnisgebiete entstehen sollen. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll dazu beitragen, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Verpflichtungen nach dem „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ erfüllen kann. Der NLP ist ein originärer Erfahrungsraum zur Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung zielt auch auf die Gestaltungskompetenz, auf die Fähigkeit Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Handlungs- und erlebnisorientierte Methoden ermöglichen praktische Naturerfahrung und fördern Fertigkeiten, Entscheidungs- und Handlungsvermögen.
Ziele und Inhalte der Bildungs- und Erlebnisangebote sollen dazu beitragen, das Wissen über die Natur und Landschaft sowie die natürlichen Prozesse und die ökologischen Zusammenhänge, insbesondere der Wildnisentwicklung, zu stärken, die Möglichkeiten der Naturbeobachtung, des Naturerlebens und der naturverträglichen Erholung aufzuzeigen und zu erschließen, den Wert und die Funktionen des Nationalparks zu vermitteln und die Ziele des Naturschutzes und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung darzustellen.



Bild 1

Dokumente

Broschüre zur Inseltour in leichter Sprache

PM Wanderführer für blinde und sehbehinderte Menschen.pdf

Informationen zu den Zuggeräten für Rollstühle, die beim Nationalparkamt bereit stehen und ausprobiert werden können.

 

Besuchen Sie uns

"Die Inseltour" und Start der Rangertour in Gebärdensprache

Brückenerstraße 24
55765 Birkenfeld

Öffnungszeiten: 8:00 bis 16:00 Uhr

Frau Anne Speicher
Tel.:06131884152205
annerose.speicher@nlphh.de
http://www.nlphh.de

 

Weitere Infos

Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Birkenfeld

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