Transparenz schaffen

Die Maßnahme „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ bietet jungen Menschen in ganz Niedersachsen und Bremen die Möglichkeit, außerschulische Lernorte im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft zu erkunden. Das Netzwerk fördert Bauernhöfe als Lernorte und besteht aus 50 regionalen Bildungsträgern, die die Bildungsarbeit auf insgesamt mehr als 400 außerschulischen Lernorten koordinieren. Ziel von „Transparenz schaffen“ ist es, Landwirtschaft sowie Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln insbesondere für junge Menschen erlebbar zu machen. Die zentrale Koordinierungsstelle des Netzwerkes liegt im Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide in Barendorf bei Lüneburg.

Die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ zeigt auf, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung und das Konzept Globales Lernen vielfältige Anknüpfungspunkte bieten, um die Herausforderungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt zu kommunizieren. Handlungsorientiertes Lernen in außerschulischen Bildungskontexten wird als wichtiges Instrument genannt. Die Bildungsangebote der regionalen Bildungsträger des Netzwerkes „Transparenz schaffen“ setzen genau an dieser Stelle an: in ihren Veranstaltungen verbinden sie die Themenfelder Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung. Es werden ein- und mehrtägige Veranstaltungsformate angeboten, die sich an alle Altersstufen vom Kindergarten bis zum Leistungskurs in der gymnasialen Oberstufe richten. Durch handlungsorientiertes Lernen auf Bauernhöfen erwerben junge Menschen alltagstaugliche Kompetenzen, die in vielen Lebensbereichen von Bedeutung sind. Insbesondere werden sie dazu befähigt, sich selbst ein Bild von landwirtschaftlicher Produktion zu machen und sich mit den Konsequenzen ihres Ernährungs- und Konsumverhaltens auseinanderzusetzen.

Zahlreiche Partnerbetriebe sind zudem an das niedersächsische Schulprogramm angeschlossen und beliefern Schulen wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. Für Schulen ergeben sich hieraus viele Anknüpfungspunkte, gemeinsam mit den Schüler*innen die Betriebe vor Ort kennenzulernen. Da „Transparenz schaffen“ durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und die Länder Niedersachsen und Bremen gefördert wird, sind die Veranstaltungen für Schüler*innen nahezu kostenlos und somit für alle Schüler*innen zugänglich. Das große Potential des Lernorts „Bauernhof“ dokumentiert die 2017 erschienene Studie „Fokus Naturbildung“. Wenngleich das Wissen um die Herstellung von Lebensmitteln bei jungen Menschen vielfach sehr gering ist, haben Schüler*innen großes Interesse an der Erkundung von Bauernhöfen. 82 % der befragten Schüler*innen wünschen sich einen Besuch auf dem Bauernhof, bei dem die Menschen, die dort arbeiten, ihnen etwas zeigen und erklären.

Das auf Langfristigkeit angelegte Netzwerk „Transparenz schaffen“ ist seit der Gründung vor 25 Jahren immer weiter gewachsen. Im Juni und Juli 2018 wurden mit Beginn der neuen Förderperiode 10 neue Einrichtungen als regionale Bildungsträger durch die niedersächsische Landwirtschaftskammer anerkannt. Zwischen Ende 2016 und Mitte 2018 haben mehr als 6.500 über das Netzwerk geförderte Bildungsveranstaltungen auf außerschulischen Lernorten im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft stattgefunden. Eine Finanzierung der Maßnahme über das Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen (PFEIL) ist bis 2023 gesichert, eine Anschlussfinanzierung im kommenden ELER-Förderturnus möglich.

Um die Weiterbildung und Vernetzung der regionalen Bildungsträger untereinander zu fördern, veranstaltet die zentrale Koordinierungsstelle des Netzwerkes regelmäßige Arbeitstreffen für die Bildungsträger und Seminare für Multiplikator*innen. Bei der inhaltlichen Ausrichtung der Treffen stehen die Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen oft im Fokus. Im Dezember 2018 veranstaltet die zentrale Koordinierungsstelle beispielsweise ein „Methodentraining Globales Lernen mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt“, an dem zahlreiche Bildungsträger des Netzwerkes teilnehmen. Die zentrale Koordinierungsstelle kooperiert zudem bundesweit mit vielfältigen Akteur*innen im Bereich Lernort Bauernhof. Hierzu zählen unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof e.V. und das Bundesforum Lernort Bauernhof.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Mehr als die Hälfte der gesamten Fläche in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Da die Art und Weise bzw. Intensität der landwirtschaftlichen Produktion einen erheblichen Einfluss auf die lokale Artenvielfalt haben, trägt die Landwirtschat eine besondere Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz der natürlichen Ressourcen. Nicht nur lokal, sondern auch auf globaler Ebene haben landwirtschaftliche Aktivitäten einen großen Einfluss auf den anthropogen verursachten Klimawandel, welcher wiederrum wichtiger Verursacher für weltweite Biodiversitätsverluste ist. Viele der 50 regionalen Bildungsträger von „Transparenz schaffen“ verbinden landwirtschaftliche Themen mit den Zielen des Globalen Lernens und Bildung für nachhaltige Entwicklung. In vielen Bildungsveranstaltungen spielt das Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Natur- und Umweltschutz eine große Rolle. Die teilnehmenden Schüler*innen können sich selbst ein Bild von unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Anbau- und Produktionsmethoden machen und werden somit befähigt, sich kritisch mit dem eigenen Konsum- und Ernährungsverhalten auseinanderzusetzen.


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Besuchen Sie uns

Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide, Zentrale Koordinierungsstelle der Maßnahme "Transparenz schaffen - von der Ladentheke bis zum Erzeuger"

Lüneburger Str 12
21397 Barendorf

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Herr Dr Malte Bickel und Herr Malte Groß
Tel.:04137-8125-28
transparenz@bto-barendorf.de
http://www.transparenz-schaffen.de

 

Weitere Infos

Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide, Heimvolkshochschule Barendorf e. V.
Barendorf

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