LIFE+ Natur „LIFE Feuchtwälder“

Im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts „LIFE Feuchtwälder“ sollen von 2014 bis 2022 in 10 Natura-2000-Gebieten der Fließgewässersysteme Stepenitz, Dahme und Rhin, Auen- und Moorwälder erhalten oder wiederhergestellt werden. Nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie sind die beiden Lebensraumtypen "prioritär" und ihr Schutz somit europaweit ein vorrangiges Ziel. Das Projekt möchte Auen- und Moorwaldflächen mit den dazugehörigen Tier- und Pflanzenarten entwickeln, stabilisieren und neu initiieren.

Im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts „LIFE Feuchtwälder“ sollen von 2014 bis 2022 in 10 Natura-2000-Gebieten der Fließgewässersysteme Stepenitz, Dahme und Rhin Auen- und Moorwälder erhalten oder wiederhergestellt werden. Bei der Umsetzung des Projektes wird das Projektteam des Naturschutzfonds von dem Landesamt für Umwelt Brandenburg sowie der NABU Stiftung und der Stiftung Euronatur unterstützt. Die 10 Projektgebiete befinden sich am Oberlauf der Stepenitz (Landkreis Prignitz), am Oberen Rhin im Stechlinseegebiet (Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel) sowie im Mittleren Dahmetal (Landkreis Dahme-Spreewald). Die Projekträume stellen typische Landschaftsräume für die Vorkommen von Auen-Wäldern an Bächen und mittelgroßen Flüssen Brandenburgs dar. Die überwiegend geringe Veränderung der Fließgewässer mit teilweise noch intakten Auen-Wäldern hebt sie von anderen Gewässersystemen in Brandenburg deutlich hervor. Neben den Auen-Wäldern zeichnen sich die NATURA 2000-Gebiete am Oberen Rhin sowie an der Dahme durch eine hohe Zahl von Kleinmooren im Wald mit dem prioritären Lebensraumtyp Moorwald aus. Für die in den Projekträumen vorkommenden Birken-Moorwälder (*91D1) und die Kiefern-Moorwälder (*91D2) trägt Brandenburg eine besondere Verantwortung, da 40% aller von Deutschland gemeldeten Vorkommen in Brandenburg liegen. Beide Lebensraumtypen sind heute z. B. aufgrund von Entwässerung und Flussbegradigung stark gefährdet. Das Projekt wirkt einem weiteren Verlust gezielt entgegen. Voraussetzung dafür ist die Annäherung an ein weitgehend naturnahes Wasserregime in Auen und Auenwäldern und den zugehörigen Fließgewässern. Insbesondere für die Moorwälder ist die Stabilisierung und Wiederherstellung natürlicher Wasserverhältnisse entscheidend. Darüber hinaus sollen durch das Projekt wertvolle Offenlandlebensraumtypen der Fluss- und Bachauen durch naturschutzgerechte Nutzung gesichert werden. Dazu finanziert das Projekt beispielsweise Zaunmaterialien für Landnutzer. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit in Form von Infotafeln, einer Website, Vorträgen, Exkursionen und der Einbindung von Akteuren vor Ort, soll zum Erfolg des Projektes beigetragen werden. Über den Ausbau von Wasserwanderstruktur z. B. Kanu-Ausstiege sollen naturtouristische Angebote gefördert werden, die es den Menschen ermöglichen Fließgewässer und Auen aus einer anderen Perspektive zu erleben und als Naherholungsraum zu nutzen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Auen- und Moorwälder haben für den Erhalt der Biologischen Vielfalt eine herausragende Bedeutung. Naturnahe Auenwälder weisen typischerweise eine enge Wechselbeziehung zum begleitenden Fließgewässer auf und werden durch dessen hydrologischen Dynamik maßgeblich geprägt. An die wechselfeuchten bis nassen Standortbedingungen sind eine Vielzahl von speziellen und heute oft seltenen- Tier- und Pflanzenarten angepasst, wodurch Auen zu den artenreichsten Ökosystemen in Europa zählen. Des Weiteren leisten Auen und die dazugehörigen Fließgewässer einen wichtigen Beitrag für den Biotopverbund in der Landschaft, da sie vielen Arten in einer sonst zersiedelten Landschaft als Wander- und Ausbreitungskorridor dienen. Moorwälder sind nährstoffarme und saure Lebensräume und weisen damit extreme Lebensbedingungen auf, an die nur bestimmte Tier- und Pflanzenarten angepasst sind. Da Moore - insbesondere nährstoffarme - in der Landschaft immer seltener werden, stellen sie oft die letzten Rückzugsräume für speziellen Lebensgemeinschaften dar, wodurch ihr Erhalt die biologische Vielfalt in der Landschaft erhöht und sichert. Neben dem Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt erbringen sowohl Auen als auch Moore weitere, für den Menschen essentielle, Ökosystemdienstleistungen. Dazu zählt die Speicherung klimarelevanten Gasen, der Rückhalt von Wasser in der Landschaft, die Funktion als Nährstoffsenke und der positive Einfluss auf das Lokal- und Globalklima.


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Dokumente

Flyer_Feuchtwaelder.pdf

Infotafel, die im Rahmen des Projektes für einen Rundweg um den Dagowsee (Projektgebiet Stechlinseegebiet) errichtet wurde.

 

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Öffnungszeiten: 08:00 - 17:00

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Tel.:0331 - 97164874
Inga.Willecke@naturschutzfonds.de
http://www.feuchtwaelder.de

 

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