Jobsharing Menschen – Bienen

Auf dem weiten Gelände der Schaumburger Waldimkerei leben und arbeiten Bienen und Wildbienen unter gesunden natürlichen Bedingungen. Die Zusammenarbeit von Menschen und Bienen soll diese naturräumlichen Bedingungen pflegen und auf die benachbarten Landschaftszonen ausweiten.
Bienen sind Umweltnavigatoren. Sie identifizieren Natur belastende Merkmale und eröffnen auf diese Weise den Menschen Handlungsoptionen. So kann die biologische Vielfalt gefördert werden. Menschen erleben die Zusammenarbeit mit Bienen anschaulich als einen kulturellen Prozess, in dem sie lernen zu erkennen und zu handeln. Das Projekt verbindet auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Kooperationen. Organisationen, Gruppen und Einzelne werden durch Beobachten, Planen und Gestalten Partner ganzheitlicher Naturprozesse. So entstehen Kerne mit multiplikatorischen Wirkungen. Biodiversität ist nicht die Folge von Beherrschung oder Unterordnung. Vielmehr bestimmen Verhaltensmodelle die Partnerschaft zwischen Menschen und den Bienen auf gleicher Augenhöhe .
Schon bestehende Kooperationen werden genutzt und ergänzt. Regionale Einrichtungen der Infrastruktur werden in das Projekt ebenso gebunden wie Einrichtungen der Bildungsarbeit und der Wissenschaft.

Das Bienenhaus ist ein organisches Bauwerk, angelehnt an den Körper einer Bienenlarve. Sie steht symbolisch für die Entstehung allen Lebens. Das Haus befindet sich auf dem Gelände der Schaumburger Waldimkerei am Südosthang der Bückeberge. Es wurde nach baubiologischen Kriterien errichtet. Ein Gründach bietet den summenden Bewohnern ein hochwertiges Nahrungsangebot. Das breite, umlaufende Überdach schafft einen geschützten Außenbereich mit abwechslungsreichen Perspektiven auf die intakte Natur der Umgebung. Bauchige runde Wände, gewölbte Decken und große Panoramafenster, durch die der Bienenflug beobachtet werden kann, inspirieren. Im Bienenhaus fühlt man sich geborgen und trotzdem eng verbunden mit der Landschaft, in die man schaut. Nahe den Völkern hört man das ruhige Summen, riecht das duftende Gemisch aus Honig, Bienenwachs, Pollen und Propolis.
Zehn Bienenvölker sind die Bewohner des Hauses. Es bietet für bis zu 70 Gästen Platz zum Beobachten und Arbeiten. Das Bienenvolk in seiner sozialen Komplexität ist bis heute nicht vollständig durchleuchtet. Einige Fragen können hier beantwortet werden, die Orientierung geben.
Die bedrohlich schwindenden Kolonien und der rapide Rückgang vieler bestäubender Insekten führt zu einem steigenden Interesse für die Bienen in der Bevölkerung. Das ist eine Chance für das Bienenhaus. Die Beschaffenheit des Lebensraums rückt in den Mittelpunkt, den Bienen und die vielen Insekten benötigen und gemeinsam entwickeln. Menschen erleben die Faszination dieser aktiven Welt und teilen miteinander die Begeisterung, die biologischen Lebensbedingungen zu schützen und zu erweitern. Aus der Begeisterung entsteht das Jobsharing für die biologische Vielfalt.
Menschen können natürliche Rahmenbedingungen schaffen. Dann machen Bienen ihre Arbeit gut und tragen bei entsprechender Entfaltung zur Biodiversität bei. Sie benötigen dazu intakte Wohnungen, ergiebige und gesunde Futterquellen und Menschen, die sie bewundern und sich um sie kümmern wollen.
Dann sorgen sie sich selbständig um ihre Königin, bilden neue Völker, bauen ihre Waben und sorgen für ihre Larven und schützen sich gegen Krankheiten. Aus dem Schutz ihres Bienenstockes heraus breiten sie ihren Wirkungsbereich über ihren Garten in den Wald aus, besuchen die Gärten des Dorfes und fliegen in die nahen Rapsfelder.
Bienen sind Warner von Umweltschäden. Sie reagieren deutlich auf die Gifte der landwirtschaftlich genutzten Flächen und teilen mit, wo Gefahren in der Natur lauern. Dann sind die Menschen gefragt.
Die Bienenhaus-Zone wurde zu einem dynamischen Stück Natur kultiviert, die auf Expansion in die benachbarten Zonen des Waldes und der Landwirtschaft drängt. Daraus ergibt sich der Arbeitsansatz für das Projekt.

Drei Schwerpunktaktivitäten leiten die Vereinsarbeit:
I. Kultivierung der Bienenhaus-Zone als Oase
II. Wissenschaft und Umweltpädagogik
III. Gesundheit

Die innere Zone mit dem Bienenhaus ist dank ihrer umfassenden Pflege der Flora wie eine Oase für die Bienen. Sie umfasst auch das alte Forsthaus mit der Imkerei, den Bienengarten, die Streuobstwiese und die Schafweide, Ihr schließen sich eine Pferdekoppel und die Gärten im Dorf an. Die Vielfältigkeit aus dieser inneren Zone soll nun schrittweise in die angrenzenden Zonen hineingetragen werden..
Das Bienenhaus grenzt an ein weites Waldgebiet. Am Südosthang des Bückebergs breitet sich ein verdichteter, geschützter Mischwald mit viel Unterholz und Altbaumbestand aus; Es gibt Einschnitte durch Bachtäler mit steilen Uferhängen. Hecken, und Wegeränder mit Wildpflanzen beheimaten eine Insektenfreundliche Fauna und Flora..
Die Waldhänge gehen in große landwirtschaftliche Zonen über mit weiten Senken zwischen dem Bückeberg, Süntel und Deister, durchzogen vom baumbestandenen Auetal. Da gibt es mit Raps- und Getreidefelder die intensive landwirtschaftliche Nutzung,
Das Bienenhaus kann ein Ort des Dialogs werden, an dem die betriebswirtschaftlichen Interessen mit ökologischer Vernunft in Einklang gebracht werden sollen.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Bezüge zwischen Bienen und bologischer Vielfalt sind leicht zu verstehen, werfen aber auch viele Fragen auf, deren Antworten zum Jobsharing zwischen Menschen und Bienen motivieren:
- Warum sind Bienen für die Ernährung der Menschen so wichtig?
- Welche Abhängigkeiten gibt es zwischen der Pflanzenwelt und den Bienen und welche Voraussetzungen müssen für diese Abhängigkeiten gelten?
- Wie kann ein kontinuierliches Blütenangebot in vielfältigen Lebensräumen gewährleistet werden? Welche Rolle spielen dabei Säen, Pflanzen, Pflegen und Werken durch Menschen?
- Wie lernt man Beobachtungen zu dokumentieren und zu analysieren?
Die Bezüge zur natürlichen Verbesserung der biologischen Vielfalt werden in den Darstellungen zum Projektumfeld, zu den Projektzielen sowie zu den Aktionsformen des Projekts hergestellt. Es handelt sich um interaktive Ansätze, bei denen die Akteure Menschen und Bienen sind. Das Projekt schafft also keinen ausgewiesenen Schutzraum für die Natur, aus der Menschen möglichst herausgehalten werden, sondern setzt auf die Möglichkeiten, wie Bienen und Menschen Natur gegenseitig nutzen können, ohne die natürlichen Prozesse der biologischen Vielfaltsbildung zu beeinträchtigen. Die Website des Vereins stellt die interaktiven Ansätze in ihren zietlichen und thematischen Zuordnungen dar.
(www.das-bienenhaus.de)





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Dokumente

Die Broschüre ´Das Bienenhaus´ - Werkbericht (pdf)

Der Verein ´Das Bienenhaus´

 

Besuchen Sie uns

Bienenhaus der Schaumburger Waldimkerei

Zum Forsthaus 21
31552 Apelern

Öffnungszeiten: Mi 14-18 Uhr Tag der Offenen Tür, sonst n.V.

Frau Elisabeth Brüggemann
Tel.:030 - 68323118
info@das-bienenhaus.de
http://www.das-bienenhaus.de

 

Weitere Infos

Bienenhaus e.V.
Apelern

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