Quellschutz im Ampertal

"Wenn es für mich ein Heilmittel gibt, so wird es das Wasser sein." Sebastian Kneipp – Quellen sind als Ursprung unserer Fließgewässer und Inbegriff für Natürlichkeit und Reinheit eine der grundlegendsten Naturressourcen für die menschliche Gesundheit. Vereinzelte Quellbereiche werden auch heute noch als mystische und heilige Orte verehrt. Zudem sind Quellen grundsätzlich "Hotspots" der Biodiversität und bieten Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Doch viele Quellen fristen wortwörtlich ein Schattendasein. Der Zustand ist oft unklar und vielfach besteht dringender Handlungsbedarf. Das Projekt "Quellschutz im Ampertal" setzt genau hier an. Zur offiziellen Auftaktveranstaltung Ende Oktober 2017 kamen u.a. der Landrat, Vertreter der Heinz-Sielmann-Stiftung sowie der Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds. Nach der Identifizierung der Eigentümer an allen Quellstandorten, konnten im Dezember 2017 am Hangquellmoor in Giesenbach zudem Gelbbauchunken-Gewässer geschaffen bzw. renaturiert werden.

Das Aktionsprogram "Quellen in Bayern", welches vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und dem Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) ins Leben gerufen wurde, unterstreicht den besonderen Schutzstatus von Quellen. Im Rahmen des Aktionsprograms, welches unter der Leitung des Bayerischen Landesamt für Umwelt ist, wurden bayernweit bereits eine Vielzahl von Quellschutzmaßnahmen umgesetzt.
Durch Gründung einer Trägergemeinschaft mit der Heinz-Sielmann-Stiftung konnte der Landschaftspflegeverband Freising e.V. Anfang 2017 den Projektantrag "Quellschutz im Ampertal" beim Bayerischen Naturschutzfonds einreichen, um den Schutz dieser gefährdeten Biotope auch im Landkreis Freising zu verbessern.
Nach der Bewilligung Mitte 2017 ist nun die Bestandsaufnahme und Bewertung über den aktuellen Zustand von 21 Sonderstandorten (ABSP-Flächen mit Quellbereichen) entlang der Amperleiten möglich. Dies geschieht mit Hilfe des Bayerischen Quellerfassungsbogens (BayQEB Basis + Detail). Anhand des Bewertungsbogens werden Maßnahmen abgeleitet, um den Zustand des Quellbereichs zu verbessern und langfristig zu sichern. Um eine maximale Wirkung der Maßnahmen zu erzielen wird neben dem Bayrischen Quellerfassungsbogen z.T. auch eine Untersuchung der Molluskenfauna an vereinzelten Quellstandorten durchgeführt. Das Vorkommen naturschutzfachlich relevanter Arten ist wahrscheinlich und die genaue Lokalisierung von Vorkommen und Populationen gefährdeteter Arten soll die Priorisierung von Maßnahmen erleichtern. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der in Bayern vom Aussterben bedrohten Zweizähnige Laubschnecke (Perforatella bidentata; RL BY 1), der gefährdeten "Gestreifte Windelschnecke" (Vertigo substriata) und der "Linksgewundene Windelschnecke" (Vertigo pusilla). Im Hangfußbereich bzw. den Randzonen der Amperaue sind zudem mehrere Vorkommen der FFH-Anhangsarten Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana; RL BY 1) und Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior; RL BY 3) bekannt.

Gemeinsam mit den jeweiligen Flurstückseigentümern und Anwohnern wird versucht diese Maßnahmen einzuleiten und umzusetzen. Die Sensibilisierung von Eigentümern, Behörden und Kommunalvertretern im Hinblick auf Quellen und deren besonderen Schutzstatus, steht hierbei im Mittelpunkt.

Die Ziele des Projekts wurden dementsprechend wie folgt definiert: "Aufnahme und Bewertung der Flächen, Sensibilisierung und gemeinschaftliche Suche nach Lösungen mit betroffenen Eigentümern und anschließend die Einleitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Optimierung der Quellbereiche."

Ende August 2017 konnte bereist eine erste Maßnahme (Röhrichtmahd) im Hangquellmoor Giesenbach umgesetzt werden. Der Zustand des Moorkörpers im FFH-Gebiet wurde über die Jahre immer schlechter. Durch Röhrichtmahd in unmittelbarer Umgebung, Neophytenbekämpfung und Gehölzrückschitt soll Raum geschaffen werden für den Erhalt und ggf. Wiederherstellung des Kalkreichen Niedermoorkörpers und der angrenzenden Pfeifengraswiesen mit ihren charkateristischen Arten.
Zur offizielle Auftaktveranstaltung Ende Oktober 2017 kamen der Landrat, Vorstand der Heinz-Sielmann-Stiftung, sowie der Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds. Nach der Identifizoerung der Eigentümer an allen Quellstandorten konnten im Dezember 2017 am Hangquellmoor in Giesenbach zudem Gelbbauchunken Gewässer geschaffen bzw. renaturiert werden.
Wir sind optimistische durch Bearbeitung der restlichen Quellstandorte mehr Maßnahmen vorbildhaft umsetzen zu können. Weitere mögliche Maßnahmen zur Renaturierung der restlichen Quellbereiche sind: Rückbau von Quellfassungen, Auflassen und Umgestaltung von künstlichen Quell-Stillgewässern, Entfernung von Ablagerungen, Auszäunung von Quellbereichen, Waldumbau, Extensivierung bzw. Einstellung der landwirtschaftlichen Nutzung in unmittelbarer Umgebung des Quellstandorts, Besucherlenkende Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Auch der Kauf von Flurstücken ist eine Option um Quellbereiche langfristig zu schützen und/oder Pufferzonen zu errichten.

Gemeinsam mehr erreichen! Durch Unterstützung und Mithilfe von engagierten Mitbürgern können wir mehr Leute ansprechen und zusammen mehr Maßnahmen umsetzen, um den einzigartigen Lebensraum "Quelle" auch für kommende Generationen zu bewahren.




Bezug zur biologischen Vielfalt:

Quellen sind "Hotspots" der Biodiversität. Quell-Arten wie Perforatella bidentata (Zweizähnige Laubschnecke) oder Vertigo moulinsiana (Bauchige Windelschnecke) sind akut vom Aussterben bedroht und die vereinzelten Populationen verschwinden vollständig zusammen mit jeder Quelle, deren Zustand unter ein gewisses Qualitätsniveau sinkt. Aber auch viele Pflanzenarten wie Gladiolus palustris (Sumpf-Gladiole) oder Menyanthes trifoliata (Fiberklee) sind auf gesunde Quellebereiche angewiesen. Nicht zuletzt ist der Quellbereich stets der Ursprung eines jeden Fließgewässers und damit direkt und ursprünglich mit der Wasserqualität und der biologischen Vielfalt im und entlang der Fließgewässer verbunden.
Als "Flagship Biotope" lassen sich mit dem positiven Image von Quellen zudem Inhalte zum Schutz der biologischen Vielfalt im Allgemeinen kommunizieren.


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Herr Fabian Eichhorn

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