Wanderfisch

Gemeinsam mit dem Stör nimmt das Projekt "Wanderfisch" Kinder und Jugendliche mit auf eine Reise aus den Flüssen zum Meer und wieder zurück. Neue Formate der Wissensvermittlung, die innerhalb des Projektes entwickelt wurden, kommen im Schulunterricht und im außerschulischen Bereich zum Einsatz, um non-formales und informelles Lernen zu ermöglichen und Schülerinnen und Schüler für unsere heimischen Gewässer zu begeistern und sie für den Schutz ihrer biologischen Vielfalt zu sensibilisieren.

Wanderfische wie der Stör verbinden auf eindrucksvolle Weise das Meer mit den Küstengebieten und unseren Fließgewässern. Während anderen Fischen ein einzelner Bach oder See als Lebensraum genügt, sind Wanderfische anspruchsvoll: Wie wir Menschen suchen sie für jede Lebensphase die passende Umgebung. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie dabei im Meer, zur Vermehrung jedoch ziehen sie hunderte Kilometer unsere Flüsse hinauf.
Einst gehörten die Störe - die größten Wander- und Flussfische unserer Breiten - zum festen Inventar europäischer Gewässer. Doch Wehre, Verschmutzung und Gewässerausbau versperrten den Tieren den Weg in ihre Laichgründe und entzogen den Fischlarven ihre Lebens- und Nahrungsgrundlage. Im Verbund mit einer nicht nachhaltigen Befischung brachen die Bestände gegen Ende des 19. Jahrhunderts dramatisch ein. Mittlerweile zählen unsere heimischen Störe weltweit zu den am stärksten bedrohten Fischarten: In Deutschland gelten sie als ausgestorben, im übrigen Europa existiert nur noch ein einziger Bestand in Frankreich. Der Stör steht damit auch stellvertretend für die weltweite Biodiversitätskrise, von der die Unterwasserwelt besonders stark betroffen ist. Maßnahmen zum Schutz der Störe – wie die Verbesserung der Lebensräume – nützen auch anderen Arten und dienen damit dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
Das Wiederansiedlungsprojekt des Störs bietet viele Anknüpfungspunkte, um Schülerinnen und Schüler aktiv in ein wissenschaftliches Artenschutzprojekt einzubinden. Das Projekt zeigt außerdem anschaulich, welchen Beitrag Forschung und Wissenschaft für die nachhaltige Gestaltung und Nutzung aquatischer Lebensräume leisten.
Hierfür wurden innerhalb des Projektes verschiedene partizipative sowie informative Elemente konzipiert, die Kinder und Jugendliche zum Lernen, Mitmachen und Gestalten einladen. Bildungseinrichtungen finden alle Informationen über die Faszination der Unterwasserwelt sowie die Problematik der Gewässernutzung und Möglichkeiten für ihren Schutz auf der Wanderfisch-Webseite. In einem kurzen Animationsfilm erfahren Schülerinnen und Schüler mehr über die Geschichte des Störs und können im Stör-Quiz ihr neu erworbenes Wissen testen. Die Wanderausstellung, die Bildungseinrichtungen kostenfrei ausleihen können, bringt die Wanderfische direkt in die Klassenzimmer. Durch gemeinsame Besatzaktionen an der Oder und Elbe werden die Schulklassen raus in die Natur und mitten rein in ein Artenschutzprogramm geholt, die regelmäßig im Frühjahr und Spätsommer stattfinden. www.wanderfisch.info

Aquarien in denen der Stör bewundert werden kann:
Bleckede Biosphärium
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Nationalparkzentrum Multimar Wattforum
NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle
Nordsee Aquarium Borkum
Müritzeum Waren

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Störe gehören zu den faszinierendsten und am stärksten bedrohten Fischarten in Deutschland und haben hohen Sympathiewert. An ihrer Lebensweise lassen sich Themen wie Artenschutz, Gewässerverbauung und -verschmutzung, sowie die Verbindung von Fluss und Meer praxisnah vermitteln. Problemfelder, die Schulklassen am Beispiel des Störs erarbeiten, sind außerdem auch auf andere wandernde Tierarten und die Fülle der aquatischen Organismen anwendbar. Der Stör nimmt daher eine symbolische Rolle ein und zeigt wie die Zerstörung von Lebensräumen durch menschliche Gewässernutzung zu einem Verlust der Biodiversität geführt hat.
Gelingt es, Störe langfristig in unsere Gewässer zurückzuführen, bedeutet das auch Gutes für die Zukunft anderer Wasserlebewesen. Denn Störe sind auf die Erhaltung verschiedener Gewässerabschnitte entlang ihrer Wanderrouten angewiesen. Diese stellen wiederum Lebensräume für diverse aquatische Organismen dar, die sich zwischen Fluss und Meer tummeln. Der lange Lebenszyklus des Störs macht es außerdem erforderlich, dass das Engagement um seinen Schutz über viele Generationen aufrechterhalten bleibt. Die vermeintlichen Erfolge der Wiederansiedlung von heute werden frühestens in 15 bis 20 Jahren geerntet werden, wenn die ersten Individuen zur Fortpflanzung in ihre heimischen Fließgewässer zurückkehren. Die Einbindung von Schüler*innen schafft die Grundlage für dieses langfristige Ansinnen, indem es die Jüngsten dazu anspornt, sich für den Artenschutz einzusetzen.

Video:


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