Garten findet Stadt

Die Ausstellung zeigt, wie jeder grüne Vielfalt ressourcenschonend und insektenfreundlich auf dem Balkon, Flachdach oder im Kleingarten selbst erschaffen kann. Hierfür werden verschiedene Gartentypen, Anbautechniken und Pflanzensorten vorgestellt. Darüber hinaus erklärt ein Modellexperiment relevante wissenschaftliche Zusammenhänge, die für den Gartenbau wichtig sind.

Ziele:
Das Hauptziel der Ausstellung ist es, das Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung von biologischer Vielfalt (Funktion und Ästhetik) zu schärfen. Um diese zu erhalten, sollen praktische Tipps für ein ressourcenschonendes und die biologische Vielfalt förderndes Gärtnern vermittelt werden.
Daneben sollen wissenschaftliche Untersuchungen zur biologischen Vielfalt vorgestellt werden, welche am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig durchgeführt werden. Dem Forschungszentrum ist es ein großes Anliegen eine Brücke zur Leipziger Bevölkerung zu schlagen, um die Bedeutung von biologischer Vielfalt und deren Erforschung zu vermitteln.

Maßnahmen:
Die Ausstellung zeigt konventionelle und naturnahe Garten-, Balkon- und Dachgartentypen als auch verschiedene Gemüse- und Kräuterpflanzen, Bodentypen, Düngemittel und Bewässerungstechniken. Beispielsweise stellen die Initiatoren neben den im Supermarkt angebotenen Tomaten- und Paprikahybridpflanzen auch ihre widerstandsfähigeren „ursprünglicheren“ Verwandten vor. Schautafeln neben den Exponaten erläutern verschiedene Themen näher, schildern Vor- und Nachteile und geben weiterführende Informationen. Ebenso stellt die zur Ausstellung gehörende Webseite (https://garten-findet-stadt.de) praktische Tipps, wie Bauanleitungen für Pflanztürme und Fenstergärten als auch Informationen zum Lieferanten leichter Dachgartensubstrate, zur Verfügung.
Durch die Einbindung von Partnern, wie dem Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V. oder dem Gemeinschaftsgarten Annalinde gGmbH, wird zum Beispiel durch Gartenfachberatungen (Pflanzenkrankheiten und Nährstoffgehalt im eigenen Gemüsebeet) und Fahrradexkursionen zu „Vorzeigegärten“ im Stadtgebiet weiteres Wissen vermittelt und zum eigenen Handeln angeregt. Weitere Partner der Ausstellung sind die Stadt Leipzig, das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung und die Universität Leipzig.

Daneben stellt die Ausstellung zwei ausgewählte Forschungsinhalte des Forschungszentrums iDiv Halle-Jena-Leipzig vor:
Das erste Exponat zeigt den europäischen Regenwurm und die durch ihm verursachten Veränderungen in nordamerikanischen Wäldern. Diese Wälder sind seit der letzten Eiszeit „regenwurmfrei“ und damit nicht an diese Tiere angepasst. Durch das unbedachte Entsorgen von Anglern verursachen die Regenwürmer lokal starke Schäden in den nordamerikanischen Wäldern. Die Schautafeln präsentieren die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen auf den Waldboden und die Vegetation.
Im zweiten Exponat ist ein Modellexperiment aufgebaut. In diesem untersuchen WissenschaftlerInnen, wie Kohlpflanzen die Produktion ihrer Abwehrstoffe (Bitterstoffe) gegenüber Fraßfeinden regulieren. Dazu werden Raupen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae), welche Fraßfeinde des Kohls sind, auf die Blätter der Rosenkohlversuchspflanzen gesetzt. Die Versuchsabläufe der Blattentnahme und Analyse im Labor, als auch die aktuellen Forschungsergebnisse werden auf Schautafeln kommuniziert.
Beide Exponate werden regelmäßig einer breiten Öffentlichkeit in Form von Führungen erläutert. Zusätzlich gibt es einen wissenschaftlichen Vortrag („Chemische Kriegsführung zwischen Pflanzen und herbivoren Insekten“), der die wissenschaftlichen Erkenntnisse vertieft und erweitert.

Die Ausstellung stellt das Projekt „Von Kindergarten zu Gartenkindern“ vor, eine Kooperation des Botanischen Gartens der Universität Leipzig mit dem benachbarten Kindergarten „UNIKAT“. Ziel ist, Stadtkindern eine wertschätzende Beziehung zur Natur zu ermöglichen. Unter Anleitung betreuen die kleinen GärtnerInnen das ganze Jahr hindurch vier Hochbeete. Dabei lernen sie das Gärtnern vom Anlegen der Beete, über den Anbau von Nutz- und Zierpflanzen, bis hin zum Einholen und Verarbeiten der Ernte. Zusätzlich reinigen die Kinder Pflanzensamen und gewinnen damit das Saatgut für das folgende Jahr.
Bereits nach einem Jahr zeigt die Kooperation große Erfolge, da die 15 teilnehmenden Kinder ein wertschätzendes Verhalten gegenüber Pflanzen entwickelt haben. Die reiche Ernte auf den vier Hochbeeten zeugt vom gärtnerischen Erfolg der kleinen GärtnerInnen.

Ergebnisse:
Sowohl die Ausstellung als auch die ausstellungbegleitenden Veranstaltungen weisen meist eine hohe BesucherInnenzahl auf. Während der Führungen stellen die BesucherInnen viele interessierte Fragen und es entsteht ein reger Austausch zwischen den Initiatoren und der Bevölkerung.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Ausstellung thematisiert die Funktion und Wichtigkeit tierischer und pflanzlicher Diversität; diese bilden den roten Faden des Konzepts. Die BesucherInnen begegnen immer wieder dem Thema biologische Vielfalt – ob im Ausstellungsbereich „Balkon- und Dachgärten“, „Gartentechniken und Wissenschaft“ oder „Kinderbeet und Tiere im Garten“. Beim Thema „Tiere im Garten“ lernen die BesucherInnen beispielweise, dass der eigene Garten oft schon Lebensraum und Nahrungsquelle für viele verschiede Tiere ist. Ebenso vermittelt die Ausstellung, dass sich dieser Garten mit einfachen Maßnahmen, wie dem Anbringen von Vogel- und Fledermausnistkästen, dem Aufstellen von Insektenhotels, oder dem Pflanzen bestimmter Sträucher und Bäume, in ein persönliches Naturschutzgebiet verwandeln lässt.


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Besuchen Sie uns

Botanischer Garten der Universität Leipzig

Linnéstraße 1
04103 Leipzig

Öffnungszeiten: www.bota.uni-leipzig.de/start/

Frau Ulrike Pulanco
Tel.:0341 / 36 850
garten@idiv.de
https://garten-findet-stadt.de

 

Weitere Infos

Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Botanischen Garten der Universität Leipzig
Leipzig

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