Sonderwettbewerb Soziale Natur

Artenvielfalt inklusiv!

Am Lernort Zoo erleben Gruppen von Erwachsenen mit und ohne geistige Behinderung die Artenvielfalt. In fünf möglichen Themenschwerpunkten werden verschiedene Tiere mit ihren Besonderheiten und Bedürfnissen besprochen. In angepasster Lerngeschwindigkeit stehen Themen wie Fische + Reptilien, Vögel, Zootiere, der Lebensraum Nordsee und Artenschutz im Fokus. Durch schrittweises Erkunden und Wiederholen entdecken die Teilnehmenden nach ihren individuellen Möglichkeiten die Eigenschaften, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Tiere und deren Bedeutung für das Ökosystem Erde. Lebende Tiere, Präparate und andere plastische Anschauungsmaterialien unterstützen dabei das Erforschen mit allen Sinnen.


Das Angebot von Workshops für Gruppen von Erwachsenen mit und ohne geistige Behinderung ist vielseitig und bietet eine abwechslungsreiche Themenauswahl. Das Programm eignet sich zum Beispiel als Fortbildungsinhalt für Mitarbeiter*innen von Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Arbeitsgruppen psychisch kranker Menschen. Die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der Teilnehmenden liegt uns dabei sehr am Herzen.
Ziel der Workshops ist ein gemeinsames Lernerlebnis, das die Teilnehmenden mit den Besonderheiten von verschiedenen Tieren und Naturphänomenen vertraut macht, sie fasziniert und letztendlich für den Schutz der Artenvielfalt sensibilisiert und motiviert.
Der / die Zoopädagoge/in bedient sich während des gesamten Workshops der Leichten Sprache, d.h. beispielsweise der Verwendung kurzer Sätze mit einfacher Wortwahl. Auf schwierige Wörter wird hingewiesen. Diese werden zudem unter Zuhilfenahme von Wort-Bild-Karten erklärt. So haben alle Teilnehmenden die gleichen Chancen dem Inhalt des Kurses zu folgen.
Im Folgenden werden zwei der insgesamt fünf verschiedenen Workshop-Themen in der Übersicht beschrieben um die einzelnen Elemente zu verdeutlichen:
Thema: Zootiere – Entdeckung des Außenreviers
Zunächst steht die Entdeckung und Erkundung verschiedener Körpermerkmale von diversen Tieren im Fokus, um sich mit den thematisierten Tieren vertraut zu machen. Dies wird durch ein interaktives Zuordnungsspiel eingeleitet: Welche Feder/Haut/Fell gehört zu welchem Tier? Die eingesetzten Präparate und Stofftiere sollen dabei mit möglichst vielen Sinnen untersucht werden. So wird ein ganzheitliches Entdecken gefördert, das die individuellen Möglichkeiten des Einzelnen berücksichtigt. Die anschließende Beobachtung der dazugehörigen lebenden Tiere in ihren Anlagen ermöglicht es das zuvor Erlebte mit den natürlichen Gegebenheiten zu verknüpfen. Praktische Kurselemente, wie die Untersuchung der Funktion des Tierfells und die Bedeutung der Fellpflege verstärken dies im weiteren Verlauf des Kurses. Das Striegeln der Tiere im Haustierbereich schafft eine anschauliche Überleitung zum Thema Tierpflege und deren Wichtigkeit für eine artgemäße Tierhaltung. Eine zentrale Rolle spielen dabei verschiedene Futterbeschäftigungen, die die Teilnehmenden unter Anleitung und im Dialog mit den Tierpfleger*innen anfertigen. Im Anschluss erfolgt die gemeinsame Platzierung der selbstgebauten Futterbeschäftigungen in den Tieranlagen. Die Beobachtung der Tiere bei der Futtersuche bewirkt eine direkte positive Rückmeldung für das zuvor Geschaffene. Daneben können die Tiere aus der Nähe bei der Futtersuche beobachtet werden. Die Vorlieben für spezielle Nahrungsmittel und die Art und Weise sich Zugang zum Futter zu verschaffen, verdeutlichen das natürliche und unterschiedliche Verhalten einzelner Tierarten.
Thema: Was schwimmt und kriecht denn da?
In einem weiteren Programm werden schwerpunktmäßig die Tiere, die in Aquarien und Terrarien gehalten werden, erforscht. Da sich dieses Angebot räumlich auf das Aquarien- und Terrarienhaus des Tierparks beschränkt und damit auch unabhängig von Wettereinflüssen ist, erscheint es besonders für weniger mobile Teilnehmende geeignet.
Zur Erkundung der Fischanatomie wird ein Hering untersucht. Dies darf mit (fast) allen Sinnen erfolgen. Lernziel dabei ist die Erkennung und Benennung der unterschiedlichen Flossen, die Stellung und Beweglichkeit des Mauls, sowie die Erkennung und Untersuchung der Kiemen. Besonders das haptische Erlebnis sorgt für ein besseres Verständnis der Beweglichkeit der einzelnen Körperteile. Bei der Beobachtung der Haie am großen Riffaquarium kann das zuvor Entdeckte wiederholt und abgeglichen werden. Ein Arbeitsblatt unterstützt die Teilnehmenden bei der Beobachtung und gibt zieldifferente Anweisungen bzw. Hilfestellungen. Da die Bearbeitung in Kleingruppen geschieht, können sich die Teilnehmenden dabei untereinander austauschen und ihre Stärken kombinieren, um zu einem gemeinsamen Erfolgserlebnis zu gelangen.
In zweiten Teil des Programms findet das genaue Erkunden der Tiergruppe der Reptilien statt: Welche Tiere gehören dazu? Was sind gemeinsame, was die unterschiedlichen Merkmale? In Kleingruppen entdecken die Teilnehmenden, in welchen Lebensräumen verschiedene Reptilien anzutreffen sind. Die Untersuchung der Bedürfnisse verschiedener Reptilien in puncto Futter steht als nächster Themenschwerpunkt im Fokus. Dies wird mit Hilfe von bereits vorbereiteten Futterportionen anschaulich ermöglicht. Die Teilnehmenden ordnen in gegenseitiger Beratung die Futterportionen den jeweiligen Tierarten zu. Es folgt die Fütterung von Bartagame, Schildkröte usw., sodass das Fressverhalten genau beobachtet werden kann. Als abschließendes Highlight des Workshops erfolgt die hautnahe Begegnung mit einer Schlange und einer Echse. Diese erlaubt ein direktes Erleben der Körperform, Hautbeschaffenheit und Körperbewegung und hat einen nachhaltigen Faszinationseffekt für diese Tieregruppe.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Zooschule des Bochumer Tierparks ermöglicht allen Personengruppen ein ganzheitliches Lernerlebnis am außerschulischen Lernort Zoo. Biologische Inhalte werden dafür verständlich aufbereitet, sodass Menschen jeden Alters mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten in der Lage sind sich mit komplexen Themen zu befassen und auseinanderzusetzen.
So gelingt es alle Teilnehmenden für Tiere und Natur zu faszinieren und für die Bedeutung und den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren. Durch ein individuelles Lerntempo und die an Gruppendynamik und –zusammensetzung angepassten Materialien, erhält jede(r) die Chance nach ihren/seinen Möglichkeiten dem Thema Artenvielfalt zu begegnen, sodass ein gemeinsames Erleben, Entdecken und Lernen gestattet wird.
Durch die Verwendung von Leichter Sprache, erhalten Menschen mit geistiger Behinderung oder mit Lernschwierigkeiten die gleichen Chancen dem Inhalt des Kurses zu folgen.
Die Motivation sich nachhaltig mit dem Thema Natur und Umwelt auseinander zusetzen wird durch gemeinsame und individuelle (Tier-) Erlebnisse gesteigert. Die Auswahl an verschiedenen Themenschwerpunkten schafft dabei viel Raum und diverse Möglichkeiten - am Lernort Zoo aber auch im Nachgang - das Erlebte für themenbezogene Gesprächs- und Handlungs-Anlässe zu nutzen und sich nachhaltig mit dem Thema Artenvielfalt und deren Bedeutung für das Ökosystem Erde auseinanderzusetzen.


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Tierpark + Fossilium Bochum

Klinik Straße 49
44791 Bochum

Öffnungszeiten: Nov .- Feb.: 9:00 - 16:30 Uhr, Mär. + Okt.: 9:00 - 18:00 Uhr, Apr. - Sep.: 9:00 - 19:00 Uhr

Frau Judith Becker
Tel.:0234-9502923
zooschule@tierpark-bochum.de
http://www.tierpark-bochum.de

 

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