Sonderwettbewerb Soziale Natur

Der Arnsberger Natur-Erlebnis-Raum: Von vielen - für alle

Natur-Erlebnis-Räume haben in Süddeutschland eine weite Verbreitung. Die Stadt Arnsberg hat als eine der wenigen Kommunen in NRW ein Projekt zum Bau eines Natur-Erlebnis-Raums durchgeführt. Die Dynamik des Projekts und das Ergebnis haben alle Beteiligten überzeugt. Der Weg von den ersten Ideen bis zur Umsetzung war lang und arbeitsintensiv. Die Vorgehens- und Verfahrensweisen stellten neue Herausforderungen dar. Gerade das machte den Reiz des Projekts aus.
Auf Wunsch der Bürgerschaft sollten Freiräume geschaffen werden, welche die Interaktion der verschiedenen Generationen fördern und die biologische Vielfalt im urbanen Raum erhalten. Der Natur-Erlebnis-Raum sollte im Dialog und unter Mithilfe der Bürgerschaft und den örtlichen Gruppierungen entwickelt werden. Das Projekt fand sehr früh die Zustimmung aller Beteiligten. Dabei ergab die Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW einen besonderen Input.
Die Planung und Koordination der Maßnahme wurde in die Hände einer vielschichtig zusammengesetzten Steuerungsgruppe gelegt. Die hohe Flexibilität der Gruppe, der städtischen Projektverantwortlichen und der beteiligten Firmen, hat einen Entwicklungsprozess ermöglicht, der alle Teilnehmer beflügelt hat.

Im Zuge konzeptioneller Änderungen im Bereich von Spiel- und Freizeitflächen wurde durch die Stadt Arnsberg das Projekt "Natur-Erlebnis-Raum" initiiert. Der Weg von den ersten Ideen bis zur Umsetzung war lang und arbeitsintensiv. Die Vorgehens- und Verfahrensweisen stellten neue Herausforderungen dar. Gerade das machte den Reiz der Bearbeitung aus.
Die Entstehung war ein stetiger Prozess. Aufgrund geringer Finanzmittel waren die vorhandenen Anlagen nur unzureichend zu unterhalten und wurden zahlreich zurückgebaut. Durch die Einsparungen bei der Unterhaltung und den Mitteln aus dem Verkauf von Flächen, konnten die verbleibenden Plätze deutlich aufgewertet und die ihre Aufenthaltsqualität für die jeweilige Zielgruppe nachhaltig gesteigert werden.
Auf Wunsch der Bürgerschaft sollten aber auch Freiräume geschaffen werden, welche die Interaktion der verschiedenen Generationen fördern und den Erhalt der biologischen Vielfalt im urbanen Raum ermöglichen. Der Freiraum sollte eine hohe Aufenthaltsqualität und naturnahe Aktivitäten für eine breite Nutzergruppe bieten. Daher initiierte die Stadt Arnsberg das Projekt „Natur-Erlebnis-Raum“. Dieser sollte unter Mithilfe der Bürgerschaft und örtlicher Gruppierungen entwickelt werden. Das Projekt fand sehr früh eine breite Zustimmung.
Zu Beginn stand eine intensive Akquise, um interessierte Bürgerinnen und Bürger für das Projekt zu begeistern. Skizziert wurden die Grundzüge der Idee, die als phantasievoll gestaltete Landschaft und eine von Pflanzen dominierte Fläche mit begleitenden Spielgeräten beschrieben wurde. Bereits im Vorfeld gewünschte Elemente waren ein Labyrinth, attraktive Sitzmöglichkeiten und ein Trimm-dich-Parcours. Das Projekt wurde in der Öffentlichkeit beworben und die Verwendung eines eigenen Logos transportiert die Idee im öffentlichen Leben. Die Beteiligung an den Arbeiten war für jeden möglich. Durch die intensive Nutzung aller verfügbaren Kommunikationswege, konnten innerhalb vom Projektzeitraum über 400 Teilnehmer gewonnen werden.
Einen besonderen Input ergab die intensiven Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW. Es entstand die „Lernstation Ruhr“ und das „blauen Klassenzimmer“. Weil das Ökosystem Fluss nicht in allen seinen Teilen greifbar ist, sollten die typischen Merkmale eines Flussabschnitts dargestellt werden. Ein Trockenbachbett mit Uferzonen, flussbegleitende Pflanzen, die Möglichkeiten der Wasseruntersuchung und die Informationen zur Tierwelt im und am Gewässer machen nun die biologische Vielfalt erlebbar. Durch das Land NRW erfolgte eine Förderung dieses Pilotprojekts.
Das zentrale Element des Projekts war die Steuerungsgruppe. Sie wurde mit Vertretern verschiedener Institutionen besetzt. Die Auswahl erfolgte anhand von Bewerbungen. Beim Auswahlprozess wurde auf eine ausgewogene Durchmischung aller Alters- und Sozialgruppen besonders geachtet. Ziel war es, dass sich diese gesellschaftliche Breite auch im Ergebnis niederschlägt. Die Steuerungsgruppe bestimmte den Organisationsrahmen und plante das Gesamtkonzept für das Gelände. Sie blieb über den gesamten Projektverlauf erhalten, nahm Ideen auf und ließ diese in die Umsetzung einfließen.
Nach einer einjährigen Vorlaufphase startete die bauliche Umsetzung. Die Geländemodellierung und die Anlage des Wegesystems wurden durch eine Fachfirma durchgeführt. Auf der Baustelle gab es keine bemaßten Pläne oder technischen Regelwerke, an denen sich die Ausführenden orientieren konnten. Aus dem Wegesystem ergaben sich „Aktivitätsfelder“ für die Umsetzung der geplanten Elemente. Diese wurden durch unterschiedliche Projektgruppen realisiert. Dabei wurden die Anliegen der Steuerungsgruppe mit großem Einfühlungsvermögen umgesetzt..Auch während des Baus konnten neue Überlegungen eingearbeitet werden.
Markante Punkte im Natur-Erlebnis-Raum bilden die zwei mächtigen Stahlkörper des akustischen Wellenreiters. Spricht man in eine Schale, wird der Schall reflektiert und von der zweiten Schale aufgefangen. Dadurch kann selbst ein „flüstern“ über die Distanz getragen werden. Der Fluss wird als Hindernis überwunden und die Kommunikation ermöglicht. Die Idee entstammt einem Projekt von Jan Bornemann, welches am Phoenixsee in Dortmund realisiert wurde. Das Thema Welle und Transport und die Verbindung durch eine akustische Brücke über den Fluss passen gut in die verwendeten Themenbereiche.
Nach vierjähriger Bauzeit wurde des letzte Element im Natur-Erlebnis-Raum erstellt. Das Fazit zur Planung, Erarbeitung und Nutzung fällt von allen Seiten sehr positiv aus. Die intensive und breit angelegte Informationskampagne stellte sich als ein wichtiger Baustein für die nachfolgenden Arbeitsschritte heraus. Der Grundstein einer hohen Bürgerbeteiligung und einer großen Ideenvielfalt wurde gelegt. Durch den offenen Dialog entstand ein schlüssiges Gesamtkonzept. In diesem finden sich die Themen Spiel und Bewegung, Naturerlebnis und Artenschutz, Ruhe und Kommunikation sowie Kunst und Kreativität.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die Verwendung standortgerechter heimischer Wildstauden und Gehölze ergibt sich eine attraktive, pflegeextensive Bepflanzung mit einer hohen biologischen Vielfalt. Die abgestimmte Verwendung von Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeitpunkten setzt jahreszeitliche Akzente und bietet Lebensraum für unzählige Tierarten. Verwendet wurden etwa 280 verschiedene Stauden- und Gehölzarten.
Die dauerhafte Unterhaltung der Wildstaudenflächen und der verschiedenartigen Weidenkonstruktionen erfolgt durch freiwillige Helferinnen und Helfer. Um die richtige Pflege zu erlernen, wurden jahreszeitabhängige Schulungen zur Unterhaltung durchgeführt. Den Teilnehmern wurden die Techniken und der Umfang der notwendigen Arbeitsschritte gezeigt und sie wurden bezüglich der Besonderheiten der verwendeten Pflanzen sensibilisiert. Damit soll die natürliche Entwicklung und Versamung der Pflanzen gefördert werden. Die dauerhafte Gewährleistung der ökologischen Funktion erscheint somit gesichert.
Durch die Einbindung der Bevölkerung über die Planung- und Umsetzungsphase hinaus, wird der Charakter der Anlage als Bürgerprojekt langfristig sichergestellt. Zahlreiche Paten unterstützen dies durch ehrenamtliches Engagement. Die Verantwortlichen erhoffen sich, neben der Intensivierung der Bindung von Bürgerinnen und Bürger mit „ihrem“ Natur-Erlebnis-Raum, auch eine höhere soziale Kontrolle, um Schäden durch Vandalismus weitegehend zu vermeiden.


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Dokumente

Pflanzenliste Natur-Erlebnis-Raum Arnsberg.pdf

Flyer Natur-Erlebnis-Raum.pdf

Ausführungsplan Natur-Erlebnis-Raum.pdf

Planung Lernstation Ruhrstruktur.pdf

 

Besuchen Sie uns

Natur-Erlebnis-Raum Arnsberg

Promenade 15
59821 Arnsberg

Öffnungszeiten: immer geöffnet

Herr Ralf Schmidt
Tel.:02932/201-4139
r.schmidt@arnsberg.de
http://www.arnsberg.de

 

Weitere Infos

Stadt Arnsberg, Fachdienst Grünflächenmanagement, Herr Ralf Schmidt
Arnsberg

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