Graue Kraniche und CO2 Speicher- seltenes Hochmoor retten

Naturefund will das Hamberger Moor nahe Bremen dauerhaft sichern, um wichtigen Lebensraum für viele einzigartige Pflanzen- und Tierarten, wie den streng geschützten Grauen Kranich, zu erhalten. Jahrhundertelang wurden Moore abgetorft und zerstört. Diese Gebiete sind jedoch aufgrund ihrer besonderen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenwelt, sowie Seltenheit besonders schützenswert. Das Hamberger Moor in Norddeutschland ist Teil einer der letzten großen Moorlandschaften in Deutschland, des Naturschutzgebietes Teufelsmoor. Nun besteht die Möglichkeit, private Flächen, die teilweise bewirtschaftet werden, im Hamberger Moor aufzukaufen und dauerhaft der Natur zurück zu geben. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort, dem Nabu Hambergen und der Unteren Naturschutzbehörde Osterholz-Scharmbeck, hat Naturefund sich zum Ziel gesetzt, mindestens 50.000 m² Moor zu kaufen und zu schützen. Die Flächen werden wiedervernässt und entkusselt. Über mehrere Jahre wird das trockengelegte Moor wieder in eine richtige Moorlandschaft verwandelt.


In Niedersachsen nahe Bremen liegt das größte, besiedelte Moorgebiet Deutschlands - das Teufelsmoor! Das Hamberger Moor ist Teil dieses einzigartigen Naturschutzgebietes unweit des berühmten Künstlerdorf Worpswede. Mitten in der Kernzone des Schutzgebietes stehen nun 30.000 m² ehemals private Flächen zum Kauf frei. Naturefund will diese bedeutende Chance nutzen und das Land dauerhaft sichern. Insgesamt hat es sich Naturefund zum Ziel gesetzt 50.000 m² zu schützen und Gespräche mit Eigentümern sind schon im Gange.

Hintergrund:
Die Eiszeit und sehr viele Jahre waren nötig damit sich in diesem Bereich Deutschlands ein Hochmoor bilden konnte. Da die Torfschichten des Moores unter optimalen Bedingungen nur bis zu 1mm/Jahr wachsen, können alte, weit unten gelegene Schichten schon mehrere tausend Jahre alt sein. Ein Spaten Moor hat somit 300 Jahre gebraucht um zu wachsen.

Seit dem 18.Jahrhundert wurde das Hamberger Hochmoor allerdings großflächig durch Entwässerungsgräben trockengelegt um dort Flächen zu erschließen und Torf abbauen zu können.
Ab den 1970er Jahren begann der Landkreis Moorflächen aufzukaufen damit moortypische Pflanzen und Tiere überleben können. Heute ist das Hamberger Moor Naturschutzgebiet und als FFH-Fläche ausgewiesen.

Besonderheiten:
Moor- und Torflächen sind nährstoffarm und säurereich. Dadurch bilden sie ein ganz spezielles Biotop, in dem besondere und seltene Arten vorkommen. Innerhalb des Teufelsmoores gibt es jedoch nur noch wenige intakte Hochmoorbereiche.

Unter den vielen vorkommenden Tierarten finden sich beispielsweise die gefährdete Kreuzotter und der streng geschützte Moorfrosch. Viele Libellenarten auf der Fläche, wie die gefährdete Hochmoor-Mosaikjungfer, brauchen die speziellen Umgebungsbedingungen um zu überleben. Auch der streng geschützte Graue Kranich (Grus Grus) findet hier ein Zuhause. Dank einiger Renaturierungsmaßnahmen sind bereits ein paar flache Moorseen entstanden, die für Kraniche ideale Rast und Futterplätze darstellen. Mittlerweile werden auch Brutpaare vermutet. Eine weitere exklusive beheimatete Art ist der Hochmoorbläuling. Der auf der roten Liste stehende Falter kommt im Landkreis nur noch im benachbarten Niedersandhausener Moor vor.

Im regenerierten Torfstichgebiet lassen sich neben Birken-Moorwäldern zum Teil sehr gut ausgeprägte Übergangs- und Schwingrasenmoore finden. Typische Arten wie Moor-Glockenheide (Erica tetralix),Wollgras (Eriophorum vaginatum) und viele weitere sind zu finden. Besonders hervorzuheben sind geschützte Arten wie der Sonnentau oder stark gefährdete Arten wie der Gagelstrauch.

Zudem dienen Moore als CO2-Senke und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Sie speichern Biomasse als Torf und damit CO2 über Jahrtausende. Daneben können Moore durch ihre Wasserspeicherfähigkeit als riesige, natürliche Rückhaltebecken fungieren und sind damit wichtige Landschaftselemente in Bezug auf Wetterextreme.

Da es nur noch wenige Moore in Deutschland gibt, ist der Schutz der wenigen verbliebenen Flächen sowie die großflächige Vernässung und Renaturierung ein wichtiges Ziel von Naturefund, um dieses besondere Biotop auch langfristig als Teil der biologischen Vielfalt zu bewahren. Das Projekt finanziert sich über private Spender und Sponsoren.

Betreuungskonzept:
Die Hochmoore sind durch menschliche Eingriffe überwiegend degeneriert und entwässert. Zusammen mit dem NABU Hambergen und der Unteren Naturschutzbehörde Osterholz-Scharmbeck wird ein Pflegeplan ausgearbeitet. Darunter fallen die Entnahme von Bäumen, das Verschließen von Gräben oder die Errichtung von Dämmen. Im besten Fall und langfristig sind keine Pflegemaßnahmen mehr notwendig, da sich ein gesundes Moor entwickelt hat. Eigentümer der Flächen wird der NABU Niedersachsen, der Erfahrung in der erfolgreichen Moor- Renaturierung hat.

Umsetzung:
Im November 2017 wurden die ersten Flächen gekauft. 28.396 m² wurden aus Privatbesitz übernommen und werden nun der Natur übergeben. Die Renaturierungsmaßnahmen starten auf diesen Flächen im Frühjahr 2018 mit Entkusseln.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der besonderen Flora und Fauna der Moorgebiete, die in Deutschland nur noch selten zu finden ist, wird ein dauerhaftes Habitat gesichert. Arten können hier einen Rückzugs- und Lebensraum finden. Diese seltenen, speziell angepassten Arten bleiben somit der biologischen Vielfalt der Region und auch ganz Deutschland erhalten.

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