Ein Bienenbaum-Wipfelpfad im Herzen Frankfurts

Bienen-Baum-Gut fördert die Entstehung und den Erhalt natürlicher Lebensräume für Bienen, sowie die Bildung für eine nachhaltige und artgerechte Bienenhaltung, die sowohl ökologischen als auch ökonomischen Begehrlichkeiten für Mensch und Natur gerecht wird.

Die Honigbiene ist ein Wildtier, das in freier Natur fast ausgestorben ist und dennoch wird sie rechtlich weder geschützt noch gefördert. Insbesondere in der Natur hat sie heute erschwerte Lebensbedingungen, denn ihre natürlichen Lebensräume fehlen. Wo das Überleben für Bienenvölker nicht mehr möglich ist, sind Landschaftsaufwertungen notwendig.

Die ursprünglich in Deutschland heimische Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera), eine Unterart der Westlichen Honigbiene Apis mellifera, wurde durch Importe von Leistungsfähigeren Bienenrassen fast vollständig verdrängt. Vereinzelt wird sie nur noch als Kulturbiene gehalten. Wir setzen aber große Hoffnung in die regional angepasste Landbiene. Sie kann sich viel besser an veränderbare regionale Bedingungen anpassen und zeichnet sich durch stärkere Wiederstandfähigkeit gegen Krankheiten und Parasiten aus. Daher bemühen wir uns darum, diese regional angepasste Honigbiene auf ihrem Weg zurück in die Natur zu begleiten.

Menschen fahren durch die Stadt, kommen aus der U-Bahn oder dem Bus und wundern sich. Was ist das hier auf dem Danziger Platz, Inmitten der Stadt? Ein Baumhaus für Kinder? „Nein, das ist der Bienenbaum, in dem Bienen so leben können, wie sie es immer schon getan haben. Nämlich in hohlen Baumstämmen. Aber Kinder und natürlich auch Erwachsene dürfen die Bienen hier gerne besuchen.“ antworten Cher und Corina Haurová. Als Initiatorinnen von BIENEN · BAUM · GUT haben sie mit ehrenamtlichen Einsatz den Bienenbaum-Wipfelpfad gebaut. Und zwar damit Interessierte die Bienen in ihrem ursprünglichen Lebensraum, den Bäumen, näher erleben und als schützenswertes Wildtier respektieren können.

Innerhalb des letzten Jahrhunderts hat der Mensch unzählige Eingriffe in den natürlichen Lebensraum und -rhythmus der Honigbiene vorgenommen. Die heutige, intensive Bienenhaltung mit ihren zahlreichen Eingriffen hat zu nicht mehr selbstständig überlebensfähigen Populationen geführt.

Aus diesem Grund setzt sich BIENEN · BAUM · GUT dafür ein, die natürliche Wesenheit der Honigbiene wieder zu respektieren. Natürlich führt dieser Weg zurück in die Vergangenheit, in der Bienen immer schon in symbiotischer Einheit mit Bäumen lebten. Denn die geschwächte, domestizierte Honigbiene braucht überhaupt erst einmal die Chance, durch natürliche Auswahl Resistenzen gegen Krankheiten entwickeln zu können. Damit das möglich wird, muss sich aber zuerst das menschliche Denken ändern. Dies bedeutet einzusehen, dass die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur häufig aufgrund der Komplexität gar nicht abzusehen sind. Es bedarf der Offenheit und Unterstützung für eine möglichst natürliche Lebensweise der Bienen. Selbst oder auch gerade weil sich das Machtverhältnis zwischen Mensch und Biene zugunsten der Biene verschieben wird. Und diesen benötigten Entwicklungsspielraum kann die Bienen am besten durch Rückwilderung in die Natur praktizieren. Wieder in Bäumen wildlebende Honigbienen bedürfen also des Schutzes, damit durch natürliche Selektion die Veranlagung zu Krankheiten bewältigt werden kann.

Also gibt es in Frankfurt es etwas neues, etwas in Deutschland einzigartiges: den Bienenbaum-Wipfelpfad. Hier werden die Bedürfnisse von Bienen, Umwelt und Menschen im Herzen Frankfurts zusammen gebracht. Und natürlich im Herzen der Bäume. Der Weg dorthin führt über Treppe, deren Stufen in einen Baumstamm eingelassen wurden. Einige Besucher erklimmen die steilen, nicht immer ganz geraden Stufen abenteuerlustig und schnell, andere eher vorsichtig und unsicher. Schritt um Schritt dämmert Vielen bereits, dass hier Einiges anders ist, als beim üblichen Imker oder in einem Naturkundemuseum. Auf der ersten Plattform im Info-Baum wird auch schnell klar, warum die Naturwaben so anders sind als die üblichen Rähmchen mit den industriell vorgefertigten Wachsmittelwänden. Und das erleben die Menschen auf dem Bienenbaum-Wipfelpfad mit allen Sinnen. Dazu werden Einblicke in ein Bienenstock mit Naturwabenbau gegeben. Kaum wird der Deckel geöffnet, entweicht vielen Besuchern ein begeistertes ‚Oh, das riecht aber toll!‘. Und wer erst einmal ein Stück natürliches Wabenwerk in der Hand hielt, ist meist auch voller Respekt vor der architektonischen Meisterleistung der Bienen. Wie sehr sich dieses filigrane und federleichte Kunstwerk doch von den konventionellen, dickeren Mittelwänden unterscheidet! Naturwabenbau ist das Fundament für die Freiheit der Bienen.

Vom Info-Baum führt eine Hängeseilbrücke zur höher gelegenen Plattform des Bienenbaums. Hier wohnen die Bienen in ausgehöhlten Baumstämmen (Klotzbeuten). Wer sich hinüber begibt, erlebt eine für Menschen sonst unerfahrene Bienenwelt. Und es ist eine Welt, die in den Meisten Stauen, Begeisterung und Respekt hervorruft. Manche wagen den Blick über das Geländer hinaus und können so beobachten, wie Bienen durch das Astloch eines mächtigen Baumstamms fliegen. Flauschige, bunte Flecken vor dem Flugloch erzählen von der Blütenpracht. So nah dran, kommen nun viele Fragen in den Menschen auf. Auf die Fragen folgen Antworten und wieder neuen Fragen.

In dieser offenen und bienenfreundlichen Stimmung gelangen die Besucher beim Herabsteigen ins Schwärmen. Auf dem Boden angekommen, rücken auch die Tatsachen der menschlichen Lebenswelt wieder näher. Deshalb lädt gleich der Ideenbaum zum Mitmachen ein. Hier können Menschen sowohl Ideen für eine bienengerechtere Welt beitragen als sich auch von den Ideen anderer inspirieren lassen. Was lässt sich Zuhause oder auch beim Einkaufen alltäglich für die Bienen tun? Und was sollten Unternehmen und Politik verändern? Dafür bietet der Ideenbaum reichlich Raum. Und so entsteht Blatt für Blatt das Bild einer neuen, bienenfreundlichen Zukunft. Mit Liebe und Offenheit reifen gemeinsam Ideen, auf dass sie zukünftig auch gemeinsam umgesetzt werden. So ist der Bienenbaum-Wipfelpfad ein Ort der Begegnung von unterschiedlichen Bedürfnissen und zugleich ein Ort des hoffnungsvollen Austauschs.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

- Bildung für eine nachhaltige und artgerechte Bienenhaltung sowohl für ökologische als auch ökonomische Wohlgefallen für Mensch und Natur
- Nachhaltiger Schutz, Verbreitung und Erhalt der westlichen Honigbiene
- Förderung der natürlichen Selektion und Erhalt genetischer Vielfalt regional angepasster Landbiene.
- Förderung und Erhalt der pflanzlichen Biodiversität

Video:


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Besuchen Sie uns

Bienen Baum Gut, Frankfurter Garten, Danziger Platz, 60314 Frankfurt

Danziger Platz
60314 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Sa, So 13:00-16:00 und auf Anfrage

Frau Cherilyn Haurova
Tel.:+491778635894
info@bienen-baum-gut.de
https://www.bienen-baum-gut.de/

 

Weitere Infos

Bienen Baum Gut (Frankfurter Garten)
Frankfurt am Main

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