Sonderwettbewerb Soziale Natur

BNE trifft JSA

Das bayernweite Förderprogramm "BNE trifft JSA" funktioniert gut, denn Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren, die soziale Benachteiligung erleben oder individuell beeinträchtigt sind, engagieren sich gemeinsam mit Fachkräften der Jugendsozialarbeit und der Umweltbildung für die Natur und die nachhaltige Nutzung von Ressourcen: Sie gärtnern gemeinschaftlich und erschaffen aus natürlichen oder recycelten Materialien etwas Neues. Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden erforscht, Konsummuster reflektiert, kaputte Dinge repariert oder sie werden als Klimaschutz- und Energie-ExpertInnen aktiv... Bei den lokalen Einzelprojekten im Sinne von BNE sind die wichtigsten Prinzipien eine möglichst hohe Teilhabemöglichkeit, Handlungsorientierung und Aktivitäten in der Lebenswelt der Teilnehmenden.

Die Evangelischen Jugendsozialarbeit (ejsa) Bayern e.V. tritt als Fachverband für sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein. Mit ihren Angeboten werden verschiedene Formen sozialpädagogischer Hilfen bei der Bewältigung von Problemen etwa im Umfeld von Schule, bei der Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf, den Übergängen zwischen Schule und Beruf, der gesellschaftspolitischen Bildung und in der Integration von jungen MigrantInnen bereitgestellt. Gefördert werden vor allem Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Integration junger Menschen in besonderen Lebenslagen. Unsere Ziele sind Stärkung der benachteiligten Jugendlichen durch eine besseren Chancengerechtigkeit, Integration und Partizipation.

„BNE trifft JSA“ ist eines dieser Angebote, das sich seit 2010 bewährt. Zwischen dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) und der LAG Jugendsozialarbeit Bayern – mit der ejsa Bayern als federführendem Verband - wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
Seit dem Projektstart im Juli 2011 wurden in allen Regierungsbezirken Bayerns 60 Projekte zum Thema „Bildung zur Nachhaltigkeit in der Jugendsozialarbeit“ gefördert. Durch das aktuelle Förderprogramm „Weltaktionsprogramm als Chance: Bildung für nachhaltige Entwicklung trifft Jugendsozialarbeit“ können etwa 50 weitere Einzelprojekte zu verschiedenen Themen einer nachhaltigen Lebensführung umgesetzt werden.
Es wurden bereits Juniorlandschaftspfleger ausgebildet, Permakultur- und Nutzgärten angelegt, Lebensräume untersucht, Biberburgen gebaut, Quellen renaturiert, Fahrräder repariert, Insektenhotels gebaut oder mit Bienen gearbeitet, Fledermäuse beobachtet, Flächen gestaltet, Weidenbühnen errichtet oder Streuobstpfade wiederbelebt.


Das Förderprojekt „Weltaktionsprogramm als Chance: Bildung für nachhaltige Entwicklung trifft Jugendsozialarbeit“ mit einer Laufzeit von 2017 bis 2020 ist ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern e.V. (ejsa Bayern) und des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV). Begleitung, Vernetzung und Beratung erfahren die Fachkräfte bei der Koordinierungsstelle, die bei der ejsa Bayern angesiedelt ist

Soziale Integration und Teilhabe können nur mit einer ganzheitlichen Arbeitsweise gelingen, die das Lebensumfeld und die konkrete Lebenssituation der jungen Menschen einbezieht. Gleichzeitig können übergeordnete Ziele des Naturschutzes wie der Erhalt der Biodiversität nur umgesetzt werden, wenn alle Gruppen der Bevölkerung mitgenommen werden und ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen einer nachhaltigen Lebensführung und dem Schutz und Nutzen der Artenvielfalt entsteht.

Ziel des Projekts ist es, durch die aktivierende und handlungsorientierte Ausgestaltung der Einzelprojekte einen niederschwelligen Zugang zu einer Zielgruppe herzustellen, die oft nicht von sich aus den Weg zu klassischen Bildungsangeboten findet und so gefühlter Chancen- und Perspektivlosigkeit entgegen zu wirken. Entsprechend sind die Projekte auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Möglichkeiten der Jugendlichen ausgerichtet und fördern soziale Anerkennung und Wertschätzung. Die Projekte werden dabei zu Orten der Begegnung und zur Anlaufstelle. Soziale Ungleichheit, persönliche Probleme wie Auffälligkeit im Verhalten, Vernachlässigung durch die Eltern, Kriminalität oder Drogenmissbrauch können dadurch etwas aufgefangen werden.

Aus den Rückmeldungen der verschiedenen Projektleitungen wissen wir, dass Aktivitäten, bei denen sie durch sinnstiftendes Arbeiten einen Beitrag zur Umwelt und Gemeinschaft leisten und dadurch Anerkennung und Wertschätzung erfahren, besonders wirksam sind: die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz sowie der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ermöglichen die Integration von Jugendlichen - mit und ohne Migrationshintergrund - in die Gesellschaft. Sie lernen in der praktischen Arbeit neue Möglichkeiten zur Lebensgestaltung und gesellschaftlichen Teilhabe kennen, überdenken ihre Konsummuster und beschäftigen sich intensiv und nachhaltig mit Umweltthemen in ihrer direkten Umgebung. Sie erleben, dass sie selbst etwas tun können und wie sich dieses Tun positiv in ihrer Umgebung auswirkt. Dadurch ist die Motivation hoch, dass die Teilnehmenden als Multiplikatoren Aspekte der Nachhaltigkeit in ihr soziokulturelles Umfeld wie Freunde, Schule oder ihr Familien weitertragen und dieses als sekundäre Zielgruppe für umweltschonendes Verhalten und einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren.

Einen Eindruck der aktuellen Projekte kann man bis zur Fertigstellung der neuen Homepage unter http://ejsa-bayern.de/artikel/807/aktuelle-projekte-2017-weltaktionsprogramm-als-chance-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-trifft-jugendsozialarbeit gewinnen.
Die Projekte aus dem vorangegangenen Projekt unter http://lagjsa-bayern.de/nachhaltigkeitsprojekt/projektuebersicht/

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Bezug zur biologischen Vielfalt ist für die Teilnehmenden vor allem dann nachvollziehbar, wenn sie verstehen, was das mit Ihnen zu tun hat und was sie tun können. Doch der Zugang zur Natur sowie ein Verständnis für die wirtschaftlichen, ökologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge und damit auch für den Wert der Artenvielfalt sind eng an die Frage nach sozialer Gerechtigkeit geknüpft.

Durch diesen außerschulischen, freiwilligen Bildungsansatz werden Werte, Normen und Kompetenzen vermittelt, die Entscheidungen für nachhaltige Handlungsweisen ermöglichen. Die Ermöglichung von Beteiligungs-und Teilhabechancen an gesellschaftlichen Prozessen schafft zugleich Gelegenheiten zu selbstgesteuerten, eigenverantwortlichen Lernprozessen in einem anregenden Kontext zur Themen der Nachhaltigkeit. Dadurch sind die umgesetzten Projekte und ihre individuellen Ansatzpunkte so vielfältig wie die Menschen, die sich dafür engagieren und daran beteiligen. Das Thema Biodiversität ist ein zentraler Inhalt der Projekte, das stets in den übergeordneten Themen wie Mobilität, Ernährung, Energieverbrauch, Artenvielfalt, Interkulturalität, nachhaltige Ressourcennutzung und globale Gerechtigkeit mitreflektiert und aufgearbeitet wird.


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Dokumente

Bewerbung Förderpreis 2017.pdf

Flyer BNE trifft JSA 2017-2020.pdf

 

Besuchen Sie uns

Koordinierungsstelle "BNE trifft JSA"

Loristr. 1
80335 München

Öffnungszeiten: Mo-Do: 10:00 - 15:00

Frau Jessica Schleinkofer
Tel.:08915918784
schleinkofer@ejsa-bayern.de
http://www.ejsa-bayern.de/umweltprojekt

 

Weitere Infos

Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e.V.
München

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