Sonderwettbewerb Soziale Natur

QuerBeet

Das urbane Gartenprojekt "QuerBeet" findet auf einer 8.500qm großen Fläche im Herzen des Bremer Stadtteils Osterholz-Tenever statt. Wir setzen in unserem Gemeinschaftsgarten auf Partizipation durch die Anwohner*innen des durch Migration und sozialer Benachteiligung geprägten Stadtteils. In unserem Schul(ersatz-)garten bieten wir Schulklassen die Möglichkeit auf unserer Fläche zu Gärtnern, um so Kontakt zur Natur zu bekommen, Fertigkeiten in der ökologischen Nahrungsmittelgewinnung und ein Bewusstsein für die Wertigkeit unserer Ressourcen zu erhalten. Darüber hinaus bietet unser -immer offener- Garten einen Raum für Integration und sozialen Austausch für Alle.

Seit 2014 bauen wir auf einer 8.500qm großen Fläche, die aus dem Rückbau mehrerer Wohnblöcke hervorgegangen ist, einen Gemeinschafts- und Schulersatzgarten auf. Wir, der Treffpunkt Natur & Umwelt e. V. (TNU), sind aus einem Arbeitskreis hervorgegangen, der sich seit gut 13 Jahren für die Renaturierung eines Baches im Stadtteil engagiert. Unser Augenmerkt liegt neben dem Umwelt- und Naturschutz auf der Partizipation durch die Anwohner und insbesondere durch die Kinder und Jugendlichen. Da viele Schulen keine personellen, räumlichen oder zeitlichen Kapazitäten für die Bewirtschaftung eines eigenen Schulgartens haben sind wir von einigen Lehrkräften darauf angesprochen worden ob wir nicht Angebote im Gartenbereich machen könnten - hier heraus entstand die Idee. Seit 2016 betreue ich das Gesamtprojekt und habe in 2016 zunächst den Aufbau des Gemeinschaftsgartens forciert und dazu Möglichkeiten für die Lagerung von Material und zum Aufenthalt geschaffen. Durch meine Anwesenheit und die meiner ehrenamtlichen Helfer*innen wurden die ersten Anwohner*innen auf die Fläche aufmerksam und helfen nun mit diese mit zu gestalten und bewirtschaften. Wir bauen einen offenen, ökologischen und kreativen Ort in einem Stadtteil Bremens auf, der neben seinem schlechten Image mit realen ökonomischen, kulturellen und sozialen Problemen zu kämpfen hat. Ein "typischer" Gemeinschaftsgarten, wie er in alternativen, durch hohe Bildungsabschlüsse geprägten und von hauptsächlich deutschstämmigen Menschen dominierten Stadtteilen zu finden ist, ist das nicht. Es ist schwer die Erwachsenen zu mobilisieren und für Gemeinschaft und Ökologie zu gewinnen - aber genau deshalb ist die Arbeit hier so wichtig! Die Teilnehmer*innen treten, wenn sie aktiv bei uns gärtnern wollen, in unseren Verein ein und es sind keine weiteren Ausgaben mehr nötig, da ich mich um die finanziellen Mittel kümmere. Dies soll a) eine Art Verbindlichkeit und Wertigkeit sowie b) die aktive Teilhabe am Vereinsgeschehen und dessen Mitentwicklung ergeben. Exklusive mir sind wir 10 Erwachsene, die aktuell mitwirken. In 2017 liegt mein Fokus auf der Arbeit mit Schulen. Wir haben für jede Klasse 4-5 Hochbeete (2,5 (l)x 1,25(b) x 0,75 (h) m) aufgebaut und bieten den Kindern so die Möglichkeit Gemüse zu säen, zu pflegen und zu ernten, sodass es am Ende nicht nur eine nette Aktivität, sondern WIRKLICH was zu futtern gibt. Unsere Angebote sind größten Teils stark handlungsorientiert und Wissen wird spielerisch vermittelt. Die Kursangebote sind absolut kostenfrei wodurch wir niemanden von diesen unsrem Angebot ausschließen. Wir bieten wöchentlich ein "Draußen Kochen mit Kindern" an: Ein Profi-Koch bereitet zusammen mit Kindern, in unserer kleinen Küche oder über dem offenen Feuer, wöchentlich einmal Gerichte zu. Daneben bietet die Fläche vielen Kindern und Jugendlichen einen Ort für ihre Freizeitgestaltung und wird intensiv genutzt. Zudem besuchen uns häufig auch Erwachsene, um zu schauen wie alles wächst oder um einfach mal zu quatschen. Hier kommt es dann natürlich häufig zu generationen- und kulturenübergreifendem sozialen Austausch.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Unser Areal ist durch eine Benjes(Totholz-)hecke umzäunt, um die natürliche Heckenbildung zu fördern und um Tieren, Pflanzen und anderen Lebewesen einen Lebensraum zu bieten. Wir forcieren den Gemüseanbau mit ökologischem Saatgut, sodass wir selber Saatgut rückgewinnen können und diverses Kultursaatgut verwenden und tauschen können. Wir benutzen keine chemischen und anorganischen Düngemittel, Pestizide o.ä. weswegen wir auch "Un"kräutern immer eine Chance geben. Wir haben mehrere wilde Areale, die durch Sukzession geprägt sind. Wir haben eine Wildwiese mit standorttypischen Wildkräutern angelegt und bauen in Mischkultur an, sodass wir die positive Wirkung von Pflanzen aufeinander nutzen können und diese auch anderen Gärtnern zeigen können. Unsere Art der Bewirtschaftung und die Strukturen fördern die biologische Vielfalt und bilden diverse ökologischen Nischen. Dies zeigt sich durch z. B. Sandbienen, Maulwürfen und Wühlmäusen, Nistplätze von Vögeln wie Zaunkönig und Stockente. Gartenrotschwänze, Elstern, Stare, Krähen und Dohlen, Meisen und viele andere Vögel nutzen diese Fläche - das war, als die Fläche noch eine Ruderalfläche ganz anders. Für uns ist ein Garten und dessen Bewirtschaftung angewandte Ökologie und bietet zahlreiche Möglichkeiten Bezüge zur biologischen Vielfalt herzustellen. Natürliche Nährstoffkreisläufe zu nutzen, Bewusstsein für den eigenen Konsum herzustellen und der dezentrale Anbau von Lebensmitteln sind entscheidene Aspekte zu deren Erhaltung.


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Dokumente

Hier der Flyer des Treffpunkt Natur & Umwelt e.V.

Auf Tenevers Wiese geht es „Quer Beet“ - Bremen- Aktuelle Nachrichten - WESER-KURIER.pdf

Kochschule zum Erntedank - Bremen- Aktuelle Nachrichten - WESER-KURIER.pdf

Von Klein-Manhattan zum Vorbild - Zuhause in Bremen Osterholz - WESER-KURIER.pdf

 

Besuchen Sie uns

Projektfläche QuerBeet

Neuwieder Str. 23
28325 Bremen

Öffnungszeiten: immer offen

Herr Roland Wozniewski
Tel.:0176 50961010
roland.wozniewski@tnu-bremen.de
http://www.tnu-bremen.de

 

Weitere Infos

Treffpunkt Natur & Umwelt e. V., Dipl. Biol. Roland Wozniewski
Bremen

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