Sonderwettbewerb Soziale Natur

Freizeit für Geschwister chronisch kranker Kinder - Natur erleben als Lichtblick

LICHTBLICK-Erlebnisfreizeiten bieten spannende Tage in der Natur und sorgen für Spaß und intensives Erleben bei Kindern und Jugendlichen, die im Alltag mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Geschwistern chronisch kranker Kinder geben diese Auszeiten vom Alltag Raum für Entwicklung, Impulse für ein neues Selbstverständnis und die Gelegenheit zum Austausch mit Gleichaltrigen, die zu Hause ähnliche Situationen erleben.

Unter dem Namen LICHTBLICK engagiert sich die AOK Rheinland/Hamburg seit mehr als 20 Jahren für Familien mit schwer und chronisch kranken Kindern. Im Fokus stehen die Bedürfnisse aller Familienmitglieder. Um die Stabilität des gesamten Familiensystems zu stützen, sind erlebnispädagogische Kinder- und Jugendfreizeiten Teil des LICHTBLICK-Angebotes: Erholung in und nach schweren Zeiten tut gesunden Kindern ebenso gut wie den Erkrankten und den Eltern.

40 Geschwister chronisch kranker Kinder haben mit LICHTBLICK dieses Jahr die Möglichkeit an einer Freizeit in der Eifel oder in der fränkischen Schweiz teilzunehmen. Die Natur als Lebensraum bietet den Rahmen, sich als Kind oder Jugendlicher altersadäquat zu erproben und neue Erfahrungen und Erlebniswelten für sich zu erschließen.

Beim Osterspaß geht es nach Hürtgenwald in die Eifel, in das Jugendwaldheim Raffelsbrand. Ein idealer Ort für die 8- bis 13-Jährigen, um den Lebensraum Wald zu erkunden. Mit dem Förster 5 Tage lang „der Natur auf der Spur“ wird Wald als Lebewesen und Ökosystem in seiner biologischen Vielfalt mit all seinen Bewohnern und Schätzen erforscht: Man entdeckt, wie viel Leben in einem Baum steckt, wie frisches Wasser aus der Quelle schmeckt und wie man sich mit welchen selbst gepflückten Kräutern vom Wegesrand einen kräftigen Tee aufgießen kann. Die Kinder wagen sich an neue Fähigkeiten: Sie bauen Laubhütten und Staudämme im Bach wie die Biber, sie lernen das Lagerfeuer mit einem Feuerstein zu entzünden und es tagelang in Gang zu halten. Mutig sägen sie aus gefällten Bäumen handliche Holzstücke zum Schnitzen und bearbeiten den Holzrohling geschickt mit dem Schnitzmesser, bis eine Vielzahl von Löffeln, Gabeln, Säbeln, Wanderstöcken, Booten, Holzpfeifen, -flöten oder Zauberstäben entsteht, die allesamt stolz mit nach Hause genommen werden. Gesammeltes aus der Natur, Kraftsteine und selbstgestaltete Schatzkästchen sind Anker – Erinnerungshilfen und Kraftquellen für den Alltag.
Selbstverständlich kommen auch das Herumplantschen im Wasser und das freie Stromern durch den Wald in purer Entdeckerfreude nie zu kurz. Die Betreuung durch Sozialpädagogen und Sozialarbeiter schafft Geborgenheit und sorgt für ausgelassenes Spiel und Spaß. Kombiniert mit altersgerecht adaptierten Lernimpulsen, wie hier in Hürtgenwald durch den Förster, werden gezielt neue Erlebensräume geschaffen. Zum Beispiel den Wald systemisch zu erleben, als eigenes Ökosystem mit all seine Bewohnern, ihren Eigenheiten und Lebensrhythmen in den wiederkehrenden Zyklen der Jahreszeiten, ein Werden und Vergehen. Und vielleicht keimt ein Gefühl für den Lebensraum Wald als Teil des größeren Ökosystems Erde auf. Auch für sich selbst: mittendrin, als integraler Bestandteil, als Kind von "Mutter Natur". Das schafft unmerklich zusätzliche Impulse für das Verständnis des eigenen Erlebens und Vermögens. Hinzu kommt die wertvolle Gruppenerfahrung mit Gleichaltrigen, die als Geschwisterkinder vergleichbare Erfahrungen in ähnlichen Situationen machen und machten, wodurch sich auch ohne viele Worte ein verbindendes WIR-Gefühl einstellen kann.

Beim Herbstspaß nehmen 14- bis 17-Jährige Geschwisterkinder in der Fränkischen Schweiz 6 Tage lang neue Herausforderungen an. Der Erlebnisraum der schroffen, fordernden Felsen und Grate, des Abstiegs in die Unterwelt von Höhlen und der ungestümen Wasserkraft der Flüsse und Bäche bietet den für Teenager passenden natürlichen Erfahrungsraum. Begleitet vom Outdoor-Event Team „jura alpin“ erproben sie beim Kajakfahren, beim Klettern und auf Höhlenexpedition Grenzen und wachsen darüber hinaus. Beim Klettern kann man sich selbst und die Gemeinschaft spüren, sich im geschützten Rahmen kalkulierbaren Wagnissen aussetzen, dabei Erfolg und auch Rückschläge erleben und seinen Umgang damit finden. So erschließt sich in der rauen Bergwelt der Fränkischen Schweiz selbstbestimmtes Handeln. Beim gegenseitigen Sichern wird Verantwortung für andere übernommen und Vertrauen gefasst – Selbstwirksamkeit definiert sich neu. Klettern am Höhenglücksteig und Abseilen erfordern Mut, eigene Stärke und Teamgeist. Höhlenerkundung und Kanutour bringen Action, Spaß und neue Eindrücke. Während der Freizeit ist auch Raum für Phasen der Entspannung, in denen die Jugendlichen es sich gut gehen lassen und mit anderen zusammen sind. Oft finden so fast nebenbei die Gespräche über das Zuhause statt, was gut und nicht so gut ist, was man alles tut und was einem zu viel ist. Hier bietet das Beisammensein mit anderen Jugendlichen, die im Alltag vor ähnlichen Ängsten und Herausforderungen stehen, eine wertvolle Gelegenheit zum Austausch; Verständnis und Unterstützung durch andere Teilnehmer/aus der Gruppe fördern es, die eigene familiäre Situation neu zu reflektieren. Die persönlichen Perspektiven des Einzelnen erweitern sich.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die erlebnispädagogischen Kinder- und Jugendfreizeiten von LICHTBLICK sind Teil einer umfassenden Begleitung von Familien mit chronisch kranken Kindern innerhalb der AOK Rheinland/Hamburg. Die Freizeiten stehen in enger Verbundenheit zur biologischen Vielfalt. Sie machen Natur, naturgegebene Lebenszyklen, Gesetzmäßigkeiten und systemische Ordnungen erfahrbar. Kinder und Jugendliche finden in den gewählten Naturräumen/Landschaften einen altersgerechten Bezugsrahmen, in dem sie Natur neu erleben, erfahren und somit von ihr lernen und profitieren können. Der Wald oder die schroffe Felsenwelt der Karstlandschaft als Ökosystem, Lebensraum und Resonanzkörper ermöglichen förderliche Grenzerfahrungen, die das Vertrauen in persönliche Fähigkeiten und Ressourcen stärken und zudem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl neu definieren. Der Rückzug in die Natur als Gruppe schafft zusätzlich einen geschützten Rahmen für Austausch über Sorgen und Ängste. Das gibt Kraft für kommende Zeiten. Ebenso wird die Naturverbundenheit der Kinder und Jugendlichen gestärkt. Viele leben in Städten und nehmen aus diesen Tagen erfahrungsbasiertes Wissen und erweitertes Bewusstsein für Natur und Umwelt mit.


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Dokumente

Flyer zum Osterspaß in der Eifel

Flyer zum Herbstspaß in Franken

 

Weitere Infos

AOK Rheinland/Hamburg LICHTBLICK www.vigolichtblick.de

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