Natürlich Erleben

Das Projekt "Natürlich Erleben" bietet Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen einen erlebnisorientierten Unterricht im Freien an. An vier Projekttagen erhalten die Jugendlichen einen intensiven Zugang zur Natur- für ein gesundes Leben im Gleichgewicht. Das erlebnispädagogische Projekt lädt zum Lernen im Grünen ein. Teambildung, Natur- und Umweltbildung, Bewegung, Entspannung und Reflexion in der Natur stellen die Schwerpunkte der 4 Tage dar. Beim Draußensein Neues entdecken, Grenzen auszuloten, die Vielfalt der Natur zu erleben und womöglich auch über sich hinauszuwachsen sind wertvolle Erfahrungen. Das gesamte Projektmanual enthält ebenfalls ein sehr detailliertes Sicherheitskonzept, welches von einem Outdoorspezialisten erstellt wurde.

„Natürlich Erleben“ ist ein ganz besonderes Lebensweltenprogramm mit dem Schwerpunkt „Erleben und agieren in Räumen von biologischer und ökologischer Vielfalt“. Die Zusammenhänge aus Gesundheit und Natur in die Köpfe und Herzen von Jugendlichen zu platzieren ist dabei absolut faszinierend, spannend und lohnend zugleich. In verschiedenen Studien wird bei Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren insbesondere Bewegungsmangel als ein zentrales gesundheitsrelevantes Defizit identifiziert. Gleichzeitig gibt es weitere Publikationen die über vermindertes Erleben naturnaher oder natürlicher Räume, so wie mangelnde Kenntnisse über biologische Vielfalt, und ökologische Zusammenhänge berichten. Im Gegensatz dazu reifen immer mehr Erkenntnisse zur positiven Wirkung von „Vitamin Natur“.
Hier setzt die Fragestellung an, wie kann unter den gesetzlichen Bedingungen einer Krankenkasse ein wissenschaftlich fundiertes Settingprojekt aufgelegt werden? Das Programm ist gemeinsam zwischen AOK NORDWEST, der Universität Bielefeld und Outdoorspezialisten mit dem Schwerpunkt Erlebnispädagogik über 4 Jahre entwickelt und erprobt worden. Das Projekt wurde von der Uni Universität Bielefeld (Fachbereich Gesundheitswissenschaften) begleitet und evaluiert. Anhand von Experteninterviews, Fokusgruppen und Gesprächen mit verschiedenen Akteuren konnten die Bedürfnisse der Jugendlichen aus deren Perspektive ermittelt werden.
Das Programm wird als viertägige Projektwoche in Kooperationen mit Natur- und Umweltbildungsstätten angeboten. Insgesamt geht es um einen Unterricht der besonderen Art: 4 Tage draußen lernen mit allen Sinnen bedeutet, neben dem besonderen sozialen Miteinander in der Natur, auch ökologische Zusammenhänge und deren Vielfalt zu erkennen. Fächerübergreifend und nachhaltig sollen einzelne dieser erlebnispädagogischen Aktionen und Aufgaben in den Schulalltag übertragen werden. Langfristig ist es Ziel, Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren zu qualifizieren und an ihren jeweiligen Schulen „Natürlich Erleben“ lebendig zu halten und fortzusetzen.
Ziele sind: In der Natur sollen Jugendliche in den für sie wichtigen gesundheitlichen Ressourcen (körperlich, psychisch, kognitiv und sozial) gestärkt werden. Sie sollen sich gleichzeitig als ein Teil der Natur begreifen und die Bedeutung der Natur auch für ihre individuelle Gesundheit begreifen. Die biologische Vielfalt als einen maßgeblichen Raum für individuelle Entwicklung kennen- und wertschätzen lernen. Neben Gesundheits- und individuellen Zielen sind folgende Teilziele für das Gelingen wichtig: 1. Mensch als Teil der Natur begreifen lernen und eine emotionale Bindung an Natur schaffen. 2. Verständnis für ökologische Zusammenhänge entwickeln und Wissen über Natur erweitern und 3. Landschaftliche Vielfalt erfahren und die Attraktivität des unmittelbaren Lebensraums „Natur“ begreifen.
Das Programm besteht aus 4 Tagen „Lernen im Grünen“:
- 1. Tag Teambildung
- 2. Tag Natur- und Umweltbildung
- 3. Tag Bewegung
- 4. Tag Reflexion und Austausch
Die Vermittlungsmethoden stammen aus der Erlebnispädagogik (Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit, Lernzonenmodell und Grenzen erproben, Lernen in Situationen mit Ernstcharakter, Gruppenorientierung, Erlebnischarakter).
Am ersten Tag (Teambildung) finden folgende Aktionen statt: Schwingendes Tor, Moorpfad, Wo ist mein Huhn, Pendel, Rettungsstaffel, Lebende Brücke, Pharao etc.
Am zweiten Tag (Natur und Umwelt): Naturquiz, Pflanzenmemory, Naturerkundungsgang, Hüttenbau, Kunst aus Natur etc.
Am dritten Tag (Bewegung) gibt es die Outdoorolympiade: Ballbau aus Gräsern, Ballweitwurf, Wiesenweitsprung, Zapfenzielwurf, Balanceakt, Schleuderball, Hindernislauf und Siegerehrung, danach gibt es den Cooldown und Entspannung.
Am vierten Tag (Reflexion) gibt es verschiedene Aktionen zum Gruppengefühl, und zur Wahrnehmung (Team-Jonglage, Blitzlicht, Power-Verstecken und Kartenreflexion). Hier müssen sich alle in unterschiedlichen Aufgabenstellungen „beurteilen“, die 4 Tage reflektieren und auch die Natur als „Austragungsort“ bewerten. Dies ist immer ein besonders spannender Moment für die Lehrer und Schüler, die häufig sehr viel Neues über sich über, ihre Mitschüler und die Klasseninteraktion erfahren.
Zur Nachhaltigkeitssicherung wird ein Steuerkreis aus Lehrern, Eltern und auch Schülern gebildet. Zur Nachhaltigkeit gehört insbesondere der Transfer der Erkenntnisse in den Unterricht. Einige Schulen haben dazu das Programm zum festen Bestandteil ihres Curriculums mit dem Schulschwerpunkt „Gesundheit“ gemacht. Zur Optimierung des Nachhaltigkeitsverfahrens arbeitet die AOK NORDWEST an einer sogenannten Nachhaltigkeitsbox: Hier werden ausgewählte und gut in den Schulalltag einbaubare Projekt-Materialien und Aktionskarten übergeben.
Wichtige Kooperationspartner gehören die NUA NRW und das bnur sh, sowie die regionalen Kontakte zu Umweltzentren, Naturparks und Wald- und Erlebnispädagogen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Ziele zur biologischen Vielfalt sind:
• Mensch als Teil der Natur begreifen lernen
• Emotionale Bindung an Natur schaffen
• Verständnis für ökologische Zusammenhänge entwickeln
Natürliche Strukturen haben also eine Vielzahl von Eigenschaften, die für die psychische Entwicklung gut sind. Das Herumstreunen in Wiesen und Wäldern, in teilweise sonst ungenutzten Freiräumen kann u.U. irrationale Sehnsüchte nach "Wildnis" und Abenteuer befriedigen.
Dass sich Naturerfahrungen günstig auf die seelische Entwicklung auswirken ist ein durchaus starkes Argument (und auch nachgewiesen), naturnahe Flächen, Brachflächen, Naturerfahrungsräume in städtischen Umgebungen bereitzuhalten oder (wieder) zu schaffen.
Die Natur neu, überhaupt, anders und so vielfältig zu erleben gibt den Kindern Respekt mit, das ist auch vielen Rückmeldungen zu entnehmen: „Dass Wald ein so cooler Ort ist wusste ich nicht!“ Sich hier in dieser biologischen Vielfalt 4 ganze Tage aufzuhalten ist neben dem wirklichen Erkenntnisgewinn ein absolut tolles Klassenerlebnis.


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Dokumente

Über diesen Artikel eines Pilotprojekts am Rolfschen Hof in Detmold haben wir das Programm in unserem Kundenmagazin bekannt gemacht.

Das ist der allgemeine Info-Flyer für die Outdoorprojektwoche Natürlich Erleben

 

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Öffnungszeiten: werktags von 08.00 - 18.00 Uhr

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Tel.:0431-60521358
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