Leuchtturmprojekt „Fränkischer Gottesgarten am Obermain“

Das ehemalige Benediktinerkloster „Kloster Banz“, gelegen im so genannten „Gottesgarten am Obermain“, der sich im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels befindet, ist Standort eines ungewöhnlichen Projektes, das bislang in Bayern, mutmaßlich auch in der gesamten Bundesrepublik, wohl in einmaliger Form konkreten Artenschutz, wertvolle Denkmalpflege und lebendige Umweltbildungskomponenten innovativ in sich vereint. Durch den gewählten Aufbau möchte es gezielt multiplikatorische Aspekte setzen, um das herausragende und doch sehr außergewöhnliche Leuchtturmprojekt und dessen Zielsetzung in die gesamte Republik zu tragen.

1978 ging das ehemalige Kloster in den Besitz der CSU- nahen Hanns-Seidel-Stiftung über. Seither findet der Komplex als überregional anerkannte Tagungsstätte Verwendung. Alljährlich treffen sich an diesem Platz auch die Spitzenpolitiker der Bundesrepublik zum Dialog. Die markante Klosterkirche von Kloster Banz wurde 1719 geweiht.

Das bauliche Meisterwerk des süddeutsch-böhmischen Barocks beherrscht mit ihrer prägenden, hoch aufragenden Doppelturmfassade in einmaliger, unübersehbarer Weise das weitläufige Obermaintal. 25 Projektpartner, darunter auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, fanden sich auf Initiative des Artenschutz in Franken (A.i.F) zusammen um sich hier einer besonderen Herausforderung zustellen.

Das wunderschöne Bauwerk, das vormals dem Verfall nahe stand, wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten ständig renoviert, um den Ansprüchen der Moderne in enger Verbindung zur fränkischen Kulturhistorie gerecht zu werden. Mit der Sanierung gingen jedoch auch wertvollste Fortpflanzungsstätten für kulturfolgende Tierarten verloren.

Dem eigentlichen Projekt voran ging ein vorgeschaltetes Monitoring des A.i.F, welches konkret aufzeigte, welche Tierarten noch am Kloster leben. Unter den erfassten Spezies befand sich auch die größte an Bauwerken bekannte oberfränkische Dohlenkolonie - Vogel des Jahres 2012. Auch Fledermäuse, Mauersegler, Turmfalke und Mehlschwalbe und waren Bestandteil des Monitorings. Denkmalschutz und Artenschutz im Einklang! Wie sich gleichfalls herausstellte, waren die vormals großen Bestände auf Restpopulationen zusammengeschrumpft und standen in ihrer weiteren Entwicklung auf sehr unsicherer Basis.

Besonders die Dohlenkolonie hatte, um ihr Überleben zu kämpfen. Ihren ursprünglichen Nistplätzen (in den Bauwerksöffnungen des Klosters / Klosterkirche) beraubt, konzentrierte sich die Arterhaltung ausnahmslos auf die hochwertige Westfassade der Pfarrkirche und hier den hochwertigen Sandsteinfiguren. Hinter den mannshohen Plastiken wurde gebrütet. Jedoch wurde die Fassade doch sehr in Mitleidenschaft gezogen und auch die Jungensterblichkeit der Dohle war extrem hoch, da die Wetterseite das auftreffende Regenwasser kanalisierte und in die Dohlennester leitete, wo die Jungtiere kläglich verendeten!

Auch um die letzen Klostermauersegler und Kloster Mehlschwalben schien es geschehen zu sein. Fehlende Bauwerksöffnungen ließen den Segler kaum mehr den Hauch einer Chance Nistnischen zu finden, um sich hier reproduzieren zu können. Ähnlich bei der Mehlschwalbenkolonie, die sich mit ihren Ausscheidungen keine Freunde machen konnte (ein Bereich der Nistkolonie wurde exakt über dem Eingang einer Gastwirtschaft platziert – hygienische Aspekte galt es zu berücksichtigen).

Last, but not least waren die „Kirchenfledermäuse“ von Holzschutzbehandlungen, die in der Pfarrkirche stattfinden, sollten bedroht. Dass Artenschutz- und Denkmalpflege keinesfalls im Dissens zueinanderstehen.

Das Es sehr wohl möglich erscheint beide Komponenten miteinander zu kombinieren ohne das Es „Verlierer“ gibt, war für uns Anlass 25 Projektpartner zusammenzuführen. Die sich gemeinsam bemühten hier effektive Nachhaltigkeit zu generieren.

Innovative Lösungsansätze waren gefordert, um den bedrohten Spezies ein dauerhaftes und optimiertes Reproduktionshabitat zu installieren. Der daraus erwachsene Erfolg kann sich sehen lassen. Bereits nach kurzer Zeitspanne konnten sich die gewählten Installationsformen darstellbar bewähren!

Abertausende Mitmenschen erfreuen sich alljährlich am Ambiente des einzigartigen Klosterkomplexes. Kloster Banz ist ein hochwertiges touristische Ziel. So war es bereits zu Beginn für uns wichtig, auch die Öffentlichkeit mit in das Projekt zu integrieren.

Mittels spezieller Informationsplattformen wurde auf die Bedeutung des Klosters als Lebensraum bedrohter Arten hingewiesen. Gleichfalls wurden 3 Schulen der Region als Projektpaten eingebunden.

Installierte Webcams senden Aufnahmen der Dohlenkinderstuben in alle Welt!

Vielfalt genießen – Natur-Zeit ist Freizeit, dieser Gesichtspunkt war uns gleichfalls Anlass hier im Sinne der erlebbaren Umweltbildung tätig zu werden. Nur, was der Mensch bewusst wahrnimmt, wird zukünftig im Bestand gesichert werden.


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Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung Kloster Banz

Kloster Banz
96231 Bad Staffelstein

Öffnungszeiten: Bildungszentrum - Klosteranlage / Tagungszentrum - Kloster Banz Informationen zu Öffnungszeiten unter : http://www.hss.de/index.php?id=3150 Pfarrkirche Kloster Banz Öffnungszeiten: Kath. Pfarramt Altenbanz und Banz Altenbanz 24

Herr Thomas Köhler
Tel.:0151-56348831 oder 09551-9189986
artenschutz@vr-web.de
http://www.hss.de/index.php?id=3150

 

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