Sonderwettbewerb Soziale Natur

A.L.M. - Alpen.Leben.Menschen

Weiterentwicklung:

Die Projektträger Malteser Hilfsdienst und Deutscher Alpenverein möchten mit einer neuen Vision und erweiterten Zielsetzung in den nächsten zwei Jahren ein neues Projekt in Angriff nehmen. Die Integrationsziele von A.L.M. sollen erstmals um Inklusionsziele in Begegnung, Kultur und Sport erweitert werden. Demnach werden Geflüchtete und Menschen mit Behinderung gleichermaßen als Zielgruppen im Projektgebiet der Bayerischen Alpen und in der Region München angesprochen. Die ehrenamtlichen Sektionen des DAV und Dienststellen der Malteser im Projektgebiet organisieren und führen die Angebote durch. Dies sind vielfältige Aktivitäten vom Wandern, naturkundliche Exkursionen, Geocaching, Hütten- und Almbesuche, Museumsführungen und Umweltbaustellen. Insgesamt sollen 200 Angebote mit über 1000 Beteiligten durchgeführt werden. Geflüchtete Menschen sollen den Hintergrund von Inklusion kennen lernen und Erfahrungen sammeln, wie Inklusion konkret aussehen kann. Flüchtlinge sollen erfahren, dass Menschen mit Behinderung gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft sind. Menschen mit Behinderungen sollen alpine Natur und Umwelt kennen lernen und im Bergsport Barrieren überwinden sowie Begegnungen mit Einheimischen und Geflüchteten haben. Das erstmalige Zusammenführen von Integration und Inklusion im Projekt A.L.M. trägt zur Bildung einer toleranten und inklusiven Gesellschaft bei und ist ein für die Projektträger völlig neuer und ein in der deutschen Verbändelandschaft innovativer Ansatz.

Ursprüngliche Bewerbung:

Das Gemeinschaftsprojekt von Malteser Hilfsdienst e.V. und dem Deutschen Alpenverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Integration von Geflüchteten im bayerischen Alpenraum voranzubringen. Wie kann Integration im ländlichen Alpenraum gelingen? Wie können Vereine mit Geflüchteten umgehen und die neue Vielfalt als Chance sehen? Wie lassen sich diese integrieren, sodass Wertschätzung für das natürliche Lebensumfeld entsteht? Hierzu wird im Rahmen des Projekts A.L.M. der Ansatz der interaktionellen Integration verfolgt. Dieser umfasst sowohl die Interaktion mit der einheimischen Mehrheitsbevölkerung als auch die Interaktion mit der besonders sensiblen Natur des Alpenraumes. Langfristiges Ziel ist es, die Integrationsarbeit im Alpenraum zu verstetigen und eine Benefit-Benefit-Situation für alle Alpenbewohner und ihre alpine Umwelt zu schaffen.

Seit Herbst 2019 setzt sich das Projekt A.L.M. auch für Inklusion im Bergsport ein.

Für viele Menschen ist die ein oder andere alpenländische Tradition ein Kulturschock für sich. Wie mag es da erst Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea oder Somalia ergehen, die nach Bayern kommen, um ein neues Zuhause zu finden?

Um den Flüchtlingen das Ankommen im bayerischen Alpenraum zu erleichtern, hat der Deutsche Alpenverein in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst e.V. das Projekt Alpen.Leben.Menschen. (A.L.M.) ins Leben gerufen. Projekt A.L.M. soll Flüchtlingen die Chance geben, neue Freundschaften zu knüpfen, ihre neue Umgebung kennen und schätzen zu lernen und vor allem junge Menschen für Umweltfragen und -probleme zu sensibilisieren.

Was sind die Ziele von A.L.M.?

- Kennenlernen der Heimat
- Interkulturelle Kompetenz
- Natursport und Umweltverantwortung
- Natur- und Umweltbildung
- Verstetigung der Integrationsarbeit

Im Rahmen des Integrationsprojekts sollen Einheimische gemeinsam mit Flüchtlingen möglichst viel Zeit in den Bergen verbringen. Aus der dabei erwachsenden Interkulturalität werden viele positive Entwicklungsprozesse auf beiden Seiten angestoßen. Die neuen sozialen Beziehungen schaffen Identifikation mit der aufnehmenden Gesellschaft und der "neuen" Heimat. Zudem werden die Geflüchteten für die Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel und hinsichtlich der einzigartigen alpinen Biodiversität sensibilisiert.

Die beiden Projektträger arbeiten dabei Hand in Hand: der DAV als Naturschutz- und Bergsportexperte und der Malteser Hilfsdienst als karitativer Träger in der Flüchtlingshilfe, beide mit vielen engagierten Ehrenamtlichen. Insgesamt sind im Projektgebiet 70 DAV-Sektionen und 5 Malteser Dienststellen involviert, welche durch eine die Projektleiterinnen und Regionalkoordinatorinnen unterstützt werden. Darüber hinaus wird mit Umweltbildungsträgern sowie im Bereich Asyl mit lokalen Initiativen eng zusammengearbeitet.

Neben gemeinsamen Aktionstagen in den Bergen werden die Ehrenamtlichen auch im Bereich "Umweltbildung mit und für Geflüchtete" im Rahmen einer eintägigen Qualifizierungsmaßnahme, der A.L.M.-Lotsenschulung, geschult. Dort können sich Projektteilnehmer und -interessierte unter anderem in den Bereichen interkulturelle Kommunikation, Nähe und Distanz in der Ehrenamtsarbeit sowie umweltbildender Bergsport mit Geflüchteten weiterbilden.

Da das Projekt für die Träger DAV und Malteser einen hohen Innovations- und Explorationscharakter aufweist, ist im gesamten Projektzeitraum von 24 Monaten eine jeweils ca. dreimonatige Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase vorgesehen. Dabei wird besonderer Wert auf eine mögliche Verstetigung von Maßnahmen in den Regionen über den Projektzeitraum hinaus gelegt. Dies erfolgt aus dem Selbstverständnis, dass erfolgreiche Integration und Bildungswirksamkeit vor allem über mittel- und langfristige Bindungen und wiederholte positive Erlebnisse und Erfahrungen erfolgen, die nicht nur Teilnahme, sondern auch Teilhabe fördern.

Im Herbst 2019 wurde das Projekt um weitere 24 Monate verlängert und möchte sein Engagement nun auch auf den Bereich Inklusion ausweiten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

In der praktischen Umsetzung bilden die Tätigkeitsfelder Natur, Umwelt und Sport die Schwerpunkte. Bei den Maßnahmen selbst ist ein breites Spektrum der Umweltbildung möglich, das von naturkundlichen Exkursionen, Naturschutzbaustellen, Wegesanierungen, Schutzwaldpflanzungen bis zu umweltgerechtem Bergsport mit Hüttenbesuchen reichen kann. Bezüglich der pädagogischen Vermittlung des breitgefächerten Themenfeldes Umweltbildung wird intensiv mit unterschiedlichen Umweltbildungsträgern, wie dem Nationalpark Berchtesgaden oder der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern e.V. zusammen gearbeitet. Bei gemeinsamen Aktionen werden nicht nur die spezifischen Anforderungen hinsichtlich Sprache, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung situationsbedingt berücksichtigt, sondern auch die globale Relevanz und Dimension der Thematik Biodiversität praxisnah vermittelt. Dabei verfolgt A.L.M. den Grundsatz: "Nur was man kennt, schätzt man und nur was man kennt, wird man langfristig schützen."

Die Projektträger orientieren sich am Leitbild "Bildung durch nachhaltige Entwicklung" (BnE) und lehnen sich darüber hinaus unter anderem an das „Grundsatzprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sowie zum umweltgerechten Bergsport“ sowie an die Inhalte der Alpenkonvention an.


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Dokumente

Dieser Beitrag über Projekt A.L.M. wurde in Anschluss an unsere Pressekonferenz am 22.02.2017 auf Radio horeb ausgestrahlt.

Mit unseren fremdsprachigen Flyern informieren wir unsere Teilnehmenden aus aller Welt über unsere Projekt und möchten die Teilhabe fördern

Im Zwischenbericht wird der aktuelle Projektstand von A.L.M. skizziert und die nächsten Schritte im Projekt dargestellt.

Im Auswertungsbericht der Pilotphase sind die zentralen Erkenntnisse der ersten drei Projektmonate zusammengefasst dargestellt.

Auf unserem A.L.M.-Flyer finden Sie die wichtigsten Eckdaten kompakt zusammengefasst

 

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Diözesangeschäftsstelle Malteser Hilfsdienst e.V.

Streitfeldstraße 1
81673 München

Öffnungszeiten: i.d.R.: Mo - Fr 09:30 - 16:00 Uhr (telefonische Terminabsprache)

Herr Erik Waalkes
Tel.:+49 (0)89 43608-165
erik.waalkes@malteser.org
http://www.alpenlebenmenschen.de

 

Weitere Infos

Malteser Hilfsdienst e.V. und Deutscher Alpenverein e.V.
München

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