Sonderwettbewerb Soziale Natur

A.L.M. - Alpen.Leben.Menschen

Das Gemeinschaftsprojekt von Malteser Hilfsdienst e.V. und dem Deutschen Alpenverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Integration von Geflüchteten im bayerischen Alpenraum voranzubringen. Wie kann Integration im ländlichen Alpenraum gelingen? Wie können Vereine mit Geflüchteten umgehen und die neue Vielfalt als Chance sehen? Wie lassen sich diese integrieren, sodass Wertschätzung für das natürliche Lebensumfeld entsteht? Hierzu wird im Rahmen des Projekts A.L.M. der Ansatz der interaktionellen Integration verfolgt. Dieser umfasst sowohl die Interaktion mit der einheimischen Mehrheitsbevölkerung als auch die Interaktion mit der besonders sensiblen Natur des Alpenraumes. Langfristiges Ziel ist es, die Integrationsarbeit im Alpenraum zu verstetigen und eine Benefit-Benefit-Situation für alle Alpenbewohner und ihre alpine Umwelt zu schaffen.

Für viele Menschen ist die ein oder andere alpenländische Tradition ein Kulturschock für sich. Wie mag es da erst Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea oder Somalia ergehen, die nach Bayern kommen, um ein neues Zuhause zu finden?

Um den Flüchtlingen das Ankommen im bayerischen Alpenraum zu erleichtern, hat der Deutsche Alpenverein in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst e.V. das Projekt Alpen.Leben.Menschen. (A.L.M.) ins Leben gerufen. Projekt A.L.M. soll Flüchtlingen die Chance geben, neue Freundschaften zu knüpfen, ihre neue Umgebung kennen und schätzen zu lernen und vor allem junge Menschen für Umweltfragen und -probleme zu sensibilisieren.

Was sind die Ziele von A.L.M.?

- Kennenlernen der Heimat
- Interkulturelle Kompetenz
- Natursport und Umweltverantwortung
- Natur- und Umweltbildung
- Verstetigung der Integrationsarbeit

Im Rahmen des Integrationsprojekts sollen Einheimische gemeinsam mit Flüchtlingen möglichst viel Zeit in den Bergen verbringen. Aus der dabei erwachsenden Interkulturalität werden viele positive Entwicklungsprozesse auf beiden Seiten angestoßen. Die neuen sozialen Beziehungen schaffen Identifikation mit der aufnehmenden Gesellschaft und der "neuen" Heimat. Zudem werden die Geflüchteten für die Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel und hinsichtlich der einzigartigen alpinen Biodiversität sensibilisiert.

Die beiden Projektträger arbeiten dabei Hand in Hand: der DAV als Naturschutz- und Bergsportexperte und der Malteser Hilfsdienst als karitativer Träger in der Flüchtlingshilfe, beide mit vielen engagierten Ehrenamtlichen. Insgesamt sind im Projektgebiet 47 DAV-Sektionen und 5 Malteser Dienststellen involviert, welche durch eine hauptamtliche Projektkoordination und vier Regionalkoordinatoren unterstützt werden. Darüber hinaus wird mit Umweltbildungsträgern sowie im Bereich Asyl mit lokalen Initiativen eng zusammengearbeitet.

Neben gemeinsamen Aktionstagen in den Bergen werden die Ehrenamtlichen auch im Bereich "Umweltbildung mit und für Geflüchtete" im Rahmen einer eintägigen Qualifizierungsmaßnahme, der A.L.M.-Lotsenschulung, geschult. Dort können sich Projektteilnehmer und -interessierte unter anderem in den Bereichen interkulturelle Kommunikation, Nähe und Distanz in der Ehrenamtsarbeit sowie umweltbildender Bergsport mit Geflüchteten weiterbilden.

Da das Projekt für die Träger DAV und Malteser einen hohen Innovations- und Explorationscharakter aufweist, ist im gesamten Projektzeitraum von 24 Monaten eine jeweils ca. dreimonatige Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase vorgesehen. Dabei wird besonderer Wert auf eine mögliche Verstetigung von Maßnahmen in den Regionen über den Projektzeitraum hinaus gelegt. Dies erfolgt aus dem Selbstverständnis, dass erfolgreiche Integration und Bildungswirksamkeit vor allem über mittel- und langfristige Bindungen und wiederholte positive Erlebnisse und Erfahrungen erfolgen, die nicht nur Teilnahme, sondern auch Teilhabe fördern.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

In der praktischen Umsetzung bilden die Tätigkeitsfelder Natur, Umwelt und Sport die Schwerpunkte. Bei den Maßnahmen selbst ist ein breites Spektrum der Umweltbildung möglich, das von naturkundlichen Exkursionen, Naturschutzbaustellen, Wegesanierungen, Schutzwaldpflanzungen bis zu umweltgerechtem Bergsport mit Hüttenbesuchen reichen kann. Bezüglich der pädagogischen Vermittlung des breitgefächerten Themenfeldes Umweltbildung wird intensiv mit unterschiedlichen Umweltbildungsträgern, wie dem Nationalpark Berchtesgaden oder der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern e.V. zusammen gearbeitet. Bei gemeinsamen Aktionen werden nicht nur die spezifischen Anforderungen hinsichtlich Sprache, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung situationsbedingt berücksichtigt, sondern auch die globale Relevanz und Dimension der Thematik Biodiversität praxisnah vermittelt. Dabei verfolgt A.L.M. den Grundsatz: "Nur was man kennt, schätzt man und nur was man kennt, wird man langfristig schützen."

Die Projektträger orientieren sich am Leitbild "Bildung durch nachhaltige Entwicklung" (BnE) und lehnen sich darüber hinaus unter anderem an das „Grundsatzprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sowie zum umweltgerechten Bergsport“ sowie an die Inhalte der Alpenkonvention an.



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