Sonderwettbewerb Soziale Natur

"NatUrban"

Mit dem Projekt "NatUrban" wurden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren aus bildungsfernen Milieus angesprochen, die in urbanen Ballungsräumen aufwachsen und sich in ihrer Freizeit selten oder gar nicht in der freien Natur aufhalten. Ziel des Projekts war es, den Teilnehmenden im Rahmen eines Abenteuerspiels den Wald näher zu bringen. Durch das Projekt sollten Kinder und Jugendliche dazu ermutigen werden, sich mit der Natur in ihrer Umgebung auseinanderzusetzen, diese besser kennenzulernen und positive Erlebnisse mit ihr in Verbindung zu bringen, um so einer Naturentfremdung entgegenzuwirken und eine positive Akzeptanz zu schaffen.

Das Projekt wurde in sechs verschiedenen Städten im Ruhrgebiet durchgeführt und hatte eine Laufzeit von sechs Monaten. Zur Teilnehmendenwerbung wurden Schulen und Jugendzentren angesprochen, die auf ein entsprechendes Klientel zurückgreifen können.

In einem für die Teilnehmenden gut zu erreichenden Waldgebiet fand dann ein auf die jeweilige Altersgruppe angepasstes Abenteuerspiel statt. So wurde für Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren eine spannende Schatzsuche in einer Märchenwelt nach einem alten Piratenschatz veranstaltet. Auf dem Weg zum Schatz begegneten die Kinder verschiedenen Waldbewohner*innen, die ihnen unterschiedliche Aufgaben und Rätsel stellten. So mussten die Teilnehmenden sich spielerisch mit der heimischen Natur auseinandersetzen. Unter anderem mussten sie einer Tierspur folgen und verschiedene Kräuter für einen Kobold besorgen, der ihnen dann als Dankeschön die Schatzkarte aushändigte. Dabei stand die Wissensvermittlung, um welche Kräuter es sich handelte, jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr lag der Fokus auf der positiven Erfahrungen sowie der Vermittlung von einem wertschätzenden Umgang mit der Tier- und Pflanzenwelt. Gerade dieser Aspekt wurde herausgestellt, denn viele der teilnehmenden Kinder war der ausgewählte Wald kaum bekannt, obwohl sie meist in unmittelbarer Nähe dazu wohnten.

Für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren wurde ein Spiel veranstaltet, welches ihnen den Wald als Ort der Freizeitbeschäftigung näher gebracht hat. Das Kennenlernen eines Liverollenspiels als Freizeitbeschäftigung wurde hier mit den oben genannten Projektzielen verknüpft. Dabei wurde ebenfalls Wert auf einen wertschätzenden Umgang mit der dortigen Tier- und Pflanzenwelt gelegt. Zusätzlich wurde den Jugendlichen die Diversität zwischen dem Wald als Ort der Ruhe und Entspannung – abseits von Stadtlärm und Alltagsstress – und dem Wald als wirtschaftlichen Nutzraum vermittelt. Hierfür eignet sich die Methode des Liverollenspiels besonders gut, denn durch die Interaktion mit verschiedenen Waldbewohner*innen wurden die entsprechenden Aspekte spielerisch in den Vordergrund gerückt. So mussten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Bedürfnissen auseinandersetzen und konnten einen Einblick darin erhalten, wie vielfältig unsere gesellschaftlichen Ansprüche an den Lebensraum Wald sind. Die Teilnehmenden übernahmen die Rollen von verschiedenen Wesen, die im Wald leben und gemeinsam um die Vorherrschaft von Ressourcen stritten. Erst im Laufe des Spiels – bei der Begegnung mit einem weisen Druiden – stellte sich heraus, dass es eigentlich besser ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. So wird nicht nur ein nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen erreicht, sondern auch, dass die Teilnehmenden lernen, wie sie ihre Kräfte wie Ausdauer, Geschick, Mut und Körperkraft besonnener einsetzen.

Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen haben den Wald als Erlebnis- und Erfahrungsraum kennengelernt. Der Wald mit all seinen Facetten bot den Teilnehmenden die richtige Umgebung für ein naturnahes Abenteuer. Hierbei war es wichtig, dass Kenntnisse über die Tier- und Pflanzenwelt vermittelt werden konnten, die auch gleich hautnah erlebt worden sind, um die Teilnehmenden an den Wald heranzuführen.

Viele der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen fragten nach Abschluss der Aktionen nach weiteren Abenteuern im Wald. Aufgrund der gemachten Erfahrungen und des Bedarfes bei der Zielgruppe plante der Waldritter e.V. eine Fortführung bzw. Vergrößerung des Projekts. So wurde bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung ein Nachfolgeprojekt beantragt, das momentan bis Juli 2017 durchgeführt wird. Das Nachfolgeprojekt besitzt ähnliche Ziele, jedoch wurde die Zielgruppe erweitert. Schwerpunktmäßig werden benachteiligte, geistig und/ oder körperlich eingeschränkte Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Kinder und Jugendlichen aus urbanen Ballungsgebieten mit eingebunden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Kinder und Jugendliche ohne Bezug zu natürlichen Erlebnisräumen wurden an das Thema Wald und deren biologische Vielfalt herangeführt. Es wurden altersspezifische Themen behandelt. So wurde in der Altersgruppe zwischen 6 und 11 Jahren der Wald als Lebensraum für verschiedene heimische Tier- und Pflanzenarten thematisiert. Die Aneignung von spezifischem Wissen wurde mit positiven Erlebnissen verknüpft, um einen wertschätzenden Umgang mit der Natur zu erreichen.

In der Altersgruppe von 12 bis 16 Jahren wurde die oben beschriebene Thematik noch durch den Verlust und Aufbau von Biodiversität ergänzt. So wurde der Umgang mit Landnutzung thematisiert, insbesondere die veränderte Landnutzung durch die Abholzung von Wäldern sowie die Umgestaltung natürlicher Ökosysteme. Der Blick auf den Zwiespalt zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Faktoren wurde thematisiert und Wege für eine nachhaltige Waldnutzung wurden aufgezeigt.


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Dokumente

Flyer der Veranstaltungsreihe

 

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