Sonderwettbewerb Soziale Natur

Naturinsel Bonn-Pennenfeld - Garten der Begegnung

"Naturinsel Pennenfeld" ist das Gemeinschaftsgartenprojekt von Lebensqualität im Alter e.V. (LeA e.V.) und Quartiersmanagement (QM) Pennenfeld. Unser Motto: Wir informieren „durch die Blume“ und „pflanzen Tiere“. Unser Aktionsraum ist eine ca. 1.800qm große mit Bäumen bestandene Rasenfläche, angrenzend an insgesamt ca. 100 Wohneinheiten (WE). Eigentümerin der Fläche ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft VEBOWAG. Sie bewirtschaftet im Stadtteil Bonn Pennenfeld einen Bestand von ca. 750 Sozialwohnungen, die zu einem großen Teil von älteren Menschen bewohnt werden. Gemeinsam mit der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt ist die VEBOWAG Träger des „QM Pennenfeld“. Dessen Ziel ist es, durch vielfältige Aktionen und Unterstützungsangebote die soziale Stabilität des Quartiers und seiner Bewohner/innen zu fördern. Im angrenzenden Wohnblock mit 50 WE leben viele ältere alleinstehende Menschen bzw. Ehepaare; hier befindet sich die erste Bonner Demenz-WG, die von sechs älteren Frauen bewohnt und vom Verein LeA betreut wird. LeA ist ein trägerunabhängiger Verein. Sein Ziel ist es, Wohnprojekte für Demenzkranke in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis zu initiieren. Als LEA 2011 die Großraumwohnung anmietete, wurde nach kurzer Zeit festgestellt, dass es für Spaziergänge und Naturerleben zu wenig Raum gab. Die „Naturinsel Pennenfeld“ - ein parkähnlicher Naturgarten mit Nutz- und Erlebnischarakter - soll helfen, dieses Defizit auszugleichen und gleichzeitig ein Ort der Begegnung werden.

Das Wohnquartier zeichnet sich durch großzügig geplantes „Abstandsgrün“ in den - größtenteils in den 50er und 60er Jahren entstandenen - Wohnsiedlungen aus. Es bietet also das Potenzial, angrenzend an die Wohnung ein Wohnumfeld zu schaffen, das ansprechend auf die Sinne insbesondere auch der Demenzkranken wirkt und der eingeschränkten Mobilität seiner Bewohner gerecht wird. Zugleich können die Rasenflächen ökologisch aufgewertet werden. Zudem ist in dem o.g. Wohnblock ein sogenannter „Nachbarschaftstreff“ mit Küche und Aufenthaltsraum eingerichtet worden, dessen Außenraum nunmehr der Garten werden könnte. Hier fand auch der Planungsworkshop Ende 2012 statt. In diesem wurden die Bewohner/innen und ihre Nachbar/inne/n aufgefordert, ihren „Traumgarten“ im Modell zu entwerfen. Herausgekommen ist die Idee eines naturnahen Nutz- und Naturgartens mit 24 Einzelelementen, darunter geschwungene rollstuhlgerechte Wege, Hochbeete, Gartenskulpturen, Sumpfbeet, Blühhecken, Bänken und Wasserspiel. Es sollte ein großzügiger, möglichst pflegeleichter Garten entstehen, der zugleich vielfältige Naturerlebnisse erlaubt. Mit der Gartenplanerin Ulrike auf derHeide von calluna-Naturgarten, die zugleich BUND-Vorstandsmitglied ist, konnte eine fachkundige Beraterin gewonnen werden. Sie entwickelte den Garten- und Pflanzplan und stand bei den Umsetzungen beratend zur Seite.

Seit April 2013 wird die Idee mit einer Vielzahl von Aktionen umgesetzt. Nachbar/inne/n und Vereinsmitglieder von LeA im Alter zwischen 55 und 85 Jahren bilden die Kerngruppe. Gemeinsam mit dem Quartiersmanager werden Unterstützungsangebote organisiert. In der Entstehungsphase konnten Projekttage der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule auf dem Gelände durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Aktionstage erhielten insgesamt etwa 60 Schüler/innen einen Einblick in das Berufsfeld Garten- und Landschaftsbau. Die Gartenbaufirma informierte über Ausbildungsmöglichkeiten im Gartenbau und LeA über die Berufsbilder Pflege und Hauswirtschaft. Im Rahmen von „Charity-Days“ z.B. mit US-amerikanischer Austauschschüler/inne/n bzw. Manager/inne/n von Deutsche Post/ DHL findet sich Gelegenheit, sowohl den Garten gemeinsam zu pflegen, als auch die dahinterstehenden ökologischen und sozialen Ideen zu erläutern. So fand beispielsweise mit Schüler/inne/n eine Rallye statt, in der sie die gefundenen Pflanzen bestimmen und anschließend Pflanzschilder beschriften konnten. Auch gibt es gute Kontakte zur örtlichen Kirchengemeinde und der Konfirmandengruppen sowie dem Verein „Ausbilden statt Abschieben“. Somit wird über den Garten die Begegnung zwischen jungen und alten Menschen sowie Menschen unterschiedlicher Herkunften ermöglicht. Für die Mitwirkenden werden dabei immer gemeinsame Mittagessen organisiert. Diese sind ein unverzichtbares Element eines gelungenen Arbeitstages. Finanziert und umgesetzt wurde der Garten auf Basis privater Spenden von Unternehmen, Stiftungen und Einzelpersonen und insbesondere durch „Zeitspenden“.

Mittlerweile ist der Garten eingewachsen und die meisten Projektbausteine sind realisiert worden. Die einheimischen Gewächse erinnern an frühere Gärten und Felder und wecken schöne Erinnerungen bei Bewohnerinnen der LeA-WG. Außerdem kommen wir sozusagen „durch die Blume“ mit den Nachbarn & der Öffentlichkeit ins Gespräch und können für unsere ökologischen und sozialen Ideen werben. Die aktuelle Herausforderung ist, die - vergleichsweise betagte - Kerngruppe beisammenzuhalten und Unterstützung für die regelmäßig anfallenden Pflegearbeiten zu organisieren. Im 14-tägigen Abstand finden Garten-Pflegearbeiten und an etwa 5 Wochenenden im Jahr Aktionstage statt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Wir pflanzen einheimische Gehölze und Blumenstauden, weil wir mit unserer Naturinsel Pennenfeld zur biologischen Vielfalt in Bonn beitragen wollen. Bei uns finden sich Natternkopf, wilde Möhre, Frühlingsplatterbse, Karde, Kugeldistel, Kornrade, wilde Malve, Königskerze, Margaritenfelder, Nachtviolen, Akelei und echte Schlüsselblumen, um nur einige wenige zu nennen. Die Idee ist auch, einen pflegeleichten Garten zu haben, dessen Pflanzen zu einem großen Teil auf regelmäßige Bewässerung verzichten können. Bei uns kommen weder Mineraldünger noch Pestizide zum Einsatz.

Für uns ist das Projekt ein Selbstlernprojekt, weil wir ökologische Bezüge herstellen. So schaffen wir unterschiedliche Lebensräume (Feuchtstandorte, Trockenmauern, Wiesengesellschaften) und pflanzen solche Pflanzen und Sträucher, die als Lebensgrundlage für Schmetterlinge und Schwebfliegen dienen. Wir arbeiten mit dem BUND zusammen und unser Motto ist „Wir pflanzen Tiere“. Das Saatgut stammt von spezialisierten Saatgutherstellern, die autochthones Saatgut liefern. Wer uns im Frühling besucht, wird überrascht vom Summen und Brummen. Um Verständnis dafür zu wecken, dass wir im Winter die Blütenstände stehen lassen und unser Garten dann auch ungepflegt erscheint, haben wir 10 Vogelhäuser in die Beete gestellt.


Video:


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Dokumente

Erster Bericht im General-Anzeiger Bonn über das geplante Projekt

Interview mit der Bonner Umweltzeitung über das geplante Projekt

Einladung zum Planungsworkshop

Auflistung eines Teils des ausgebrachten Saatguts

Presseerklärung zum ersten Aktionstag / Start des Projektes

Bericht im General-Anzeiger Bonn über den ersten Aktionstag / Start des Projektes

Bericht im Schaufenster/Blickpunkt über den ersten Aktionstag / Start des Projektes

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über den ersten Aktionstag / Start des Projektes

Bericht im General-Anzeiger Bonn über die Teilnahme des Projektes am Wettbewerb ´Die schönste Straße Deutschlands´

Bericht im General-Anzeiger Bonn über den Aktionstag im Herbst 2013

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über die Aktivitäten im Sommer und Herbst 2013

Informationsflyer zum Projekt, Stand 2014

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über die Entstehung der Gartenskulptur ´Die freundliche Spinne´

Bericht im General-Anzeiger Bonn über das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Deutsche Post/DHL

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über die Aktivitäten im 2. Halbjahr 2014

Beteiligung an der ´Offenen Gartenpforte 2015´

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über die Aktivitäten im Gartenjahr 2015

Bericht im Mietermagazin der VEBOWAG über das ehrenamtliche Engagement amerikanischer Studentinnen und Studenten

Informationsposter in englischer Sprache

 

Besuchen Sie uns

Naturinsel Pennenfeld

Maidenheadstr. 18/20
53177 Bonn

Öffnungszeiten: 10.00-15.00

Herr Frank Wilbertz
Tel.:0228/9158-444
info@wohnen-im-pennenfeld.de
http://www.wohnen-im-pennenfeld.de/naturinsel-pennenfeld

 

Weitere Infos

Quartiersmanagement Pennenfeld und Verein Lebensqualität im Alter e,V,
Bonn

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