Mit UNDINE II auf Entdeckungsreise in die Unterwasserwelt der Ostsee

UNDINE II entführt auf eine nachhaltige Art und Weise in die unbekannten Tiefen der Westlichen Ostsee. Die Meeresbewohner und verschiedenen Lebensräume unter der Wasseroberfläche sollen anhand von Umweltbildungsmaterialen und interaktiven Tauchplatzkarten erkundet werden können. Durch Schnorchelangebote, Ausstellungen und Unterwasserfilme soll die biologische Vielfalt dargestellt sowie die Region touristisch aufgewertet und belebt werden.

Die Ostsee ist ein einzigartiges Natur- und Kulturerbe, welches es für die Zukunft zu bewahren gilt. Ein bisher kaum bekannter Teil dieses gemeinsamen Erbes ist die Unterwasserwelt der Westlichen Ostsee. UNDINE II möchte die Gäste und Einheimischen der Region einladen, die biologische Vielfalt dieser verborgenen Welt als unvergessliches Erlebnis zu erkunden und damit ein Bewusstsein für die Schönheit und Schützenswürdigkeit dieses Lebensraumes zu schaffen. Dafür bietet UNDINE II Erlebnishelfer, die den Weg zeigen (z.B. zu Tauch- und Schnorchelplätzen), die wahre Geschichten erzählen (z.B. über Umweltbildungsangebote) und die die Geheimmisse der Unterwasserwelt lebendig und farbig werden lassen. Gleichzeitig sensibilisieren diese Helfer auch für die Schutzbedürftigkeit und die Gefahren, denen das Meer ausgesetzt ist und nennen für die Entdeckungstouren klare Kriterien, die sicherstellen, dass die Schätze auch dauerhaft ihren Wert behalten. Dafür arbeiten bei UNDINE II fachkundige Umwelt- und Naturschutzexperten mit Naturinformationszentren und Touristikern zusammen.
Konkret werden in UNDINE II innovative Informations- und Orientierungswerkzeuge für Taucher und Schnorchler in der Region entwickelt. Neben der Erstellung eines Kriterienkatalogs, um die Tauch- und Schnorchelplätze auf Umweltverträglichkeit zu prüfen und eine aktive Besucherlenkung zu ermöglichen, werden auch Verhaltensregeln zu ökologisch verträglichem Verhalten beim Tauchen und Schnorcheln erstellt. Es werden 200 Tauch- und Schnorchelplätze in der Westlichen Ostsee ausgewählt und auf einer interaktiven Karte anhand von Steckbriefen abrufbar sein. Zu den Informationen über die Tauchplätze werden auch die dortigen Lebensräume und Natura-2000 Gebiete mit ihrer Bedeutung und Bedrohung beschrieben.
Für Gäste sowie für Einheimische und vor allem für Familien mit Kindern erweitert UNDINE II das marine Umweltbildungsangebot über die Unterwasserwelt der Westlichen Ostsee. Es entstehen Umweltbildungs- und Spielehefte, ein Ostseekinder-Naturabenteuerbuch sowie verschiedene Spiele zur Unterwasserwelt. Zudem werden verschiedene Tourenprogramme konzipiert und diese Touren anschließend an mehreren Orten in Deutschland und Dänemark angeboten. Für die Kreativität der Kinder bietet UNDINE II Malwettbewerbe an und es kann an einer interaktiven Wandergeschichte teilgenommen werden. Weiterhin sind mehrere Pegelmesslatten geplant, auf denen Spaziergänger historische Wasserstände und durch den Klimawandel bedingte zukünftige Wasserstände erfassen können. Mit zwei neuen Schnorchelwagen sowie Aquascopen gibt UNDINE II die Möglichkeit, bei mehreren Partnern einen spannenden Blick unter die Oberfläche zu werfen. Durch diese Angebote soll bei den Teilnehmern das Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein gestärkt werden.
Um potentielle Gäste auf diese Möglichkeit von maritimen Aktivurlaub in der Region aufmerksam und neugierig zu machen, bewirbt das Projekt in der deutschen und dänischen Öffentlichkeit über Videos und Plakate das Thema „Biologische Vielfalt: Unterwasserschätze der Westlichen Ostsee“. Die bestehende UNDINE Mediathek soll um zusätzliche Unterwasserfilmsequenzen erweitert werden. Die Videos werden als Kinovorfilm, auf Bahnhöfen, in Restaurants, Unterkünften, Arztpraxen und auf Fährschiffen gezeigt. Attraktives Informationsmaterial wird auf Messen verbreitet und Plakate an gut sichtbaren Stellen an Litfaßsäulen gehängt. So sollen die Unterwasser-Naturerlebnismöglichkeiten der Ostsee in den Köpfen von potentiellen Gästen verankert werden und mehr Besucher für die Region begeistern.
UNDINE II bietet zu einem großen Teil auch digitale Aktivitäten an und nutzt eine Vielzahl von sozialen Medien zur großflächigen Verbreitung der Projektinhalte sowie um die touristische Attraktivität der Region darzustellen und neue Gäste zu gewinnen. Durch die Nutzung dieser Kanäle kann ein breites touristisches Publikum auch außerhalb der Programmregion erreicht werden. Neben der Homepage (www.undine-baltic.eu) und den Infoseiten bei den Partnern werden außerdem deren Netzwerke genutzt, die meist ohnehin auf Öffentlichkeitsarbeit ausgerichtet sind. Zudem wird das Projekt seine Fortschritte auf sozialen Netzwerken, wie z.B. bei Facebook, posten. UNDINE II ist auch auf Instagram mit schönen Bildern zur Unterwasserwelt der Ostsee zu finden. Filme werden auf YouTube gepostet und stehen dort zur freien Verfügung.
Über die verschiedenen Herangehensweisen hilft UNDINE II die Unterwasserwelt für die Bevölkerung besser zugänglich zu machen. Durch die aktive Besucherlenkung kommen die Natur- und Kulturschätze dabei nicht zu Schaden und besonders sensible Bereiche werden ausgespart. Der Erhalt einer intakten Küstennatur und Unterwasserwelt nutzt gleichzeitig dem Tourismus, denn er bewahrt das „Betriebskapital“ dieser Region.
Gefördert wird das Projekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (INTERREG 5a Deutschland – Danmark).

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Zu den Besonderheiten der Ostsee gehört, dass sie eines der größten Brackwassergebiete der Welt ist. Ihr Salzgehalt nimmt von Westen nach Nordosten ab. Die meisten Lebewesen in der Ostsee müssen sich an das Brackwasser anpassen, da sie entweder marine Arten sind oder aus dem Süßwasser kommen. Die Westliche Ostsee übernimmt die Funktion eines ökologischen Bindeglieds zwischen Kattegatt und der östlichen Ostsee, eine für die gesamte Ostsee wichtige Vernetzungsfunktion. Aber auch als Teillebensraum und Wanderroute für Schweinswale, Seehunde, Fische sowie für viele wirbellose Tierarten und marine Algen ist die Meerenge bedeutsam. Die Vogelfluglinie über dem Fehmarn-Belt gilt als eine der wichtigsten Flugrouten des Vogelzuges der westlichen Nordhalbkugel. Deutschland und Dänemark haben aufgrund dieser besonderen biologischen Vielfalt verschiedene Natura-2000-Gebiete in dieser Region ausgewiesen. Zu den marinen Lebensraumtypen, die im Anhang I der FFH-Richtlinie aufgeführt werden, gehören Sandbänke, Ästuarien, vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt, Lagunen des Küstenraumes (Strandseen), Flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen) sowie Riffe.
2017 schaffte es unser Partner Vordingborg Kommune die Insel Møn als dänisches UNESCO Biosphären Reservat anerkennen zu lassen. Hier ist eine Haupt-Zielrichtung die nachhaltige Entwicklung von Küstentourismus bei gleichzeitiger Bewahrung der Naturressourcen und Unterwasser-Lebensräume.

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Weitere Infos

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Schleswig-Holstein

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