Kräuter erleben im Apothekergarten

Über 100 Heilpflanzen werden den Besuchern den Gartens bei anschaulichen Führungen und Mitmach-Aktionen nahe gebracht.

Im Jahr 2000 wurde der Kurpark in Bad Marienberg um einen alle Sinne ansprechenden Bereich erweitert. Durch eine als Projekt der Hauptschule angelegte Streuobstwiese windet sich ein Barfußpfad mit 18 verschiedenen Belägen und die Möglichkeit, seine Gesundheit durch Kneippsche Anwendungen in verschiedenen Wasserbecken zu stärken. Direkt angrenzend wurde nach klassischem Vorbild ein Apothekergarten angelegt, der symmetrisch aufgeteilt ist in ein rundes Beet mit Duft- und Bäderpflanzen in der Mitte, vier dreieckigen Beeten zu den Ecken hin und einem umlaufenden schmalen Randbeet. Er ist umgeben von einer Eibenhecke, eine bis auf das Fruchtfleisch giftige Pflanze, die aber den Wirkstoff Taxol enthält, der in Krebsmedikamenten verwendet wird. Da der Krebs eine unserer großen Zivilisationskrankheiten ist, ist die Eibe eine passende Einfassung für den über 100 Heilpflanzen enthaltenden Garten.

Die Pflanzen stehen nach Indikationen geordnet in den Beeten und neben großen Schautafeln hat (fast) jede ein eigenes Namensschild. Auf den Schautafeln sieht man neben Stichworten zur Verwendung des Krauts auch kleine Symbole, die zeigen, welcher Pflanzenteil verwendet wird und wie es zubereitet wird.

Der Garten ist frei zugänglich, aber wer tiefer in die Kräuterheilkunde eintauchen will, kann zwischen Mai und September an regelmässigen Führungen teilnehmen oder auch als Gruppe eine individuelle Begehung buchen.

Im Auftrag der Stadt Bad Marienberg wird der Garten von der Gärtnerin und Kräuterexpertin (IHK) Iris Franzen gepflegt, die auch diverse Möglichkeiten anbietet, um vor Ort die Kräuter und ihre Verwendung einst und heute kennenzulernen. Beworben werden diese Veranstaltungen in der Lokalpresse und im Internet von der Touristinformation der Stadt, auf der Website von Iris Franzen (www.wildkräuter-westerwald.de) sowie im jährlichen Veranstaltungskalender des Netzwerks „Kräuterwind“.

Es gibt „klassische“ Führungen, in denen es in ca. 1,5 unterhaltsamen Stunden um Anbau, Ernte, Verwendung und Lagerung der Kräuter geht, aufgelockert mit Geschichten und Anekdoten zu den einzelnen Pflanzen. Auch Empfehlungen renommierter Kräuterkundler und Gelehrter aus Antike und Mittelalter werden erwähnt und alte Rezepturen weitergegeben, wie die Herstellung von Tinkturen und anderen Ansätzen. Einmal im Monat gibt es zu festen Terminen eine erweiterte Führung und die Besucher erhalten im Anschluss daran einen kleinen Einblick in die Klostermedizin, dürfen dann selbst ernten und sich einen mittelalterlichen Heilwein ansetzen. Vermittelt wird aber auch die Wichtigkeit der Kräuter für unsere Gesundheit durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, je nach Wunsch gibt es im Anschluss eine kleine Verkostung oder es wird gemeinsam etwas zubereitet (z.B. Kräutersalz, Brotaufstrich). Dazu steht bei schönem Wetter eine Sitzgruppe auf der angrenzenden Wiese zur Verfügung, bei schlechtem Wetter kann man in die Touristinformation ausweichen. Für Kinder gibt es spezielle kürzere Führungen mit weniger Theorie, sondern viel Riechen, Schmecken und Fühlen. So wird ihnen die Natur auf spielerische Art näher gebracht und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ gemacht, so dass sie vermittelt bekommen, wie spannend und vielfältig die Pflanzen sind. Als Gedächtnisstütze gibt es für Kinder und Erwachsene jeweils ein Skript in Stichpunkten mit den relevanten Informationen zu den einzelnen Pflanzen und ihrer Verwendung und Rezepten für die Küche sowie für die Hausapotheke für die ersten eigenen „grünen“ Versuche.

Neben den Führungen bietet Iris Franzen im Sommer, wenn die Heilkraft der Kräuter am höchsten ist, auch einen 2,5 stündigen Workshop zur Herstellung einer kleinen Kräuter-Hausapotheke an.

Der Garten ist, auch durch den angrenzenden Barfußweg, ein von Einheimischen und Touristen allen Alters gerne besuchter Ort und das Interesse an der Verwendung heimischer Pflanzen steigt. Wir hoffen, dass unser Angebot achtsamer für die Natur macht, Freude an deren Schönheit vermittelt und die Kräuter wieder mehr in den Alltag – und die Gärten – der Menschen einziehen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Es werden nicht nur bekannte Kräuter gezeigt, sondern auch die oft als "Unkraut" betrachteten Pflanzen werden den Besuchern nahe gebracht. Mit der Vielfalt der Arten lässt sich fast der gesamte Gesundheitsbereich abdecken - gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen.


Bild 1
Bild 2

 

Besuchen Sie uns

Apothekergarten Bad Marienberg

Bornwiese
56470 Bad Marienberg

Öffnungszeiten: ganztags zugänglich

Frau Iris Franzen
immergruen-franzen@gmx.de
http://www.badmarienberg.de/cms/deutsch/sehenswertes/in-der-stadt/apothekergarten/

 

Weitere Infos

Stadt Bad Marienberg, Iris Franzen
Bad Marienberg

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld