NGP Baar - Drehkreuz für den Biotopverbund

Ziel des Naturschutzgroßprojektes Baar (NGP Baar) ist es, zum einen die Wald-, Trocken- und Feuchtlebensräume für den Arten- und Biotopschutz und den Biotopverbund zu sichern. Darüber hinaus wird aber auch die qualitative und quantitative Verbesserung der genannten Lebensräume angestrebt.

Zum anderen soll aktiv zum Klimaschutz beigetragen werden. Dieses soll durch die Wiedervernässung und Extensivierung der Moor- beziehungsweise NIedermoornutzung sowie durch den Schutz der Wälder geschehen, da insbesondere die Moore und Wälder wertvolle Kohlenstoffdioxid-Senken darstellen.


Als Naturschutzgroßprojekte (NGP) werden seit 1979 national bedeutsame und repräsentative Naturräume durch das Programm "chance.natur - Bundesförderung Naturschutz" gefördert. Seit März 2013 werden auch Teile der Baar und der Baaralb aufgrund ihrer gesamtstaatlichen und internationalen Bedeutung für den Naturschutz als „Naturschutzgroßprojekt Baar“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Die Baar ist eine Hochebene im Übergangsbereich vom Schwarzwald im Westen zur Schwäbischen Alb im Osten mit Höhenlagen von 650 bis 800 m ü. NN. Fast alle Gesteinsschichten des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes sind hier vertreten, was dazu führt, dass eine Vielfalt an Böden zu finden ist. Ein kontinentales Klima mit kalten Wintern und trocken-warmen Sommern prägen das Klima.

Die Fördergebiete sind die zentralen Maßnahmenflächen des Naturschutzgroßprojektes und umfassen eine Fläche von rund 4.500 ha in 18 Teilgebieten. Diese Gebiete erstrecken sich auf zehn Kommunen - neun (Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Hüfingen, Königsfeld, Mönchweiler, Villingen-Schwenningen) aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und Geisingen aus dem Landkreis Tuttlingen.

Ca. 1.700 ha Offenland weisen einen signifikanten Anteil von Nieder- und Zwischenmooren sowie Feucht- und Nassgrünland auf. Rund 2.900 ha sind Waldflächen mit artenreichen Eichen-Hainbuchen-Wäldern, thermophilen Kalk-Buchenwäldern, lichten Schneeheide-Kiefernwäldern und wertvollen Orchideen-Beständen in Tannen-Mischwäldern, die durch eine angepasste Wirtschaftsweise erhalten und gefördert werden können. Die Wald-Fördergebiete beziehen auch Offenland-Anteile mit Waldrand- und Saumgesellschaften sowie Magerrasen und Gründlandbeständen mit ein.

Großflächige, extensive Feucht- und Nasswiesenkomplexe sollen geeignete Bedingungen für Wiesenbrüter bieten und zusammen mit den Stillgewässern und Riedflächen als ungestörte Rast- und Überwinterungsplätze zur Verfügung stehen.

Viele Offenlandlebensräume sind durch jahrhundertealte extensive Nutzungsformen entstanden. Die Sicherung, Pflege und Entwicklung dieser Kulturlandschaft ist ein wichtiges Teilziel des Projektes, das nur in enger Kooperation mit den Landwirten erreicht werden kann.

Die Waldlebensräume der Baar sind zum Teil zwingend auf eine Bewirtschaftung angewiesen, um bestimmte Zielarten zu erhalten. Gemeinsam mit der Forstwirtschaft sollen Waldbewirtschaftungskonzepte entwickelt werden, die großräumige Verbundsysteme an den Waldrändern und lichte Waldlebensräume für dealpine Reliktarten ermöglichen.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist der aktive Beitrag zum Klimaschutz. Dieser soll durch die Wiedervernässung und Extensivierung der Moor- und Grünlandnutzung sowie durch den Schutz der Wälder geschehen, da insbesondere die Moore und Wälder wertvolle CO2-Senken darstellen und eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen erreicht wird.

Neben der Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz stellt das Projektgebiet auch ein wichtiges Glied für den nationalen und internationalen Biotopverbund dar. Die Baar verbindet die großen europäischen Flusssysteme des Rheins und der Donau und vernetzt die Wald-, Trocken- und Feuchtlebensräume des Schwarzwaldes, der Schwäbischen Alb und des Schweizer Juras miteinander.

Dem Biotopverbund und der Durchwanderbarkeit des Projektgebiets kommt des Klimawandels wegen eine große Bedeutung zu: Um den Veränderungen ihrer Lebensräume durch die Erwärmung ausweichen zu können, brauchen Tiere und Pflanzen Rückzugsräume, die ihren Ansprüchen genügen. Die montane und durch ein kaltes kontinentales Klima geprägte Baar kann mit ihren wertvollen Mooren, Wäldern und Magerrasen in Zukunft ein Rückzugsraum für alpigene Reliktarten sein. Hier wird es voraussichtlich nur wenig wärmer und nicht trockener werden. Zudem bietet die Baar einer großen Artenzahl mit verschiedenen ökologischen Ansprüchen Rückzugsmöglichkeiten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:


Im Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) sind Zielbiotope und Zielarten für das Naturschutzgroßprojekt Baar definiert, wobei die Arten die Funktion von „Schirmarten“ erfüllen. Durch den Schutz von und die Verbesserung der Lebensräume für diese Arten werden gleichzeitig die entsprechenden Lebensräume und damit auch weitere an diese Biotope angepassten Arten geschützt und gefördert.

Bei den Zielbiotopen handelt es sich um wertgebende Biotope und Biotopkomplexe, welche typisch und prägend für die Baar sind. Im PEPL wurden folgende Biotope beziehungswiese Biotopkomplexe identifiziert:
• Hoch- und Übergangsmoore
• Streuwiesen, Kleinseggenriede und trockene Moorränder
• Feucht- und Nassgrünland
• Großseggenriede und Röhrichte
• Artenreiche Tannen-Mischwälder der Zentralbaar
• Lichte Eichen- und Buchenwälder und Reliktkiefernwälder
• Vorgelagerte Magerrasen und Säume.

Die Zielartenliste enthält Pflanzen und Moose sowie Arten der Tierartengruppen Fledermäuse, Vögel, Reptilien, Amphibien, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Laufkäfer und xylobionte Käfer. Insgesamt sind im PEPL 148 Zielarten aufgeführt, wobei viele einen hohen nationalen und regionalen Rote-Liste-Status haben und/oder für welche die Region eine besondere Verantwortung hat. Die hohe Zahl an Zielarten spiegelt natürlich auch die naturschutzfachliche Bedeutung und die standörtliche Vielfalt der Fördergebiete wider.


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Dokumente

Die Karte gibt eine Übersicht der Fördergebiete des Naturschutzgroßprojektes Baar.

Der Projektflyer gibt eine schnelle Übersicht zum Naturschutzgroßprojekt Baar.

Die Zusammenfassung des Pflege- und Entwicklungsplanes (Entwurf, Stand: 9. November 2016) ermöglicht einen schnellen Überblick des Naturschutzgroßprojektes Baar.

Ein Versuch, die komplexe Maßnahmenplanung des Naturschutzgroßprojektes kurz und bündig darzustellen.

 

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Naturschutzgroßprojekt Baar - Geschäftsstelle im Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar

Neckarstraße 120
78056 Villingen-Schwenningen

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8:30-11:30 Uhr + Mo.-Do. 14:00-16:00 Uhr

Herr Thomas Kring
Tel.: 07721 913-7700
info@ngp-baar.de
http://www.ngp-baar.de

 

Weitere Infos

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Villingen-Schwenningen

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