Wege zur Vielfalt

Das südliche Emsland und die nördliche Westfälische Bucht sind ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Daher haben sich sieben Verbundpartner aus der Region auf den Weg gemacht, um diese Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Lebensräume zu schützen und zu fördern. Frei nach dem Motto "Biologische Vielfalt geht uns alle an" setzen wir dabei auf regionale Partnerschaften u.a. mit Kommunen, Naturschutzverbänden, Bildungseinrichtungen, Landwirtschaft, Jäger- und Imkerschaft. Über vielfältige Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. den Poetry Slam „Slam by nature“ wird die Bevölkerung für das Thema biologische Vielfalt begeistert und für den Wert der Natur vor der eigenen Haustür sensibilisiert.


Das Projekt "Wege zur Vielfalt - Lebensadern auf Sand" hat sich den Erhalt und die Vernetzung nährstoffarmer Sandstandorte als Ziel gesetzt. Sie sind das gemeinsame Charakteristikum in der Hotspot 22-Region südliches Emsland und nördliche Westfälische Bucht. Häufig sind solche Standorte noch als lineare Strukturen an Wegesäumen oder Ufern von Still- und Fließgewässern zu finden. Beispielhaft ist hier die Ems zu nennen, die als in Mitteleuropa einzigartiger Sandfluss eine wichtige Verbindungsachse innerhalb des Hotspots ist. Daneben werden als "Quellbiotope" die großflächigeren Schwerpunktvorkommen wie Heiden und Magerrasen in den Schutzgebieten optimiert. Interessengruppen und die Bevölkerung vor Ort haben teil an der Umsetzung und Evaluation des Projekts und werden so für die biologische Vielfalt sensibilisiert.

Die Stärkung der Biodiversität im Hotspot 22 wird insbesondere durch den Erhalt und die Förderung atlantisch geprägter, nährstoffarmer Sandstandorte angestrebt. In der durch Flächendruck geprägten Landschaft des Hotspot 22 ist die Umsetzung eines derartigen Konzepts nur außerhalb der Produktionsflächen realisierbar. In Frage kommen vor allem Säume an Wegen und Grabenböschungen sowie Uferbereiche nährstoffarmer Still- und Fließgewässer im Besitz der öffentlichen Hand. Private Flächen könnten auf Wunsch der Eigentümer eingebunden werden. Eine Übertragbarkeit der Konzepte, Methoden und Maßnahmen auf andere Regionen ist ein weiteres Ziel.

Koordiniert wird das sechsjährige Projekt vom Kreis Steinfurt. Verbundpartner sind in Nordrhein-Westfalen die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU). In Niedersachsen sind es die Stadt Lingen (Ems), die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland und der Landkreis Grafschaft Bentheim.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die drei wesentlichen Projektziele dienen dem Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt:

1) Förderung von "Wegen für die Artenvielfalt"
Linienhafte Landschaftselemente sind einerseits Refugien für die naturraumtypischen Arten und fördern andererseits den Biotopverbund zwischen bestehenden Vorkommen. Es werden vorrangig trockene und nasse Wege sowie deren Säume bzw. Raine auf nährstoffarmen, sandigen Substraten erhalten und optimiert. Derartige Wegrand-Biotope sind potenzieller Lebensraum für über 1000 Tier- und Pflanzenarten. Im Projekt werden daher wertvolle Restflächen erfasst, gesichert und optimiert. Dazu wird u.a. regionales Saatguts und Mahdgutübertragung eingesetzt.

2) Stärkung von Quellpopulationen und Trittsteinen
Um die Funktion von optimierten oder neu entwickelten Säumen zu fördern, ist es notwendig, die Quellpopulationen in den Schutzgebieten als Netzknoten zu stärken. Dies sind vor allem Magerrasen, Magergrünland und Heiden sowie nährstoffarme Uferbereiche mit ihren gefährdeten Arten. Eine Sonderstellung nehmen Ems und Vechte als Sandflüsse ein. Sie überbrücken als Verbundkorridore größere Distanzen und sind durch ihre fließgewässertypische Dynamik Ausgangspunkte für die Wiederbesiedlung umliegender Gebiete. Deshalb sind u. a. Renaturierungsmaßnahmen an der Ems und ihren Nebengewässern vorgesehen. Naturnahe Restflächen innerhalb der Agrarlandschaft werden als Trittsteine für den Biotopverbund optimiert.

3) Förderung von lokalem und gemeinsamem Hand

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=j3sE4UwSwe8&feature=youtu.be


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Dokumente

Projektflyer ´Wege zur Vieflalt - Lebensadern auf Sand´

Handreichung zum Thema regionales Saatgut und Hinweise für die Anlage von Blühflächen.

Newsletter ´Hotspot-Postillion´Weitere Ausgaben finden Sie auf www.wege-zur-vielfalt.de

 

Besuchen Sie uns

Kreis Steinfurt, Untere Naturschutzbehörde

Tecklenburger Straße 10
48565 Steinfurt

Öffnungszeiten: i.d.R. 8 - 16:30 Uhr

Frau Esther Susewind
Tel.:02551-691423
esther.susewind@kreis-steinfurt.de
http://www.wege-zur-vielfalt.de

 

Weitere Infos

E. Susewind (Kr. Steinfurt), H. Storch & T. Starkmann (Biol. St. Kr. Steinfurt), M. Monzka (L.kr. Grafschaft Bentheim), M. Hoberg (Nat.stiftung L.kr. Emsland), S. Oltrop (Stadt Lingen (Ems)), E. Happe (Biol. St. Zwillbrock), W. Arndt (WWU Münster)
Steinfurt

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