Wildbienenlehrpfad Legden-Asbeck

Ein Wildbienenlehrpfad als Beitrag zur Biodiversität und zum Artenschutz - aber auch als Bildungsprojekt mit Vorbildcharakter

Die Biodiversität ist bedroht. Das Artensterben (Tier- und Pflanzenarten) schreitet voran. Die Regionen des Münsterlandes mit intensiver Landwirtschaft sind besonders betroffen. Bürger setzen sich - ganz im Sinne der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" - für Artenschutz ein, indem sie naturnahe Gärten anlegen oder eine naturnahe Nutzung und Pflege des öffentlichen Grüns und eine Rückholung der kommunalen Wegränder für neue Hecken und blühende Säume und Raine einfordern. Das Insektensterben ist besonders dramatisch. Daher ist die Schaffung einer Nahrungsbasis u.a. für Wildbienen und Solitärwespen, deren Bestäubungsleistung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, durch blühende Randstreifen und Wiesen, die Schaffung von Biotopverbundlinien und die Bereitstellung von Nistmöglichkeiten für die Tiere naheliegend.

NABU (federführend) und BUND suchen weiter Partner in der Bevölkerung für die Umsetzung des Vorhabens u.a. auf Privatgrundstücken. Das heißt: Wildbienennisthilfen in private Gärten stellen sowie für ganzjährig blühende Gärten sorgen. Mit öffentlicher Ausschreibung suchen wir Naturfreunde, die auf ihren Grundstücken Wildbienenunterkünfte und Infotafeln mit uns aufstellen und für die entsprechende Insektennahrung in der Nähe sorgen wollen. Die Wildbienennisthilfen und Informationen sollen öffentlich zugänglich sein und mit Bildungsarbeit verküpft werden.

Dieser Wildbienenlehrpfad wurde in Legden am 1. Mai 2017 eröffnet. Eine Exkursion der VHS /Aktuelles Forum Ahaus zum Wildbienenpfad in Legden und Asbeck hat am 11.6.2017 stattgefunden. Das Leittier des Pfades ist die hier angeblich noch vorkommende und auf den Blutweiderich spezialisierte "Blutweiderich-Sägehornbiene". Erstellt wurden die Nisthilfen u.a. von Sozialeinrichtungen.

Die Angebote richten sich auch an VHS und Schulen, Jugendhaus, Kindergärten, Vereine etc. Es handelt sich um ein praktisches, aber auch um ein längerfristig angelegtes Projekt der Umweltbildung und Beratung. Da sehr viele völlig ungeeignete "Bienenhotels" in Umlauf sind, ist auch einiges an Aufklärungsarbeit notwendig. Die Umsetzung der Erkenntnisse von Wildbienenexperten und Insektenforschern ist Grundlage des Projektes. Wichtig ist die Verbreitung von Wissen zu einer naturnahen Pflege der Hecken, der Blühstreifen und Uferrandbepflanzungen. Artikel zum Artenschutz und zur Biodiversität sind im Zusammenhang mit dem Projekt entstanden.

Da es ein dynamisches und offenes Konzept sein soll, ist es auf Übertragbarkeit und Kooperation mit Partnerprojekten hin angelegt. Demnächst sollen weitere Wildbienennistwände (mit Infotafeln etc.) gefertigt werden. Mit den Informationen sollen auch Samentütchen mit standortgerechtem, regionalem Saatgut an Bürger zur Motivation verteilt werden. Weiter wird ein kleines Standardmodell für Wildbienen und Solitätwespen entwickelt. Interessierte Menschen sollen (u.a. im Rahmen der "Offenen Gärten") im Sinne einer "Wildbienenroute" zu den Gärten mit besonderer Blütenvielfalt und Wildbienenförderung gelenkt werden. Führungen können jederzeit gewünscht werden. Die entstandenen Wildbienenniststände sind öffentlich zugänglich und mit Infotafeln bzw. Material versehen.

Nachahmer hat das Projekt schon jetzt gefunden: Landwirtschaftliche Ortsvereine haben in Abstimmung mit der Gemeinde Legden etliche Wildbienennistwände überall im Ort aufgestellt, eine Schule hat ein eigenes Unterrichtsprojekt dazu entwickelt und eine Insektennistwand im Schulgarten aufgestellt.

Im Zuge einer Rückholung kommunaler Wegränder für naturnahe Nutzungen sollen Musterblühstreifen und -hecken mit Wildbienenförderung angeboten werden. Die Kommunen sollen angeregt werden, alle öffentlichen Verkehrs- und Brachflächen in blühende Rückzugsoasen für bedrohte Tierarten umzuwandeln (im Sinn von "Blühende Stadt" bzw. "XXX....blüht auf").

Die Wildbienenförderung soll auch zu künstlerischen Aktivitäten führen und den Tourismus (u.a. entlang der "Flamingo-Route") fördern. Gemeinsam mit den Partnerprojekten "Dorfimkerei Heek", "Naturoase Harwick", "Essbare Stadt Borken bzw. Bocholt" sollen auch grenzüberschreitende Initiativen gefördert werden. Zusammenarbeit mit dem "Wildbienen-Mann" (http://www.wildbien.de) den Projekten "Summendes Rheinland" (http://www.rheinische-kulturlandschaft.de/wp-content/uploads/2016/12/2016-07-20_Infoblatt_Gabione.pdf ), "Deutschland summt" und "Wildbienenretter" (www.wildbienenretter.de) ist angebahnt.

Im Rahmen des Projektes wurde ein Muster-Antrag zur Rückholung der kommunalen Wegränder entwickelt. Unterstützend soll ein Flyer verteilt werden.

Presse und Bildungsarbeit:
06.05.2017 - Münsterland Zeitung (Legden)
Drei Stationen des Bienen-Lehrpfads stehen bereits - Nabu bietet Unterstützung an.
VHS Ahaus/Aktuelles Forum - So. 11. Juni 2017 (11.00 Uhr/13.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr) - Wildbienengärten in Legden und Asbeck-
Kursnummer: 71-1027B

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der dramatische Verlust bei Insekten und Wildbienen zeigt, wie wichtig die Schaffung neuer Biotopverbundlinien in Form von ökologisch wertvollen Hecken und Blühstreifen - besonders in den von Landwirtschaft geprägten Gebieten - ist. Dem Wildbienenschutz kommt dabei eine große Bedeutung zu. Impulse zur Gestaltung öffentlicher und privater Räume im Sinne von Naturgärten sollen von dem Projekt ausgehen.

Video:
Auf die Ursachen des Artensterbens weist dieser NABU-Film hin sowie auf die Notwendigkeit des Artenschutzes und der Bwahrung der biologischen Vielfalt: https://www.youtube.com/watch?v=n4XoCMJYXd4


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Dokumente

Muster-Antrag zur Rückholung kommunaler Wegränder für neue Biotopverbundlinien (Hecken, Säume und Raine mit heimischen Wildkräutern)

Blühende Landschaften mit Biotopverbundlinien in Form von Hecken und Dauerblühstreifen sind notwendig für die Biodiversität!

Die Rückholung kommunaler Wegränder für die Natur ist überfällig!

Wildbienenlehrpfad Legden-Asbeck eröffnet!

Bienen brauchen intakte Hecken!

Pestizide gefährden Wildbienen und Artenvielfalt!

Hecken brauchen eine naturnahe Pflege - Pflegehinweise.

Artikel zur Gefährdung der Biodiversität

Wildbienenförderung durch NABU-Kreis-Borken - Spendenaufruf!

Ankündigung der Auszeichnung-Sommerfest des NABU in Bocholt-17-9-2017.

Arbeitshilfe-Material-Übersicht: Nisthilfen, aber die richtigen....

Blühende Vielfalt - Bedingung für die Wildbienen! - Broschüre des LANUV (NRW):

Praxisleitfaden zu Säumen und Rainen

Wegraine und Gewässerrandstreifen - Broschüre des BUND

Bauanleitungen-Wildbienen-Nisthilfen.

Wegseitenrand-Beratungsbroschüre des LANUV (NRW) und rechtliche Grundlagen

Ausstellung ´Irrweg Pestizide´ - 13 Tafeln zu den Ursachen des Artensterbens und zu den Folgen der Pestizide

 

Besuchen Sie uns

Wildbienenlehrpfad Legden-Asbeck

Niehuskamp 3
48739 Legden

Öffnungszeiten: jederzeit zu besichtigen und z.T. immer offen zugänglich

Herr Jürgen Kruse
Tel.:02566-9709087
info@heckenschutz.de
http://www.hecke.wg.vu

 

Weitere Infos

NABU-Kreisverband Borken
Legden

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