Der Karlsgarten Menslage

Der Karlsgarten entstammt der Höfe- und Landgüterverordnung Karls des Großen aus dem Jahre 812 und ist in seiner Anlage ein besonderes Diversitätsprojekt, in dem zahlreiche historische, unbekannte als auch moderne (Nutz-)Pflanzen angebaut, verarbeitet und präsentiert werden.

Der Menslager Karlsgarten basiert auf der Höfe- und Dörferverordnung (capitulare de villis) aus den Jahren 812/813, in der die politische Führung unter Karl dem Großen ihre Forderungen zur Bewirtschaftung der Höfe und Dörfer formuliert hat. Hierin enthalten ist u.a. eine detaillierte Auflistung von 73 Gemüsearten und eine Vielzahl an Obstbäumen allein für den Hofgarten. Darunter sind bekannte Arten wie Möhre, Fenchel, Dill oder Gurke, aber auch heute gänzlich unbekannte Arten wie Zaunrübe, Kuhbohne und Pferdeeppich. Die Forderungen Karls des Großen im „capitulare de villis" sind heute im Hinblick auf eine gesunde und ausgewogene Nahrung sowie Nachhaltigkeit und Diversität aktueller denn je. An diesem Punkt setzt die Realisierung des Karlsgartenprojektes an. Der Verein legt großen Wert darauf, seine Vorhaben in einem authentischen ökologischen und ökonomischen Umfeld im Zentrum eines Eschdorfes umzusetzen. Ziel ist eine in sich lebensfähige unabhängige Einheit darzustellen, die darüber hinaus Möglichkeiten der Lehre und Umweltbildung enthält. Nicht museale oder dargestellte Räume will der Verein entwickeln, sondern dynamische, lebendige und zukunftsfähige wesensgemäße Räume in der örtlichen Region - auch mit einem Beispielcharakter und als Ideengeber für die private Gartengestaltung. Alleine der Karlsgarten umfasst ca. 80 einzelne Beete und eine Vielzahl von Obstbäumen zur Pflege und Bewirtschaftung, sodass ein großer Kinder-und Schülerkreis in das Projekt eingebunden werden kann. Der Verein möchte mit diesem Projekt einen Beitrag zur Biodiversität leisten und der Entfremdung von der Natur - insbesondere bei Kindern - entgegenwirken.

Der Karlsgarten bildet den Mittelpunkt eines Netzwerkes aus verschiedenen umwelt- und landwirtschaftlichen Maßnahmen. Innerhalb dieses Netzwerkes wird der Karlsgarten mit der vorgeschriebenen Ausstattung sowie einem Solargewächshaus für Saatgut, Anzucht und Überwinterung der Pflanzen errichtet. In diesem Bereich des Vielseitigkeitsstandorts wird Umwelt- und Ernährungsbildung betrieben. Kinder können in diesem Standort kindgerecht an das Thema Vielseitigkeit herangeführt werden. Auf der zweiten Ebene des Projektes werden um den Karlsgarten (abgesetzt, aber als Einheit zu verstehen) weitere traditionelle hiesige Gartenfrüchte bis hin zur Moderne zu Lehrzwecken angepflanzt. Unmittelbar um den Karlsgarten befindet sich ein Botanischer Bauerngarten mit angeschlossener Streuobstwiese. Auf der dritten Ebene in unmittelbarer Nähe zum Komplex Karlsgarten (& Botanischer Bauerngarten) auf dem gegenüberliegenden Acker der historischen Eschfläche des Hofes Westendorf in Herbergen/Menslage können sämtliche relevanten Ackerfrüchte angebaut werden. Diese drei Ebenen sind inmitten der Natur miteinander versetzt und erlauben die Integration von Naturschutzmaßnahmen. Dies ergibt ein Gesamtprojekt, in dessen Rahmen Pädagogik und Therapie ihre Anwendung finden, aber auch Geocaching und Tourismus berücksichtigt werden.

Zielpersonen sind vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Familien und Erwachsene. Der Karlsgarten inklusive Gesamtkomplex kann Einfluss haben auf private Haltungen zu Ernährung, Umwelt und dem Miteinander der Menschen und einen dynamischen Prozess 'von unten' in Gang setzen. Umweltmaßnahmen wie die Trockenmauern haben bereits erste Nachahmer gefunden. Showprojekte und Alibi-Maßnahmen erzielen keine nachhaltige Wirkung auf die Bewusstseinsbildung und das Verantwortungsbewusstsein. Natur und Tierwelt erreichen uns am meisten, wenn sie für sich selbst sprechen. Da die Stimmen der Natur und Tiere von uns Menschen noch nicht genügend vernommen werden, setzen wir Projekte um, die ihnen Raum zur Entfaltung geben. Der Menslager Karlsgarten ist so ein Projekt. „Zurück ins Frühe Mittelalter auf der Reise in die Zukunft“ ist deshalb das Motto des Menslager Karlsgartens.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

In der Vielzahl der Gemüse-, Kräuter-, Heilkräuter- und Obstbaumarten ist der Menslager Karlsgarten ein beispielhaftes Vielseitigkeitsprojekt. Auch die errichteten Trockenmauern erfüllen wichtige ökologische Funktionen, sodass im Gesamten ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen entstanden ist. Zudem ist der Karlsgarten ein außerschulischer Umweltbildungsstandort, der (jungen) Menschen anhand der „kleinen Welt“ Karlsgarten die Vielfalt des Lebens nahebringt.


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Besuchen Sie uns

Karlsgarten

Hohe Eschstraße
49637 Menslage

Öffnungszeiten: Werden im Internet angekündigt

Herr Gregor Meyer
depeerdehoff.e.v@gmail.com
http://depeerdehoff.de

 

Weitere Infos

Die Kreislauflandwirtschaft de Peerdehoff e.V.
Menslage

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