NABU-Ausbildung für Schutzgebietsbetreuer/-innen in Baden-Württemberg

Der NABU-Landesverband Baden-Württemberg bildet Freiwillige für die ehrenamtliche Betreuung von Naturschutz-Flächen aus. Auch in weiteren NABU-Landesverbänden wird dieses Projekt erfolgreich durchgeführt. Kernstück des Projekts sind Lehrgänge, durch die die Teilnehmenden in den wichtigsten Aspekten der Schutzgebietsbetreuung geschult werden. Mit einem breiten Hintergrundwissen können sich die ausgebildeten Ehrenamtlichen kompetent für Belange schützenswerter Gebiete einsetzen.

Schutzgebiete dienen dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit der Ausweisung eines Gebietes allein ist die Arbeit jedoch nicht getan. Die Entwicklung der Natur in den Gebieten muss beobachtet werden, teilweise muss auch direkt „eingegriffen“ werden. Denn häufig ist eine zielgerichtete Pflege der Lebensräume notwendig, um Biotope der Kulturlandschaft zu erhalten. Zusätzlich gibt es weitere Faktoren, die überwacht werden sollten: Zum Beispiel soll Gebietsbesucherinnen und -besuchern gezeigt werden, wie sie sich richtig verhalten, etwa dass sie auf den Wegen bleiben oder Müll nicht wegwerfen. Auch die Ausbreitung von Neophyten oder umweltbedingte Einflüsse können die in einem Gebiet beheimatete Tier- und Pflanzenwelt bedrohen.

Die staatliche Naturschutzverwaltung ist mit der Betreuung geschützter Flächen beauftragt. Aufgrund eingeschränkter Personalressourcen ist es jedoch kaum möglich, alle naturschutzfachlich wertvollen Gebiete vollumfänglich hauptamtlich zu beaufsichtigen. Hier können ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuerinnen und -betreuer eine wertvolle Ergänzung sein und ihre Fach- und Ortskenntnisse einbringen.

Im Frühjahr 2015 und im Frühjahr 2016 hat der NABU-Landesverband Baden-Württemberg ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuerinnen und -betreuer ausgebildet. Mit einer Förderung durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg und mit Unterstützung des NABU-Bundesverbandes wurden Lehrgänge für Freiwillige angeboten, die sich um naturschutzfachlich wertvolle Gebiete kümmern möchten. Die Ausbildung bestand aus rund 70-Unterrichtsstunden und wurde auf je drei verlängerte Seminarwochenenden aufgeteilt.

Das Angebot richtete sich zum einen an Ehrenamtliche, die bereits in der Gebietsbetreuung aktiv waren. Für sie diente der Lehrgang als Fortbildung, zumal die rechtlichen und fachlichen Vorgaben auch im Naturschutzbereich immer komplexer werden. Zum anderen wurden Freiwillige ohne Erfahrung in der Gebietsbetreuung in die Kurse aufgenommen, um „Nachwuchskräfte“ auszubilden.

Inhalte des Lehrgangs waren etwa die gesetzlichen Grundlagen der unterschiedlichen Schutzgebietskategorien, der Umgang mit Gebietsbesucherinnen und -besuchern, die Methodik naturkundlicher Führungen, die Kartierung von Arten am Beispiel von Brutvögeln oder die Zusammenarbeit mit Behörden. Fachleute aus verschiedenen Bereichen standen dafür als Referentinnen und Referenten zur Verfügung. Praktisches Erleben und Erfahren bei Exkursionen in Schutzgebieten ergänzten das im Unterricht vermittelte Wissen.

Den Abschluss des Lehrgangs bildeten ein schriftlicher Test über die Seminarinhalte sowie Präsentationen. Bei ihren Vorträgen zeigten die Ehrenamtlichen, dass sie sich mit den zu betreuenden Gebieten intensiv auseinander gesetzt hatten. Während der Ausbildung hatten die Teilnehmenden eine Beschreibung ihres Gebietes angefertigt.

Insgesamt wurden 45 Personen geschult. Nach dem Lehrgang konnten sich die Ausgebildeten für den ehrenamtlichen Naturschutzdienst des Landes Baden-Württemberg bewerben oder in einem Naturschutzverein aktiv werden. Die Schutzgebietsbetreuerinnen und -betreuer sind nun in ihren Gebieten unterwegs und überprüfen die Einhaltung der gesetzlichen Schutzbestimmungen, klären Besucherinnen und Besucher auf, bieten Führungen an oder erfassen Tier- und Pflanzenarten.

Über 100 Ehrenamtliche hatten sich für die Seminarplätze bei der Ausbildung zur Schutzgebietsbetreuerin bzw. zum Schutzgebietsbetreuer beworben. Das zeigt deutlich, dass viele Freiwillige bereit sind, Verantwortung für Schutzgebiete zu übernehmen. Wenn sie mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausgestattet werden, können sie eine wertvolle Stütze für die Naturschutzverwaltung bei der Schutzgebietsbetreuung sein und am Erhalt der biologischen Vielfalt mitwirken.

Aufgrund der großen Nachfrage nach den Lehrgängen, wird das Projekt auch in 2017 und 2018 fortgeführt. Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale können zwei weitere Ausbildungsgänge angeboten werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Unser Projekt „Ausbildung von Schutzgebietsbetreuern“ des NABU Baden-Württemberg trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei, denn die Vielfalt der natürlich-vorkommenden Pflanzen und Tiere wird auch durch den Schutz ihrer Lebensräume gesichert („Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ (2015), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Referat Öffentlichkeitsarbeit, Auflage 5, Seite 64). Ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuende beobachten in ihren Gebieten die Entwicklung der Natur. Dadurch liefern sie wichtige Hinweise, wie es um die biologische Vielfalt in den Schutzgebieten steht und wo ggf. pflegend eingegriffen werden muss. Zudem bringen sie Bürgerinnen und Bürgern die Artenvielfalt in den Gebieten nahe und zeigen damit, warum Schutzgebiete so wichtig sind.

Video:


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Dokumente

Infoflyer zur Ausbildung von Schutzgebietsbetreuenden

 

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NABU-Landesverband Baden-Württemberg e. V.

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70178 Stuttgart

Öffnungszeiten: nach Absprache

Frau Annette da Luz Correia
Tel.:0711/96672-30
Annette.Correia@NABU-BW.de
http://www.NABU-BW.de/gebietsbetreuung

 

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Stuttgart

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