Biodiversität im Ortszentrum

Mitten in Oberstdorf, in einer beliebten Einkaufsstraße, ließ die Naturschule einen ca. 15 m2 großen Naturgarten entstehen.

Oberstdorf ist die meist besuchte Tourismus Region Deutschlands. Im Zentrum des Bergdorfes, in den Allgäuer Alpen tummeln sich täglich mehrere tausend Besucher. Mit dem kleinen Naturgarten, direkt zwischen Geschäften und Läden versucht die Naturschule Oberstdorf, den Passanten zu vermitteln, dass die Biologische Vielfalt nicht nur in den Naturschutzgebieten wie den Allgäuer Hochalpen existiert sondern auch in urbaneren Gegenden gefördert werden kann und sollte.

Kurzgeschorener Rasen, exotische Gehölze und Sichtschutzhecke wirken das ganze Jahr über gleich grün, gleich langweilig und artenarm. In Bezug auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt sind sie gar als ökologische Wüsten zu bezeichnen.

Wenn der Garten hingegen naturnah gestaltet ist, wird er zum Lebensraum für viele heimische Pflanzen- und Tierarten und fördert somit die Biodiversität. Aber wie gestaltet man einen naturnahen Garten? Einfach alles wuchern lassen?

Auch wenn ein naturnaher Garten oft verwuchert und zugewachsen wirkt ist das nicht ein Zeichen für einen faulen Gärtner! Eher ein Beweis für das ökologische Verständnis des Gärtners und einen rücksichtsvollen Umgang mit den Pflanzen.

Zwei wichtige Punkte im naturnahen Garten sind Biodiversität und Biodynamik.

Es ist nicht nur wichtig verschiedene Arten zu halten, sondern man muss auch die natürlichen Abläufe sichern.

Wenn man zum Beispiel Kräuter und Früchte komplett aberntet bevor sie ausgeblüht und Samen gebildet haben, dann wird im nächsten Jahr nichts wachsen können. Deshalb ist es wichtig immer einen Teil der Ernte „stehen zu lassen“.

Im Naturschulgarten wird nur ca. 1 % der existierenden Pflanzen im Frühjahr gesetzt, der restliche Bestand von 99% vermehrt sich von Jahr zu Jahr selbst.

Ebenso muss man den Pflanzen die Chance geben, ihre ökologische Nische zu finden und zu sichern. Man sollte beim Anlegen eines naturnahen Gartens auf die Standortwahl der jeweiligen Pflanze achten, doch im Laufe der Zeit wird die ein oder andere Pflanze ihren Standort ändern und an ein Plätzchen umziehen, an dem es ihr besser gefällt. Diese Biodynamik sollte nicht gestört werden denn die Pflanzen bauen Beziehungen zueinander auf und suchen sich ihre Partner selbst.

Ziel in der naturnahen Gartengestaltung muss die Förderung einer hohen Artenvielfalt sein. Je größer die Artenvielfalt, desto geringer die Gefahr, dass sich bestimmte Arten massenhaft vermehren. Im naturnahen Garten sind immer auch genügend natürliche Gegenspieler vorhanden, die unerwünschte Tiere dezimieren, so dass man auf chemische Mittel getrost verzichten kann. Marienkäfer und Florfliegenlarven haben z.B. Riesenappetit auf Blattläuse; Vögel und Schlupfwespen halten gefräßige Raupen in Schach und Igel und Kröten vernichten Nacktschnecken.

Eine Bank, aus alten Snowboards gebaut, lädt jeden Tag hunderte Menschen dazu ein, am Naturschulgarten zu rasten und die Biologische Vielfalt zu beobachten. Jahreszeitenabhängig blüht der Garten in allen Farben und der Geruch der Wildkräuter bringt die Passanten aus der ganzen Welt zum Stehenbleiben und Staunen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Naturschule Oberstdorf unterstützt und informiert Interessierte bei der Transformation ihrer Gärten zu artenreichen Naturgärten.
Bildung zum Thema Biodiversität, aktives Handeln und der Kontrast Naturgarten / Einkaufsstraße haben einen hohen Wirkungsgrad in der Bevölkerung und wecken täglich Interesse bezüglich Biodiversität und nachhaltigem Handeln. Eine Informationstafel am Eingang zum Garten erklärt den Passanten den Zweck und Nutzen eines naturnahen Gartens und im Inneren der Naturschule gibt es weiteres Infomaterial.



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Besuchen Sie uns

Naturschule Oberstdorf

Oststraße 23
87561 Oberstdorf

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Manuel Hohenegg
Tel.:0157 78 32 15 15
info@naturschule.eu
http://www.naturschule.eu

 

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Manuel Hohenegg - Naturschule Oberstdorf
Oberstdorf

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