Erhöhung der biologischen Vielfalt durch aktive Heidepflege

Das größte zusammenhängende Sand- und Heidegebiet Deutschlands hat eine enorme Bedeutung für den Biotopverbund von Trockenstandorten. Die aktive Pflege der Heide durch kalte Brände von jährlich ca. 180 ha pro Jahr inklusive mind. 30 ha Heidemahd pro Jahr hat zum Ergebnis dessen enorme Erhöhung der biologischen Vielfalt.

Durch das jährlich aktive Heidebrennen von ca. 180 ha /Jahr können Trittsteine in Größenordnungen entstehen. LRT 4030 von rund 6000 ha in unterschiedlichster Ausprägung. Das FFH-Gebiet in seiner Größe (9.200 ha) ist unzerschnitten, extrem artenreich, ornithologisch sehr gut ausgestattet, bietet idealen Lebensraum für Laufkäferzoonosen, Schmetterlinge, seltene Moose, Flechten - insgesamt viele Vertetreter der Roten Liste. Speziell seien hier die sehr gute ornithologische Ausstattung von Heidelerche (520 Revierpaaren (RP)), die kopfstärkste Population in Brandenburg beim Ziegenmelkern (512 RP), Steinschätzer (27 RP), Neuntöter (78 RP), Raubwürger (18 RP) genannt. Aber es gibt auch ein extrem hohes Vorkommen von Zauneidechsen und Schlingnattern - dies vor allem in Verbindung mit der aktiven Heidepflege - kaltes Brennen, inklusive oberirdischer Munitionsberäumung (ehem. militärischer Übungsplatz) und Schaffung von Kleinstrukturen/Mosaik Trittsteinen. Zur Flächenvorbereitung wird die Sukzessionskiefer als Energieholzgewinnung genutzt. Auch hier werden Kleinststrukturen geschaffen.

Ohne aktive Heidepflege: Relativ schnelle Eroberung der Heideflächen durch Kiefernsukzession, keine Verjüngung der Heide, nachweislicher Rückgang der Artenausstattung, schwierigere Beräumung der teilweise oberirdisch befindlichen Altmunition/Munitionsschrott.

Besonderheit des Projektes: Jährliche Flächengröße der aktiven Heidepflege durch Brennen und Mahd - rund 180 ha/Jahr

In den vergangenen 6 Jahren, in denen das „kalte Brennen“ Anwendung fand, konnten ca. 800 ha verjüngt und oberirdisch von Munition beräumt werden. Da die Erhaltung der Heideflächen mit ihrem hohen Naturschutzwert von größter gesamtgesellschaftlicher Bedeutung ist, gibt es die Bemühungen die guten Erfahrungen auch weiterzugeben. Es finden regelmäßig Naturschutzexkursionen zum Thema „Erhöhung der biologischen Vielfalt durch aktive Heidepflege“ statt. Diese Exkursionen wurden von Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, hier der Vorstand, Mitglieder des Bundesamtes für Naturschutz, des Brandenburgischen Umweltministeriums, verschiedenster unterer Naturschutz- und Forstbehörden wahrgenommen. Jährlich finden große Treffen mit Mitgliedern der Heinz-Sielmann-Stiftung zum o.g. Thema statt. Schulklassen aus der Umgebung und Berlins zeigen bei Heideexkursionen ihr Interesse. Auch beim regionalen Heidefest ist das Thema allgegenwärtig. Touristische Aktivitäten, wie die sommerlichen Kremserfahrten durch die Wittstocker Heide mit ausgebildeten Naturführern, haben stets das Thema Artenvielfalt und Heidepflege in ihrem Repertoire. Dabei werden viele Menschen erreicht und für die Heidepflege sensibilisiert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Bundesweiter Rückgang des LRT 4030. Durch die Heidepflege: Erhalt des LRT 4030 - Schaffung idealer Lebnsräume in Größenordnungen für u.a. mind. 520 Brutpaare Heidelerche, Brandenburgs weit größte Population von Ziegenmelkern (512 BP) und weiterer wertgebender Arten. Maßnahmen: Echte Lebensraumverbesserung für viele Arten, die an trockene Standorte (offene Sandstellen wie in der Calluna-Heide) gebunden sind.


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Dokumente

Aktive Heidepflege- Erhalt und Erweiterung von Trittsteinen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt

artenvielfalt_BFBWEB - Kopie.docx

 

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