Wiedereinräumung der Landschaft – Hecken zurück auf die Hochflächen

Die Hochflächen des Fränkischen Juras rund um Neumarkt in der Oberpfalz sind geprägt von großen Ackerflächen, auf denen der Wind oft mächtig pfeift. In den Tälern und an den Hängen, die Schäfer Markus Schenk mit seinen Schafherden beweidet, wachsen dagegen bunte Blumen, es gibt zahlreiche dornige Hecken mit seltenen Vögeln wie dem Neuntöter und eine Vielzahl an Strukturen. Aber sobald man die Täler verlässt, sieht es anders aus: durch Flurbereinigungen wurden die alten Strukturen zerstört und viele Hecken und Gehölze entfernt. Markus Schenk will das ändern und die Landschaft wieder „einräumen“. Inspiriert von einem betriebseigenen Naturschutzplan und mit viel Motivation gelang es ihm, seine Verpächter von der Idee wieder Hecken zu pflanzen, zu überzeugen. Im Herbst 2015 wurden über 1300 m Hecken, Feldgehölze und Bäume gepflanzt.

Der Erhalt der Kulturlandschaft und die Landschaftspflege sind ein wichtiges Anliegen des Schäfereibetriebs von Markus Schenk aus Deining in der Oberpfalz. Er beweidet mit seinen über 1200 Schafen zahlreiche wertvolle Naturschutzflächen. Auf 56 ha Ackerfläche wird neben Futter für die Tiere auch Biogetreide angebaut. Und auf den Ackerflächen sieht es auf den Hochflächen des Fränkischen Jura zumeist ganz anders aus, als in den idyllischen Tälern und an den steilen Hängen. Auf den vergleichsweise ebenen Hochflächen finden sich die besseren Ackerböden der Region und schon vor einigen Jahrzehnten wurde durch die Flurbereinigung vielerorts eine einfach zu bewirtschaftende Agrarlandschaft geschaffen mit großen Schlägen und nur wenigen Gehölzen. Im Rahmen eines betriebseigenen Naturschutzplanes („Kulturlandplan“), der von der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu finanziert wurde, konkretisierte sich die Idee, die Landschaft wieder „einzuräumen“. Da die Ackerflächen nicht Eigentum der Schäferei sind, mussten zunächst die Pächter überzeugt werden. Das ist oft keine einfache Angelegenheit, denn viele Flächenbesitzer sehen eine Hecke oder ein Feldgehölz immer noch als eine Wertminderung an, weil die Anbaufläche kleiner wird. Markus Schenk gelang es jedoch, drei Verpächter zu überzeugen, dass eine Hecke eine Wertsteigerung ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben schon vielfach belegt, dass der Ertrag nur direkt an der Hecke sinkt, in einiger Entfernung jedoch deutlich steigt und damit die Einbußen und der Flächenverlust wieder ausgeglichen werden. Das Pflanzgut und die notwendigen Wildschutzzäune wurden mit Mitteln der Regierung der Oberpfalz und des Landkreises Neumarkt i.d.Opf. finanziert. Der Landschaftspflegeverband hat hierfür die koordinierende Planung übernommen. Im Herbst 2015 wurden dann 1300 m Hecken und Verbundelemente aus heimischen Sträuchern und Bäumen gepflanzt.

Einen symbolischen Abschluss fand die Aktion mit der Pflanzung einer Winterlinde, dem Baum des Jahres 2016. Gehölzneuanlagen in diesem Umfang werden nur sehr selten gemacht. Markus Schenk allerdings hofft auf Nachahmer, damit auch auf den Hochflächen die Vielfalt wieder zunimmt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Strukturelemente wie Hecken und Feldgehölze sind entscheidende Elemente für die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften. Ohne sie gibt es weniger Insekten, Vögel und Säugetiere, weil Schutz und Nahrung fehlen. Mit der Neuanlage von Gehölzen wird der Lebensraum einer Ackerlandschaft deshalb deutlich aufgewertet. Da die Pflanzungen sehr gut zu sehen sind, haben sie auch eine Bildungswirkungen. Der Kontrast zu den sonst völlig freien Flächen ist so augenfällig, dass er hoffentlich zum Nachdenken anregt.


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