Gebietsbetreuer in Bayern: Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.

Die Gebietsbetreuer arbeiten in 37 ökologisch herausragenden Gebieten Bayerns, von der Rhön bis zum Chiemsee, vom Bodensee bis ins Fichtelgebirge. In diesen Gebieten vermitteln die Gebietsbetreuer Einheimischen und Touristen, Landnutzern und Schützern, Jung und Alt die Einzigartigkeit der Gebiete und wecken Verständnis für die Erhaltung der Naturschätze. Sie sind wichtige Ansprechpartner „vor Ort“ für unterschiedliche Interessensgruppen aus den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Bildung. Neben ihren Tätigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung erfassen Gebietsbetreuer seltene Pflanzen- und Tierarten, bereiten die Pflege wertvoller Biotopflächen vor, arbeiten Artenschutz- und Besucherlenkungsmaßnahmen aus und unterstützen die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsplänen. Dabei erfüllen Gebietsbetreuer keine hoheitlichen, staatlich verpflichtenden Aufgaben. Diese werden von den Naturschutzbehörden erledigt. Besondere Kompetenzen besitzen die bayerischen Gebietsbetreuer in der Lösung von Konflikten zwischen Landnutzung und Naturschutz sowie als fachliche Ansprechpartner und Vermittler bspw. im Bibermanagement. Die betreuten Gebiete sind aufgrund ihrer Naturausstattung und Großräumigkeit wichtige Bausteine im landesweiten Biotopverbund BayernNetzNatur. Die Gebietsbetreuer tragen damit wesentlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, also der Biodiversität in Bayern bei. Das Projekt wird gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds.

Das Projekt „Gebietsbetreuung in Bayern“ existiert bereits seit 2003. Inzwischen werden 37 wertvolle Gebiete von insgesamt 42 Personen betreut. Beispiele für betreute Gebiet sind etwa die Rhön, der Spessart, der unterfränkische Muschelkalk, der Frankenwald, das Fichtelgebirge, die Nördliche und Südliche Frankenalb, die Sandlebensräume um Erlangen, der Oberpfälzer und Bayerische Wald, der Nördlinger Ries, die Talauen der Isar, Ils, Amper, Günz, Ache, Donau und Wiesmet sowie des Lech und Inn, die Höhenzüge des Karwendel, Mangfallgebirges und der Allgäuer Hochalpen, die Seen Ammersee, Chiemsee , Starnberger See, Bodensee und das mittelfränkische Seengebiet sowie die Moore im Alpenvorland.

Einige Gebietsbetreuer kümmern sich speziell um bestimmte Tierarten, wie den Biber, die Große Hufeisennase oder die Wiesenweihe. Gebietsbetreuer sind wichtige Ansprechpartner „vor Ort“, die auf regionaler Ebene mit der Vermittlung von umweltrelevantem Wissen zur Wertschätzung ökologisch besonders bedeutsamer Gebiete beitragen. Die Aufgaben der Gebietsbetreuer sind außerordentlich vielfältig und von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich.
Folgende Tätigkeiten werden schwerpunktmäßig durchgeführt:
• Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung (Führungen, Fortbildungen, Pressearbeit, Projekte, Faltblätter, Ausstellungen, Veröffentlichungen, Schautafeln, Broschüren etc.)
• Konfliktmanagement: Vermittlung zwischen Naturschutz und Naturnutzerinteressen (z.B. Fischerei, Jagd, Landwirtschaft, Natursportler, Erholungsuchende), Durchführung Runder Tische und Arbeitskreise, Aufklärungsarbeit
• Ansprechpartner, Berater und neutrale Vermittler für Eigentümer, Landnutzer, Behörden, Kommunen, Naturschutz- und Nutzerverbände, Medien, Bildungseinrichtungen, Wissenschaftler, Erholungssuchende etc.
• Erfassung und Überwachung von seltenen und wertgebenden, teilweise streng geschützten Tier- und Pflanzenarten (z.B. Wasservögel, Wiesenweihe, Biber, Große Hufeisennase, Uhu, Apollo-Falter)
• Besucherlenkung in besonders hoch frequentierten Gebieten, um Beeinträchtigungen wertvoller Biotopflächen oder die Störung sensibler Tierarten zu minimieren
• Vorbereitung und Umsetzung von Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen sowie der Beantragung und Umsetzung von Artenschutzprojekten (z.B. für endemische Pflanzenarten)
• Unterstützung und Koordinierung ehrenamtlicher Arbeit und die Gewinnung interessierter Mitstreiter für den Naturschutz
• Funktion als Informationsmultiplikatoren, die den Bürgern die Ziele von NATURA 2000, der Vernetzung der Schutzgebiete Europas, und damit die überregionalen Zusammenhänge der Natur näher bringen

Die hauptamtlich (Voll- und Teilzeit-) beschäftigten Gebietsbetreuer haben eine naturwissenschaftliche Fachhochschul- oder Universitätsausbildung mit den Schwerpunkten Landschaftspflege, Landschaftsökologie oder Forstwirtschaft absolviert. Durch ihre Fach- und Ortskenntnisse sowie die Präsenz vor Ort sind sie zuverlässige Ansprechpartner für die betreuten Schutzgebiete. Die Gebietsbetreuer haben keine hoheitlichen Aufgaben, wie die Verfolgung von Regelverstößen oder die Verhängung von Bußgeldern, welche den Behörden obliegen. Sie sind ausschließlich beratend tätig, arbeiten aber in engem Kontakt zu den unteren und höheren Naturschutzbehörden sowie anderen Fachstellen. Dies ermöglicht oftmals einen besseren Zugang zu den Landnutzern oder Erholungsuchenden und ist oft der Schlüssel zur Lösung von Konflikten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die bayerischen Gebietsbetreuer tragen sowohl direkt als auch indirekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei. Über Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit wird das Verständnis für die Natur sowie die Kenntnis naturschutzfachlicher Zusammenhänge und der Vielfalt der Natur geweckt und gestärkt. Nur wer die Natur und die betreuten Gebiete mit ihren Bewohnern kennt und sich für sie interessiert wird sich auch für ihren Erhalt einsetzen. Bei den betreuten Gebieten handelt es sich um Schwerpunktgebiete der Biodiversität Bayerns. Vielfach sind diese als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Bestandteil des NATURA 2000-Netzes der Europäischen Union. Grundlage für den Schutz der Biologischen Vielfalt ist auch die Erfassung und Beobachtung der Populationsentwicklungen von Tieren und Pflanzen. Auch hier sind die Gebietsbetreuer – viele von ihnen ausgewiesene Spezialisten für bestimmte Tierartengruppen oder Pflanzen – tätig. Um die Kultur- und Naturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten, sind in den betreuten Gebieten umfangreiche Landschaftspflege-, spezielle Artenschutz- oder Lenkungsmaßnahmen notwendig. In vielen Fällen wird auch über eine geförderte, extensive Land- und Forstwirtschaft der Struktur- und Artenreichtum der Kulturlandschaft erhalten. Bei all diesen Maßnahmen wirken Gebietsbetreuer vorbereitend und unterstützend mit. Treten Konflikte auf arbeiten sie an Lösungen mit, die eine Landnutzung bei gleichzeitiger Erhaltung der Lebensräume und Arten ermöglicht.


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Dokumente

Liste aller Gebietsbetreuer in Bayern, Stand 2016

 

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Bayerischer Naturschutzfonds

Rosenkavalierplatz 2
81925 München

Öffnungszeiten: 8-16 Uhr

Herr Georg Schlapp
Tel.:089/9214-2235
naturschutzfonds@stmuv.bayern.de
http://www.naturschutzfonds.bayern.de/projekte/gebietsbetreuer/ , http://gebietsbetreuer.bayern/

 

Weitere Infos

Es sind vielfältige Projektträger von Naturschutz- und Landschaftspflegeverbänden über Kommunen, Stiftungen, Naturparke und andere Vereine beteiligt.
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