Biodiversität durch Nutzung

Weiterentwicklung:

Das Projekt wurde um eine "Brombachseer Kirschenausstellung" am Standort der Prunothek erweitert. Diese Maßnahme ist mit Mitteln aus dem LEADER-Programm der EU - kofinanziert durch Bayern - gefördert worden. Die dauerhafte Betreuung dieser Ausstellung hat die Manufaktur "Echt Brombachseer" übernommen. In der Ausstellung wird der Weg der Kirschen aus dem Nahen Osten über Griechenland und das Römische Reich bis nach Mitteleuropa nachgezeichnet. Die Vielfalt der Kirschensorten und ihre heutige Verbreitung, Gefährdung und Entwicklung wird beschrieben. Großer Wert wird darauf gelegt, dass die Besucher die Unterschiede zwischen Kirschen aus Plantagen und Kirschen von Hochstämmen und aus Streuobstwiesen erfahren. Insbesondere die biologische Vielfalt in den Streuobstwiesen wie auch die Sortenvielfalt alter Kirschensorten und deren ökologischer und ökonomischer Wert werden präsentiert. Die Ausstellung wurde 2018 eingeweiht und erfreut sich großer Beliebtheit bei Gästen und auch bei den Schulen hier vor Ort. Weiterhin wurden Flächen ermittelt, auf denen in den nächsten Jahren etliche aus Reisern nachgezogene Kirschbäume alter Sorten wieder neu gepflanzt werden. Und es wurde ein KirschenErlebnisweg vorbereitet, der nun über eine weitere LEADER-Förderung umgesetzt werden soll (2019/2020).

Ursprüngliche Bewerbung:

Der Handel nimmt seit 2011/12 keine alten und regionalen Süßkirschensorten, da diese keine ausreichende Transport- und Lagerfähigkeit aufweisen. Da dies etwa ein Drittel aller Kirschen von den Hochstämmen des Brombachseer Kirschenanbaugebiets betrifft, bestand die akute Gefahr der Rodung eines Großteils dieser Bäume. Durch ein neues Nutzungskonzept werden die Kirschen vor Ort veredelt und in der Region vertrieben. Damit können die Hochstämme und die mit ihnen verbundenen Lebensräume dauerhaft gesichert werden.

Im Süßkirschenanbaugebiet am Brombachsee (Fränkisches Seenland), das sich über eine Fläche von rund 600 ha der naturräumlichen Einheit des Spalter Hügellands erstreckt, wurden früher jährlich etwa 60 bis 80 to Süßkirschen geerntet. Ein großer Teil dieser Süßkirschen ist über eine Absatzgenossenschaft vermarktet worden. Etwa ein Drittel dieser Kirschen waren regionalen und alten Sorten zuzuordnen und etwa zwei Drittel stammten von Hochstämmen mit landschaftsprägendem Charakter sowie hoher biologischer Vielfalt.

Seit der Handel aber ab 2011/2012 diese alten, meist sehr aromatisch schmeckenden aber auch sehr weichen Kirschen nicht mehr abnahm, wuchs die Gefahr der Rodung eines Großteils dieser Bäume. Als Lebensraum einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt sollten diese Kirsch-Hochstämme aber als Grundlage der biologischen Vielfalt dauerhaft erhalten werden.

Es wurde daher ein Konzept zur regionalen Veredelung dieser Streuobstfrüchte entwickelt und umgesetzt. Dies basierte auf einer regionalen Kirschenmarke "Echt Brombachseer", die beim Deutschen Patent- und Markenamt zum Schutz angemeldet wurde. Auf der Basis von extern kontrollierten Qualitätskriterien wurden damit ein Kirsch-Dessertwein, ein KirschSirup, ein KirschSenf, ein Kirschglühwein, ein KirschRosé, eine KirschwasserSalami und eine KirschSchokolade aus den regionalen Brombachseer Kirschen hergestellt und vermarktet.

In einem Lizenzverfahren stellt zudem ein örtlicher Konditoreibetrieb eine "Echt Brombachseer Kirschtorte" mit Kirschen und Kirschbrand aus der Region her. Über diese neuen Vermarktungsinitiativen konnten alleine in den ersten fünf Jahren rund 15 to Süßkirschen der nicht mehr vom Handel abgenommenen alten Sorten substituiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass sich diese Menge im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre auf etwa 25 to erhöhen kann. Dann wäre das Ziel nahezu erreicht, den weggebrochenen Absatz alter Sorten sowie die damit verbundene Sicherung der biologischen Vielfalt durch neue Vermarktungs- und Marketingaktivitäten aufzufangen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Mit neuen Verwertungsmöglichkeiten für alte und regionale Kirschensorten werden auch die Lebensräume von unzähligen Arten der Pflanzengesellschaften und Tiergemeinschaften langfristig gesichert, die sonst wohl einer Rodung anheim gefallen wären. Diese Gefahr bestand und besteht nach wie vor, weil nicht alle Besitzer dieser Obstbäume an diese neuen Perspektiven glauben. Daher war und ist es nach wie vor wichtig, dass die neuen Verwertungsoptionen Erfolg zeigen und die noch vorhandenen Zweifler überzeugen. Ohne ein überzeugendes Nutzungskonzept sind diese besonders wertvollen Flächen auf privatem Grundeigentum für den Arten- und Biotopschutz nur schwer abzusichern..


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Dokumente

Presseinformation (als Beispiel laufender Öffentlichkeitsaktivitäten)

Presseinfo zur Eröffnung der neuen Kirschenausstellung

 

Besuchen Sie uns

Brombachseer Prunothek mit Kirschenausstellung Absberg

Vogelherdweg 1
91729 Haundorf

Öffnungszeiten: Freitag von 15:00 bis 18:00 oder nach Anmeldung

Herr Dieter Popp
Tel.:09837-975708
info@echtbrombachseer.de
http://www.echtbrombachseer.de

 

Weitere Infos

Manufaktur "Echt Brombachseer"
Haundorf

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