Eifel-Trekking: Zelten in freier Natur - einzigartig in NRW

Trekking: Das bedeutet Wandern mit Rucksack und Zelten
mitten in der Natur, auf eigene Faust. Wer schon einmal auf Trekkingtour war, kennt die damit verbundene Unabhängigkeit und Nähe zur Natur. Erstmals in NRW ist dieses besondere Natur-Erleben nun im Naturpark Hohes Venn - Eifel möglich. Auf abgeschiedenen Naturlagerplätzen darf ab April 2016 ganz legal das Zelt aufschlagen werden. Jeder Naturlagerplatz ist mit einer Komposttoilette ausgestattet und bietet auf einer Zeltplattform Platz für bis zu zwei Zelte. Alle Standorte sind nur zu Fuß über Wanderwege erreichbar, man ist auf sich selbst gestellt, und auch die Verpflegung muss selbst mitgebracht werden. Eine Reservierung der Plätze erfolgt über www.trekking-eifel.de. Jeder Naturlagerplatz repräsentiert ein Landschaftselement der Eifel. Von Buchenwald bis hin zur Aussicht in die strukturreiche Kulturlandschaft der Region. Die landschaftliche Vielfalt der Eifel lässt sich so durch das intensive Naturerlebnis "Übernachtung in der Natur" auf eine neue Art und Weise erleben.


Naturschutz und Tourismus:
Tourismus und Freizeitaktivitäten haben sich in Deutschland zu einem bedeutsamen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Einher ging diese Entwicklung mit erheblichen Belastungen für Natur und Landschaft. So kann touristische Infrastruktur z.B. wichtige Landschaftsräume für Pflanzen- und Tierwelt zerschneiden, und auch intensiv ausgeübte und nicht angepasste Sport- und Freizeitaktivitäten können sich negativ auf Landschaft und Lebensräume auswirken. Die gegenwärtige Tendenz hin zu mehr Freizeit in und mit der Natur bei gleichzeitiger Individualisierung bedeutet auch ein erhöhtes Gästeaufkommen in durch den Naturschutz geschützten Räumen und damit steigenden Druck auf diese. Der Umgang mit diesen Entwicklungen stellt für den Naturschutz eine aktuelle Frage und Herausforderung dar. Die in diesem Zusammenhang durchgeführte interdisziplinäre Tagung der Stiftung Naturschutzgeschichte „Wenn sich alle in der Natur erholen, wo erholt sich dann die Natur?“, kam zu dem Schluss:

"Nach einhelliger Meinung der Fachwelt muss es angesichts des stetig wachsenden
Nutzungsdrucks darum gehen, geeignete Instrumente und Methoden zur
Konfliktvermeidung und -vermittlung anzuwenden, über die letztlich eine adäquate
Abstimmung von Schutz- und Nutzungszwecken erreicht werden kann."

Sehnsuchtziel: Natur
Angetrieben durch sozialpolitische Reformen der Weimarer Republik und im weiteren Verlauf flankiert durch spezifische sozioökonomische und soziokulturelle Rahmenbedingungen, änderte sich das Freizeitverhalten in Deutschland. Ehemals nur der wohlhabenden Bevölkerung zugängliche Lebensgewohnheiten konnten sich zunehmend in der Mitte der Gesellschaft verankern und bis heute hat sich der Freizeitsektor zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Häufig wird die Freizeit in der Natur verbracht. Für 21 Prozent der Bevölkerung sind es vor allem natursportliche Betätigungen, die Grund für einen Aufenthalt in der Natur sind. Auch der Natursport ist dabei geprägt von gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Entwicklungen und derzeit starken Änderungen unterworfen. Vor allem ein Wandel im Konsumverhalten führte in den letzten 50 Jahren dazu, dass sich die Ausübung von Traditionssportarten hin zu individuellen Trendsportarten diversifizierte. Konnte Natursport idealtypisch in den 1950er-Jahren nach räumlichen und zeitlichen Abgrenzungskriterien sowie Fortbewegungsmitteln unterschieden werden, gestaltet sich das Spektrum heute weitaus vielschichtiger.
Den beliebtesten Natursport stellt in Deutschland das Wandern dar. Dabei ist jedoch keinesfalls von „dem Wandern“ zu sprechen, denn auch hier spiegeln sich die allgemeinen Tendenzen der Entwicklung von Freizeitaktivitäten wider. Wandern muss heute als Überbegriff für eine stark ausdifferenzierte Natursportart verstanden werden, der lediglich gemeinsam ist, dass die Fortbewegung per pedes erfolgt. Eine Unterform des Wanderns ist das Trekking. Kennzeichnend hierfür ist die Wanderung von Ort zu Ort ohne tägliche Rückkehr an einen festen Standort. Von Bedeutung ist außerdem, dass im Freien übernachtet (Zelt, Tarp, Biwak u.Ä.) und häufig auf größere touristische Infrastruktur verzichtet wird. Insbesondere bei jungen Menschen ist Trekking die beliebteste Art zu Wandern. In Deutschland steht diesem Bedürfnis jedoch häufig ein Verbot zu zelten gegenüber. Die Folge ist unkontrolliertes Wildcampen, welches u.a. zu Konflikten mit Naturschutzzielen führen kann.

In der Eifel ist daher nun erstmals in NRW das weltweit erprobte Besucherlenkungskonzept „Naturlagerplatz“ eingerichtet worden. Auf ausgewählten Standorten dürften Trekkingsportler mit dem Zelt in der freien Landschaft übernachten.

Hiervon profitieren alle Betroffenen:
Der Trekkingsportler darf nun endlich legal sein Zelt in der Natur aufschlagen und so die Landschaft auf eine ganz besondere Art und Weise erleben. Ökologisch sensible Räume werden durch zielgruppenorientierte Besucherlenkung geschützt.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Naturpark Hohes Venn - Eifel möchte mit dem Projekt dazu beitragen, den Naturschutz als "Ermöglicher" zu positionieren, welcher sich für einen natur- und landschaftsverträglichen Zugang zur Natur zielgruppenorientiert einsetzt.
Wir möchten durch das einzigartige Naturerlebnis "Übernachtung in der Natur", der Gesellschaft ein weiteres Element zum Verständnis der biologischen Vielfalt ermöglichen. Das nächtliche Lauschen der Tiere in einem Buchenwald beispielsweise, verdeutlicht die Lebendigkeit dieses Ökosystems auf eine eindrucksvolle Art und Weise.

Jeder Naturlagerplatz repräsentiert ein Landschaftselement der Eifel. So z.B. der Platz "Nordstern". 2014 wurde der Nationalpark Eifel als Sternenpark ausgezeichnet – ein Label für besonders dunkle Regionen der Welt. Dieser Naturlagerplatz befindet sich unmittelbar im Zentrum der Dunkelheit. Wenn das Wetter mitspielt, hat man hier die Möglichkeit auf ein ungetrübtes Nachterlebnis mit Sicht auf einige tausend Sterne. Der Naturlagerplatz "Land in Sicht" hingegen ermöglicht den Fernblick auf die strukturreiche Kulturlandschaft der Region.
Die landschaftliche Vielfalt der Eifel lässt sich so durch das intensive Naturerlebnis "Übernachtung in der Natur" neu erfahren.







Bild 1

 

Besuchen Sie uns

Naturpark Hohes Venn - Eifel

Bahnhofstraße 16
53947 Nettersheim

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung: Mo. - Fr. 8:00 - 17:00 Uhr

Herr Dominik Hosters
Tel.:+49 2486 911117
info@naturpark-eifel.de
http://www.trekking-eifel.de

 

Weitere Infos

Naturpark Nordeifel e.V.
Nettersheim

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld