Das OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel

Weiterentwicklung:

Das OTTER-ZENTRUM ist Teil des Bildungsnetzwerks "Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger" geworden, das vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und der EU gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, insbesondere jungen Konsumenten ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln. Sie bekommen im Rahmen von Exkursionen die Gelegenheit, landwirtschaftliche Produktionsmethoden mitzuerleben und sich mit den Auswirkungen auf die biologische Vielfalt sowie dem eigenen Lebensmittelkonsum auseinanderzusetzen. Der „Bienen- und Kräutertag“ wurde zu einem "Entdeckertag" der Biodiversität weiterentwickelt. Befreundete Verbände und Kooperationspartner werden eingeladen, um die Gäste über die Lebensweise bestimmter Wildtierarten, die sich Siedlungsbereichen nähern, zu informieren. Es gibt Informationsstände z. B. zum Wolf, Biber, Nerz, Fischotter, Steinmarder, Wildkatze, Störchen, Fischen und Iltissen. Dabei geht es darum, ein friedliches Zusammenleben zu organisieren und die biologische Vielfalt zu fördern. Im Jahr 2017 wurde ein neues Programm zur "Rückkehr der Wölfe" entwickelt und ausprobiert. Da es bei den Lehrkräften auf Zustimmung stieß wurde es in das Programmheft aufgenommen. An 10 Stationen erforschen die Kinder selbstständig u. a. die Sinne des Wolfes, seine Lebensweise und seine Körpersprache. Neben den Sachinformationen stehen auch Konflikte im Zusammenleben von Mensch und Wolf sowie mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt.

Ursprüngliche Bewerbung:

Das OTTER-ZENTRUM eröffnete am 1. Mai 1988 seine Tore und begeht im Jahr 2018 sein 30jähriges Jubiläum. Es ist das größte Bildungsprojekt des gemeinnützigen Trägervereins Aktion Fischotterschutz e.V. Aber im OTTER-ZENTRUM findet nicht nur Naturschutzbildung statt. Es ist gleichzeitig Geschäftsstelle des Vereins, Forschungseinrichtung und Ausgangspunkt für vielfältige Biotopentwicklungsprojekte in Norddeutschland. Der integrativ arbeitende Naturschutzverband führt Forschungsarbeiten an marderartigen Tieren durch, die die Grundlage für Biotopentwicklungsmaßnahmen bilden. Die Naturschutzbildung besitzt eine Brückenfunktion, in dem sie die Bevölkerung über die Forschungsergebnisse, die Notwendigkeiten eines ganzheitlichen Naturschutzes und die Bedeutung der biologischen Vielfalt informiert. In den 30 Jahren seines Bestehens besuchten über 2,4 Mio. Gäste das OTTER-ZENTRUM und trugen zur Verbreitung der Naturschutz-Botschaften bei.

Ein bedeutendes Ziel des OTTER-ZENTRUMs ist es, die einheimischen Marder bekannt zu machen, Verständnis für ihre Lebensraumansprüche sowie die hohe Bedeutung der biologischen Vielfalt zu wecken. In dem 6 ha großen Freigelände bieten neun naturnah gestaltete Tiergehege die Möglichkeit, Fischotter, Dachse, Hermeline, Stein- und Baummarder, Iltisse, Nerze, Minke sowie Frettchen zu beobachten. Jeder Marder ist ein emotional wirksamer Sympathieträger und eine symbolische „Leit-Tierart“ für einen einheimischen Lebensraum. Jeder dieser Botschafter repräsentiert somit ganze Lebensgemeinschaften und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Themen „Biodiversität“, „Naturschutz“ und „Nutzung“.
Während der rund 30 Schaufütterungen pro Tag berichten die Tierbetreuer Wissenswertes und Lustiges über die Tiere und thematisieren, wie der Mensch Einfluss auf ihre Lebensräume nimmt. Es wird dabei versucht, das Lebensumfeld der Gäste einzubeziehen, um eine möglichst enge Verbindung zu den marderartigen Tieren herzustellen und Handlungsansätze für eine nachhaltigere Alltagsgestaltung zu bieten.

Die Gründung des OTTER-ZENTRMs war bewusst als Gegenpol zu dem in den 1970er- und 1980er-Jahren zunehmenden technischen Umweltschutz realisiert worden. Darüber hinaus war nicht die Zurschaustellung „exotischer Tiere“, wie in den meisten Zoos der damaligen Zeit üblich, sondern die Förderung von Verständnis, Faszination und Verantwortung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Im OTTER-ZENTRUM wird durch die Art des Gehege- und Wegesystems der Effekt erzeugt, dass sich die Gäste fühlen, als wären sie mit den Tieren im gleichen Lebensraum. Die Gäste folgen beispielsweise den Dachsen und Hermelinen unter die Erde, den Baummardern in die Baumwipfel sowie den Fischottern und Nerzen unter Wasser. Dies ermöglicht originäre Tierbegegnungen auf Augenhöhe, faszinierende Beobachtungsmöglichkeiten und einen Perspektivenwechsel (Mitwelt, nach Michael Meyer-Abich, statt Umwelt).
Das OTTER-ZENTRUM ist eine vorwiegend informelle Naturschutzbildungseinrichtung. Es wird aber aufgrund seiner passgenauen pädagogischen Angebote auch von vielen Institutionen des formalen Bildungssektors genutzt. Um die ökologisch nicht so stark vorgebildeten Gäste für Naturschutzthemen zu sensibilisieren, heißt eine Leitlinie für die Naturschutzpädagogik im OTTER-ZENTRUM „Spiele und Lerne“. An rund 40 interaktiven Klapptafeln und Lernspielen, mit bewusst sehr kurz gehaltenen Texten, können sich die Gäste Inhalte zur Entwicklung von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen selbstständig erschließen, statt nur zu konsumieren. Es werden dabei keine fertigen Lösungen angeboten, sondern zum Nachdenken angeregt.
Beispielsweise wurde im Lebensraum Dorf, der von drei Steinmardern, 14 Deutschen Lachshühnern und fünf Bienenvölkern bewohnt wird, eine blütenreiche Wiese angelegt und mehrere interaktive Lernspiele errichtet. Inhaltlich konzentrieren sich die Lerninstallationen auf die Themen: Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten für die Landwirtschaft, ihre Gefährdungen durch Veränderungen in der Landschaft und ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt der Kultur- und Wildpflanzen. Der „Bienen- und Kräutertag“ wurde zu einem "Entdeckertag" weiterentwickelt. Befreundete Verbände und Kooperationspartner werden eingeladen, die Gäste über bestimmte Wildtierarten, die sich Siedlungsbereichen nähern, zu informieren. Es gibt Informationsstände z. B. zum Wolf, Biber, Nerz, Fischotter, Steinmarder, Wildkatze, Störchen, Fischen und Iltissen.
Im Jahr 2003 wurde das OTTER-ZENTRUM vom Niedersächsischen Kultusministerium als außerschulischer Lernort anerkannt und als Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Mit den fünf Kooperationsschulen und dem örtlichen Kindergarten wird ein intensiver fachlicher Austausch gepflegt. Im Jahr 2017 nahmen 371 Kinder- und Erwachsenen-Gruppen die Bildungsangebote des OTTER-ZENTRUMs wahr. In jedem Jahr nutzen rund 6.000 Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur gymnasialen Oberstufe den außerschulischen Lernort im Rahmen pädagogisch betreuter Programme. Einen thematischen Schwerpunkt bilden dabei die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die biologische Vielfalt. Im Jahr 2017 wurde ein neues Programm zur "Rückkehr der Wölfe" entwickelt und ausprobiert. Da es bei den Lehrkräften auf Zustimmung stieß wurde es in das Programmheft aufgenommen. Die Zertifizierungs-Organisation PHINEO hat die Naturschutzbildung im OTTER-ZENTRUM unter die Lupe genommen und ihr das „Umweltbildung-Wirkt-Siegel“ verliehen.
Jedes Jahr werden rund 50 Sonderveranstaltungen für die unterschiedlichsten Zielgruppen angeboten. Um auch naturschutzfachlich nicht vorgebildete Gäste anzulocken, werden viele auf den ersten Blick nicht fachliche Veranstaltungen durchgeführt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die hohe Bedeutung der biologischen Vielfalt wird im OTTER-ZENTRUM auf mehreren Ebenen thematisiert, ohne jedoch mit der trockenen wissenschaftlichen Definition das Interesse der Gäste an Erlebnissen in der Natur abzuschwächen. Zum einen wird an den naturnahen Gehegen der marderartigen Tiere auf die Bedeutung von Lebensgemeinschaften hingewiesen, an deren Spitze die Marder stehen (Botschafter eines Lebensraumes). Dabei wird immer auch die Rolle des Menschen in Nahrungs- und Energiekreisläufen thematisiert. Zum anderen spielt die lebensraumtypische Artenvielfalt eine große Rolle, die an verschiedenen Lerninstallationen angesprochen wird. Dies geschieht auf eine spielerische Art und Weise. Denn nur wenn die Menschen von der intakten Natur innerlich berührt sind (emotionale Ebene) und die Zusammenhänge sowie Wechselwirkungen verstehen (kognitive Ebene), können sie handeln und ihr (Konsum-)Verhalten ändern (konative Ebene). Auch globale Aspekte bleiben nicht außen vor. Ein gutes Beispiel bildet die Lerninstallation „Wasserindianer“ im OTTER-ZENTRUM. Hier werden globale Verflechtungen des Konsums aufgezeigt und zum Nachdenken über weltweite Gerechtigkeit und den Rückgang der biologischen Vielfalt angesprochen. Über das Thema „Virtuelles Wasser“ wird der Konsum alltäglicher Produkte in Deutschland mit den Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern der Waren in Beziehung gesetzt und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen deutlich gemacht.

Video:


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Gruppenangebote für Erwachsene 2018

Gruppenangebote für Schulklassen 2018

In dem Veranstaltungskalender findet sich die ganze Bandbreite der Naturschutzarbeit für die biologische Vielfalt der Aktion Fischotterschutz e.V. und des OTTER-ZENTRMs wieder.

 

Besuchen Sie uns

OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel

Sudendorfallee 1
29386 Hankensbüttel

Öffnungszeiten: Sommerzeit 9:30 - 18:00 Uhr, Winterzeit 9:30 - 17:00 Uhr. im Dezember und Januar geschlossen.

Herr Thomas Lucker
Tel.:05832 98 08 19
T.Lucker@otterzentrum.de
http://www.otterzentrum.de

 

Weitere Infos

Aktion Fischotterschutz e.V.
Hankensbüttel

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld