Kulturimkerei

In der Kulturimkerei bewirtschaften flüchtende und einheimische Kinder - und Jugendliche gemeinsam Honigbienen. Die Bienenhaltung erfolgt nicht ertrags- sondern kulturorientiert: Wir nutzen Bienenwohnungen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und dokumentieren sowohl unseren ökologischen Arbeitsprozess wie auch die lokale Biodiversität in selbstproduzierten Fotos und Filmen. Honig- und Wildbienen sind exzellente Gastgeber, die einen fundierten Blick auf die lokale Biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür ermöglichen.

Wir orientieren uns in der Kulturimkerei an ökologischen Kriterien und beziehen die Bienenstöcke von Werkstätten, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten. In unserer Mikroimkerei stehen die  Bienenvölker das ganze Jahr über artgerecht und meist solitär an einem Ort. Die Honige sind absolut naturbelassen und verbleiben zum guten Teil als Winterfutter in den Stöcken. Sie spiegeln die ökologische Vielfalt unseres Umfeldes.

Dabei kommen wir immer wieder auf die vielfältige kulturelle Aufladung der Honigbienen in aller Welt zu sprechen - und auf ihre unverzichtbare Schnittstellenfunktion in den Ökosystemen der Erde. Honig- und Wildbienen versinnbildlichen die Bedeutung von Biologischer Vielfalt für das Fortbestehen der Menschheit. Sie sind exzellente Gastgeber, die einen fundierten Blick auf die lokale Biologischer Vielfalt vor der eigenen Haustür ermöglichen – und deren fragile Abhängigkeit von globalen Prozesse verdeutlichen – indem sie die entscheidende Schnittstelle von gegebener Biodiversität und menschlicher Zivilisation besetzen. Durch ihre Bestäubungsleistung setzen sie Fortpflanzungs- und Ernährungsketten in Gang, die wir nicht nur als Imkerinnen und Imker unmittelbar ökonomisch nutzen. Die Nähe zu diesen Prozessen macht es möglich, auch minimale Auswirkungen klimatischer Veränderungen direkt am Verhalten der Insekten, ihrer Gesundheit und ihrer Honigproduktion zu beobachten. Die essentielle Bedeutung von Biodiversität - vor allem in Bezug auf eine blühende Landschaft - sowohl als Nahrungs- wie Lebensgrundlage für Bienen, Insekten, Mikroorganismen und damit auch Menschen wird deshalb in der Projektarbeit unmittelbar spürbar.

Das Projekt ist nicht als Imkerkurs angelegt. Vielmehr vermittelt die "Kulturimkerei" ein Gespür für die Wechselwirkungen kultureller Prägungen und Naturwahrnehmung. Die Vorgänge im Bienenvolk dienen als Aufhänger für die Auseinandersetzung mit der metaphorischen Rolle der Honigbienen in unterschiedlichen Kulturen. Dem Kirchenlehrer Augustinus galt der Bienenstaat als Idealbild von Gottes Reich auf der Erde, die hinduistischen Götter werden als "im Honig geborene" verehrt und im alten Testament trägt Gott den Propheten auf, ihre Sprache sei "süß wie Honig".

Diese Metaphern nutzen wir in der künstlerischen, fotografischen Beobachtung der Natur. Wir forschen nach Erinnerungen, in denen Beziehungen zwischen persönlicher Entwicklung und Natur bedeutsam waren. An Kindheitserlebnissen, familiären Prägungen, an Kochrezepten und in kulturellen Traditionen wird der persönliche Umgang mit Naturphänomen sichtbar. Diese werden in Interviews dokumentiert und zum Beispiel durch das Spüren und Schmecken von Pollen und Nektar versinnbildlicht.

Immer wieder gibt es auch Aktionen für die breite Öffentlichkeit, um unsere Arbeit zu zeigen und die Jugendlichen weiter zu vernetzen. Zu diesem Zweck wird beispielsweise die "Bienengruppe" des katholischen Kindergartens die Patenschaft über einen Bienenschaukasten übernehmen. Dieser befindet sich zentral neben der katholischen Kirche und erlaubt gefahrlose Einblicke ins Bienenvolk. Über die Kooperation mit dem Kindergarten fördern wir die Identifikation von möglichst vielen Familien mit dem Projekt. Mit dieser Öffentlichkeitsarbeit schaffen wir Berührungspunkte und stärken gegenseitiges Verständnis. Weitere Aktionen wie ein "Honig-Schleuderfest" im Sommer wenden sich an die allgemeine Öffentlichkeit. Nach Absprache sind Besuche bei den Bienen im Dachstuhl der Kirche möglich.

Die Kulturimkerei macht die Zusammenhänge von biologischer, sozialer und kultureller Vielfalt deutlich und stärkt die Gestaltungskompetenz der Projektteilnehmer*innen im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Honig- und Wildbienen sind exzellente Gastgeber, die einen fundierten Blick auf die lokale biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür ermöglichen – und deren fragile Abhängigkeit von globalen Prozesse verdeutlichen – indem sie die entscheidende Schnittstelle von gegebener biologischer Vielfalt und menschlicher Zivilisation besetzen. Durch ihre Bestäubungsleistung setzen sie Fortpflanzungs- und Ernährungsketten in Gang, die wir nicht nur als Imkerinnen und Imker unmittelbar ökonomisch nutzen. Die Nähe zu diesen Prozessen macht es möglich, auch minimale Auswirkungen klimatischer Veränderungen direkt am Verhalten der Insekten, ihrer Gesundheit und ihrer Honigproduktion zu beobachten. Die essentielle Bedeutung von Biodiversität - vor allem in Bezug auf eine blühende Landschaft - sowohl als Nahrungs- wie Lebensgrundlage für Bienen, Insekten, Mikroorganismen und damit auch Menschen wird deshalb in der Projektarbeit unmittelbar spürbar.


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Besuchen Sie uns

Kulturimkerei auf St. Cosmas & Damian

Schlossgasse 1
55435 Gau Algesheim

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Herr Dennis Feser
Tel.:067259987133
post@schwarmkultur.org
http://www.schwarmkultur.org

 

Weitere Infos

Schwarmkultur e.V. & kath. Kirchengemeinde Gau Algesheim
Gau Algesheim

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