Lebendige Alster

Weiterentwicklung:

„Lebendige Alster – Neue Gewässerlandschaften für Hamburg“ widmet sich der ökologischen Aufwertung der Alster und ihrer Attraktivität als Naturerlebnisraum. Der Schwerpunkt des aktuellen Projekts liegt in der Aufwertung der innerstädtischen Alster – der Alsterfleetstadt, der Außenalster und der anschließenden Kanäle. Dieser auf den ersten Blick weitgehend naturfeindliche Teil der Alster ist ein entscheidender Korridor für wandernde Pflanzen- und Tierarten zwischen Alster und Elbe. Fehlende Strukturen und Rückzugsgebiete führen dazu, dass hier nur sehr wenige Arten überleben können. Mit innovativen Ideen will das Projekt die Strukturvielfalt der innerstädtischen Alster erhöhen und sie so für Tiere und Pflanzen attraktiver machen. Gleichzeitig soll auch den Menschen an der Alster die Bedeutung dieses Lebensraumes in der Stadt deutlich gemacht werden. Die innerstädtische Alster kann so zu einem Naturerlebnisraum werden. Mit seinen neuartigen Ideen und Maßnahmen hat das Projekt Pilotcharakter und kann als allgemeines Vorbild für die Entwicklung städtischer Gewässer dienen.

Ursprüngliche Bewerbung:

Die Alster ist in Hamburg das wichtigste Nebengewässer der Elbe und ein prägender Bestandteil der Stadt. Die Alster kann mit ihren kleinen Nebenbächen ein Korridornetz bilden, in dem Tiere und Pflanzen einen Lebensraum finden und die Stadt durchwandern können. Die biologische Vielfalt soll durch die ökologische Aufwertung des Korridors erhöht werden.

Dafür haben die Aktion Fischotterschutz, der NABU Hamburg und der BUND Hamburg das Kooperationsprojekt „Lebendige Alster“ initiiert. Auf der Grundlage einer Defizitanalyse wurden sieben Maßnahmenmodule zur ökologischen Aufwertung des Alsterkorridors entwickelt. Für einen Teilabschnitt der Alster wurden im Rahmen einer Bürgerbeteiligung Maßnahmen konkretisiert und verortet. Die Maßnahmen reichen von der Aufwertung der Alster durch Strukturen wie Kiesbetten, Einengungen mit Kiesbetten, Einbringen von Totholz, über die Anlage von Sandfängen und Flutmulden, über die Entwicklung von Unterrichtsmaterialen für Umweltbildung bis hin zur Installation von künstlichen Strukturen in den Fleeten als Verdriftungsschutz und Unterstände für Fische und Kleinlebewesen. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen wurden viele der Maßnahmen mit freiwilligen Helfern umgesetzt. Jährliche Fachtagungen in Hamburg sorgen für eine Diskussion der Konzepte, Maßnahmen und Ergebnisse.
Insgesamt 7 Maßnahmenmodule zur Entwicklung des Alsterkorridors wurden entwickelt. Durch eine Bürgerbeteiligung konnte sowohl das Know-how der Anlieger und Interessierten gewonnen, als auch die Akzeptanz der Maßnahmen erhöht werden. Ein wichtiges Anliegen war die Verbesserung der Strukturen in der Alster als auch die Erhöhung der Eigendynamik. Dazu wurden Kiesbetten und Einengungen aus Kies und Totholze eingebracht. Dies erfolgte sowohl durch professionelle Firmen, als auch durch freiwillige Helfer an zahlreichen Aktionstagen. Dabei wurden hunderte Tonnen Kies in die Alster eingebracht.

Mindestens genauso wertvoll war dabei die Bildungsarbeit, die mit den hunderten Helfern geleistet wurde, nicht nur Schwielen blieben an den Händen zurück, sondern auch die Erinnerung an die Maßnahmen und der Grund für das Einbringen dieser Strukturen. Im Talraum abgestorbene Bäume wurden als Totholz in die Alster eingebracht und dort mit Pflöcken gegen Verdriftung fixiert. Es wurde ein Gleithangsandfang angelegt, bei dem die natürliche Ablagerung des Sediments in der Innenkurve verstärkt wurde und so der Sand schonend dem Gewässersystem entnommen werden kann. Zugleich stellt dieser naturnahe Sandfang eine Erweiterung der Aue dar. Eine naturnahe Ufergestaltung konnte auf einem privaten Grundstück realisiert werden. In Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern wurden partizipativ Unterrichtsmaterialien zum Lebensraum Gewässer und Aue am Beispiel der Alster erarbeitet und gedruckt und an andere Schulen weiter gegeben.

Die Jugendlichen sollen so auch einen Zugang zu der biologischen Vielfalt vor ihrer Haustür bekommen und Handlungsoptionen für eine Verbesserung der ökologischen Situation bekommen. Für den Bereich der stark verbauten Fleetalster wurde zunächst eine Ideenstudie mit möglichen Maßnahmen erarbeitet. Künstliche Strukturen sollen Fischen und kleinen Organismen Unterstände bieten, vor Verdriftung schützen und neue Lebensräume darstellen.

Die Fleete sollen ein Bestandteil des lebendigen Korridors von der Elbe in die Alster werden. Aber auch die Wahrnehmung der Fleete als Lebensraum und Verbindungsachse zwischen Elbe und Alster in der Öffentlichkeit soll verbessert werden. Derzeit steht ein Diorama mit den Maßnahmenideen als Modell im öffentlichen Raum der Hamburger Innenstadt. Die sehr unterschiedlichen praktischen Maßnahmen, verbunden mit der Umweltbildung und der Öffentlichkeitsarbeit sollen einen wirksamen Beitrag zur biologischen Vielfalt in der Stadt Hamburg liefern.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Aufwertungsmaßnahmen in der Alster erhalten und stärken die biologische Vielfalt in der Alster und Aue. Durch die Entwicklung eines durchgängigen Korridors in einem urbanen Umfeld entstehen neue Durchquerungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Organismen entlang des Korridors und stärken damit auch die angrenzenden Lebensräume. Die Umweltbildungsmaßnahmen sollen bei den Kindern und Jugendlichen ein nachhaltiges Verständnis für die biologische Vielfalt schaffen.


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Besuchen Sie uns

Projektbüro Lebendige Alster

Klaus-Groth-Str. 21
20535 Hamburg

Öffnungszeiten: 8:30-16:00

Frau Dr Maike Piepho
Tel.:05832-980812
mpiepho@lebendigealster.de
http://www.lebendigealster.de

 

Weitere Infos

Aktion Fischotterschutz/BUND Hamburg/NABU Hamburg
Hamburg

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