Historisches Firmengelände naturnah gestaltet - Chancen für biologische Vielfalt

Der Name "Bergmanngarten" einer Grünfläche im Mercedes-Benz Werk Gaggenau hat wegen seines Namens, der auf den Firmengründer Theodor Bergmann zurückzuführen ist, einen hohen Wiedererkennungswert. Unter Berücksichtigung bestehender Vegetation, wie z.B. zwei 120-jähriger Mammutbäume, wurde eine naturnah gestaltete Fläche geschaffen. Neben neu angelegten Magerstandorten aus Sand- und Steinflächen wurden die Randstreifen vom Rasen befreit und alle Flächen naturnah bepflanzt. Daneben wurde Totholz aufgebracht, um weitere Nistmöglichkeiten zu schaffen. Abschließend wurde ein Wildbienenhotel gebaut und aufgestellt sowie Nisthilfen für Fledermäuse aufgehängt. Das Projekt wurde maßgeblich von den 20 leitenden Führungskräften des Werkes im Rahmen eines eintägigen Arbeitseinsatzes umgesetzt. Die anstehende unterjährige Pflege wird von Firmenmitarbeitern ausgeführt. Eine Bestandserfassung des NABU nach einem Jahr bescheinigte uns einen großen Erfolg, wurde die Fläche für Wildbienen als regional bedeutsam eingestuft. Ein Schild am Werkszaun weist auf das Projekt hin und enthält viele Informationen für alle interessierten Bürger.

Bei der als "Bergmanngarten" bezeichneten, ca. 1.900 m² großen Fläche im heutigen Mercedes-Benz Werk Gaggenau handelt es sich um eine Rasenfläche auf der zu Zeiten des Firmengründers Theodor Bergmann ca. 1894 dessen Garten angelegt war. Aus dieser Zeit stammen noch die beiden ca. 120 Jahre alten und 36 m hohen Mammutbäume. Den Großteil der Fläche wird durch Rasen bestimmt, der mehrmals im Jahr gemäht und kurz gehalten wurde. Nachdem in unserem Werksteil in Rastatt bereits einige Flächen naturnah neu gestaltet bzw. umgestaltet wurden, stellte sich die Frage, auch im Werk Gaggenau die vorhandenen Grünflächen so zu gestalten, dass die biologische Vielfalt verbessert wird. Die Fläche wurde unter Berücksichtigung heimischer Arten aus dem 111-Artenkorb des Landes Baden-Württemberg angelegt, jedoch mussten wir uns an den beiden Mammutbäumen orientieren. Dies bedeutete, dass kein großflächiger Bodenaustausch vorgenommen werden konnte um einen Magerstandort zu generieren. Dies war nur in den Randbereichen möglich. Im Jahr 2014 wurde mit den Planungsarbeiten begonnen. Neben der naturnahen Gestaltung der Grünfläche sollten auch Sitzmöglichkeiten für Mitarbeiter integriert werden. Die Umsetzung erfolgte in zwei Schritten. Die Vorbereitung der Randbereiche - Abfräsen des Rasens und Entfernung nicht heimischer Sträucher - sowie die Geländegestaltung, erste Pflanzarbeiten und die Anlage der Sitzgelegenheiten wurden von dem Gartenbaubetrieb natur art GmbH vorgenommen. Im Rahmen eines Strategietages im Sommer 2015 wurden die weiteren Arbeiten von den 20 leitenden Führungskräften des Werkes erledigt. Diese bestanden darin,
- Baumstämme zu verteilen,
- Sandhügel aufzuschütten,
- kleinere Restflächen zu roden,
- einen Weg zu gestalten und mit Rindenmulch aufzufüllen,
- die Rasenfläche und Randbereiche mit mehreren Tausend Sträuchern und Wildstauden zu bepflanzen,
- mit dem NABU ein Wildbienenhotel zu bauen,
- Nisthilfen für Fledermäuse an eine Hallenfassade anzubringen,
- einem Messcontainer eine Fassadenbegrünung zu verpassen.
Natürlich konnte die Fläche an diesem Tag nicht komplett fertig gestellt werden, dies übernahm dann wieder die Mitarbeiter von natur art GmbH. Dieses Projekt ist ein Beispiel für die Förderung der Artenvielfalt durch unsere Werkleitung und hat das Verständnis unserer leitenden Führungskräfte zum Thema Biodiversität sehr positiv beeinflusst.
Die Arbeiten wurden Ende 2015 mit der Pflanzung von 17.000 Blumenzwiebeln abgeschlossen. Bereits im Folgejahr hatten wir einen Auftrag an den NABU Kreisverband Rastatt vergeben, eine Bestandserfassung zu Wildbienen vorzunehmen. Diese erstreckte sich vom 09. Mai bis 01. August und zeigte bereits im ersten Jahr der naturnahen Umgestaltung sehr positive Ergebnisse für die Artenvielfalt an Wildbienen.
Die Pflege dieser Fläche wird von unserem werkseigenen Pflegeteam aus Mitarbeitern wahrgenommen, das sich bereits um die Pflege unserer im Werksteil Rastatt befindlichen Flächen kümmert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Aus einem artenarmen, in den Sommermonaten häufig verbrannten Rasen wurde eine heterogen gestaltete Grünfläche mit Trockenstandorten, Totholz- und Steinhaufen, Wildblumenwiesen und zahlreichen Wildblumenstauden und -sträuchern. Im Fokus stand die Bereitstellung von geeignetem Nahrungsangebot und Nistmöglichkeiten für Wildbienen und Schmetterlingen. Daneben wurden auch Nisthilfen für Fledermäuse angebracht. Um die biologische Vielfalt zu gewährleisten wurde eine bunte Mischung an Blumen eingesät.
Insgesamt wurden
- 150 m² Trockenfläche geschaffen,
- 1.700 m² Wildblumensäume angelegt,
- 5.500 heimische Wildstauden und Sträucher gepflanzt
- 17.000 heimische Blumenzwiebeln gesetzt.
Die Fläche wurde von Dr. Reinhard Witt nach den Standards von Bioland zertifiziert. Nach bereits einem Jahr konnten vom NABU 42 Wildbienenarten nachgewiesen werden, darunter acht landes- und bundesweit wertgebende Arten, von denen Lasioglossum sexnotatum in Baden-Württemberg stark gefährdet ist.
Die Untersuchungsfläche wurde hinsichtlich ihrer Bedeutung für Wildbienen als regional bedeutsam eingestuft. "Da die Fläche erst im Jahr 2015 angelegt wurde, ist damit zu rechnen, dass sich künftig zusätzliche Wildbienenarten einfinden werden, darunter weitere Vertreterinnen der Roten Liste Baden-Württembergs", so eine Aussage aus dem Abschlussbericht des NABU.


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Besuchen Sie uns

Bergmanngarten

Hauptstraße 107
76571 Gaggenau

Öffnungszeiten: 07.00 - 16.00 Uhr von Montag bis Freitag

Herr Ralf Gensicke
Tel.:07225/615149
ralf.gensicke@daimler.com

 

Weitere Infos

Daimler AG, Mercedes-Benz Werk Gaggenau
Gaggenau

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